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	<title>Frau Lila</title>
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		<title>Mit Kraft in die Zukunft</title>
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		<pubDate>Wed, 16 May 2012 20:29:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Barbara</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Barbara Streidl</em></p>
<p>Diese Frau ist die „zweitwichtigste Politikerin im Lande“: Hannelore Kraft, die neue alte Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen. Offensichtlich gerührt lässt sie sich am Sonntagabend für ihren Wahlsieg bejubeln. Links von ihr steht der Ehemann, rechts der Sohn. „Was für ein toller Abend“, sagt Hannelore Kraft wischt sich immer wieder Tränen aus dem Gesicht. Sie dankt ihren Wählerinnen und Wählern für das Vertrauen. Vertrauen in eine Ministerpräsidentin, die mit typischen Frauen-Themen wie Sozialstaat, Kinder- und Jugendpolitik ihre Weiblichkeit auch als Landesmutter einsetzt. Sie hat die Studiengebühren ebenso abgeschafft wie die Beiträge für das letzte Kitajahr und damit Ernst gemacht mit ihrem Slogan: „Der Mensch steht im Mittelpunkt unseres Handelns“.</p>
<p><strong>Kindheit, Jugend, Alter</strong></p>
<p>Bislang haben „Gedöns“-Themen in der Politik eher wenig Beifall gebracht. Wissen wir doch alle längst, dass eine Frau an der Spitze mitnichten Politik für Frauen macht – siehe Margaret Thatcher, Indira Gandhi, Angela Merkel, Kristina Schröder. Hannelore Kraft ist das Wagnis trotzdem eingegangen – und ihr wurde Recht gegeben.</p>
<p>Und nicht nur ihre Themen sind weiblich, auch ihre Teamfähigkeit ist es. Kraft ist die Landesmutter, die Grüne Sylvia Löhrmann ist die Co-Landesmutter. Kein Vater, nirgends! Der Möchtegern-Patriarch, Bundesumweltminister Norbert Röttgen, hat bei der NRW-Wahl die bislang größte Wahlschlappe seiner Partei eingefahren. Das bevölkerungsreichste Bundesland hat sich auch dafür klar entschieden: für eine neue Weiblichkeit.</p>
<p><strong>Prinzip Frau bzw. Prinzip Mensch</strong></p>
<p>„Hannelore Kraft verkörpert klaren Verstand, Leidenschaft und Herz so wie niemand sonst“, schreibt SPD-Chef Sigmar Gabriel auf der Website seiner Partei. Sie ist eine Frau, der alles gelungen ist – mit ihrer weiblichen Politik, wie es heißt. Die aber auch in Frauengebieten Einsparungen zulässt, etwa bei der Kürzung der finanziellen Unterstützung des Frauenmediaturms in Köln. Damit hat sich die Landesmutter den Zorn einer anderen mächtigen Frau zugezogen, nämlich den von Alice Schwarzer – die kürzlich öffentlich darüber spekuliert hat, ob die Ministerpräsidentin von den Grünen zu diesem Schritt gezwungen wurde. Heute gratuliert aber auch Alice Schwarzer der neuen alten Landesmutter – zu ihrem „Sieg des Prinzips Frau, bzw. des Prinzips Mensch“.</p>
<p>Und damit weist Alice Schwarzer auf etwas hin, das Hannelore Kraft sehr richtig macht. Sie betont in ihrer Politik geschlechterübergreifend den Menschen und läuft somit nicht Gefahr, als Feministin abgestempelt zu werden. Das ist durchaus visionär. Denn davor warnt auch die Politologin und Kommunikationswissenschaftlerin Christina Holtz-Bacha in der <em>taz</em>: Sich als Feministin zu bezeichnen, löst heute noch zu große Ängste aus, nicht nur auf Bundespolitik-Ebene, wie das Buch von Kristina Schröder gezeigt hat, sondern natürlich auch auf Bevölkerungsebene. Ein Schritt nach dem anderen: Vielleicht kann Hannelore Kraft beim übernächsten Mal offen zugeben, dass sie links, demokratisch, sozial und feministisch ist.</p>
<p><strong>Mehr zum Thema:</strong></p>
<ul>
<li>Das Wahlprogramm 2012 von Hannelore Kraft<a href="http://www.hannelore-kraft.de/html/23146/welcome/Wahlprogramm-2012.html" target="_blank"> lesen</a></li>
<li>Alice Schwarzer, &#8220;Das Erfolgsprinzip Frau&#8221; <a href="http://www.aliceschwarzer.de/publikationen/blog/?tx_t3blog_pi1%5BblogList%5D%5BshowUidPerma%5D=96&amp;cHash=9177e6e862" target="_blank">lesen</a></li>
<li>Sprengsatz nennt sie Kanzlerkandidatin <a href="http://www.sprengsatz.de/?p=3852" target="_blank">lesen</a></li>
</ul>
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		<title>Emanzipation ist wie Kaviar</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Apr 2012 08:45:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Barbara</dc:creator>
				<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Betreuungsgeld]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kristina Schröder]]></category>

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		<description><![CDATA[von Katrin Rönicke Die Familienministerin gibt sich als moderne Vorbildministerin. Doch in ihrer Partei erneuert sie elitistische und rechte Ideen Es war meine Mutter, die mich einmal völlig aus der Fassung brachte, als sie mich fragte, was ich denn von Kristina Schröder hielte? Ob ich die denn nicht toll fände? Schließlich sei sie doch jung, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Katrin Rönicke</em></p>
<p><strong>Die Familienministerin gibt sich als moderne Vorbildministerin. Doch in ihrer Partei erneuert sie elitistische und rechte Ideen</strong></p>
<p>Es war meine Mutter, die mich einmal völlig aus der Fassung brachte, als sie mich fragte, was ich denn von Kristina Schröder hielte? Ob ich die denn nicht toll fände? Schließlich sei sie doch jung, dynamisch und emanzipiert. Meine Mutter dachte, ICH sei ein Fan unserer Familienministerin! Sie schien zu glauben, wir beide würden für dasselbe Bild junger Frauen „unserer“ Generation stehen. Ich war so irritiert, dass ich nichts anderes wusste, als darüber hinwegzugehen.</p>
<p>Diese Ignoranz steht beispielhaft für einen Fehler, den viele begehen, die wie ich in einer linksliberalen Filterblase leben: Wir nehmen Kristina Schröder schon lange nicht mehr ernst.</p>
<p>Was meine Mutter aber wohl zu ihrer Überlegung antrieb, waren Fakten: Als erste Ministerin mit neugeborenem Baby setzt Kristina Schröder Maßstäbe in der politischen Repräsentation junger Mütter. Sie zeigte sich dabei unbeeindruckt von den massiven Angriffen der eigenen Klientel, das sich daran störte, dass sie schon kurze Zeit nach der Geburt wieder den Ministerinnen-Sitz bezog. Meiner Mutter fiel im Gegensatz zu mir auf, welch bahnbrechende Tat das darstellte.</p>
<div id="attachment_719" class="wp-caption alignleft" style="width: 154px"><img class=" wp-image-719" style="border: 1px solid black;" src="http://fraulila.de/wp-content/uploads/2012/04/KSchroeder_2009.jpg" alt="Kristina Schröder, (c) Laurence Chaperon / Wikipedia" width="144" height="181" /><p class="wp-caption-text">Kristina Schröder, (c) Laurence Chaperon / Wikipedia</p></div>
<p>Für viele junge Männer und Frauen ist es im Gegensatz dazu einfacher, Kristina Schröder als dumm und dilettantisch abzustempeln. Es tut ihnen nahezu körperlich weh auszusprechen, dass Kristina Schröder, die 1977 in Wiesbaden geboren wurde, „eine von uns“ sein könnte. Ähnlich sozialisiert, ähnlich im Werdegang, mit ziemlich modernen Ansichten. Nein! Mit der wollen wir nicht in einen Topf geworfen werden!</p>
<p>Mit diesem Wir meine ich diese „irgendwie linke“ gesellschaftliche Gruppierung im Alter von 20 bis Ende 30, die teilweise parteilos in sozialen Netzwerken organisiert ist, entweder den Piraten oder den Grünen, den Linken oder der SPD nahe steht. Wir würden doch alles ganz anders machen, wenn wir Ministerin in diesem Kabinett wären! Würden antirassistische Initiativen stärken und das Elterngeld reformieren. Anstatt die ganze Care-Arbeit zu privatisieren und damit wieder vor allem auf die Frauen abzuwälzen, würden wir massiv in den Ausbau von Qualität und Quantität staatlicher Angebote investieren. Wir hätten da so einige Ideen! Stattdessen dürfen wir als Wähler nun in Kürze das Betreuungsgeld begrüßen. Und können es nicht fassen.</p>
<div>
<p>Die Debatte um das Betreuungsgeld nahm in den vergangenen Tagen noch einmal Fahrt auf und wurde zu einem Paradebeispiel machtorientierter Politik. In der Volkspartei CDU hat sich der Einzelne der Gesamtideologie zu unterwerfen – auch Schröder sieht jeden Abgeordneten in dieser Verantwortung, so hat sie es einst in ihrer Doktorarbeit geschrieben. Es ist dabei unerheblich, ob die OECD den wirtschaftlichen Gesamtschaden des Betreuungsgeldes mahnend antizipiert. Auch Volker Kauder, als Fraktionsvorsitzender im Bundestag sonst stets an der Ausrichtung der Politik an ökonomischen Gesetzen interessiert, stellt das Konzept nicht infrage. Und Angela Merkel verliert ebenfalls kein böses Wort darüber.</p>
<p><strong>Ungerechtigkeit als Anreiz</strong></p>
<p>Das ist die große „Partei-Responsivität“. So wird das Gefühl der Verantwortung für den Willen der Basis in Kristina Schröders Doktorarbeit genannt und empirisch nachgewiesen. Diese Arbeit wurde 2009 kurz vor ihrer Ernennung zur Ministerin fertig. „Partei-Responsivität“ kettet alle aneinander, in guten wie in schlechten Zeiten. Genauso wie die christdemokratische „ideologische Kernhaltung“, die Schröder für sich beansprucht, und die darin besteht, sich für ein leistungsorientiertes Ungleichgewicht zwischen den Menschen und gegen eine gesellschaftliche Umverteilung einzusetzen.</p>
<p>Dieser Kitt erlebt durch die Personalie Schröder nun im Merkelschen Kabinett eine Verjüngungskur. Während die junge Mutter auf der einen Seite die klassischen konservativen Rollen sprengt und eine moderne Vorbildministerin ist, erneuert sie elitistische und rechte Ideen in ihrer Partei. Verpasst ihnen ein unverbrauchtes Antlitz.</p>
<p>Schröder schaffte das Elterngeld für Hartz-IV-Empfänger ab; sie führt einen offenen Zwist mit Ursula von der Leyen über die Frauen-Quote; sie setzt sich für das Betreuungsgeld ein; sie initiierte unter dem Titel „Dortmund den Dortmundern“ einen Dialog mit Rechtsextremen und ließ dafür eine Menge an Staatsgeldern springen. Es gab immerhin einen kleinen Aufschrei, als sie das Thema „Deutschenfeindlichkeit“ auf die politische Agenda setzte und sich sorgte, dass diese unter den Menschen mit Migrationshintergrund verbreitet sei.</p>
<p>Gräbt man in ihrer politischen Vergangenheit, die in der hessischen CDU geprägt wurde, findet man Erklärungen: Schröder steht für jenen Flügel in der CDU, der einmal durch den ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch repräsentiert wurde. Damals setzte sie sich für einen Einbürgerungstest für MigrantInnen ein und verteidigte die Kampagne gegen die doppelte Staatsbürgerschaft, die Roland Koch zu seinem Wahlsieg in Hessen verhalf. Das war 1999.</p>
<p>Eine der erfolgreichsten Methoden der Demontage der vergangenen Monate ist die Analyse wissenschaftlicher Arbeiten von Politikern. Natürlich untersuchten Kritiker auch die Doktorarbeit von Kristina Schröder. Hinweise auf Betrug aber gab es keine, deshalb ließ man die Sache auf sich beruhen. Das ist vielleicht der zweite kapitale Fehler, den wir begingen: Aus der Arbeit lässt sich Schröders Denkweise ganz leicht ableiten, sie ist stärkster Ausdruck und Gradmesser eines vielfach unbekannten oder zumindest unbeachteten CDU-Duktus’.</p>
<p>Wes Geistes Kind ist diese Partei, die in diesem Land in absoluten Zahlen auch nach der letzten Sonntagsfrage die meisten Stimmen auf sich vereint? Welchen Politikstil verfolgen ihre Eliten mit so großem Erfolg, dass sie uns regieren?</p>
<p>Während in den Medien scheinbar nur noch der sogenannte „neue Politikstil“ der Piratenpartei gehyped wird, finden sich Antworten auf diese Fragen bei Kristina Schröder. Vielleicht ist sie sogar der Schlüssel zum Verständnis der oftmals rätselhaft-verschleierten Politik Angela Merkels, eines scheinbar kaum zu erklärenden Erfolgs.</p>
<p>Schröder erörterte in ihrer Arbeit mit dem Titel Gerechtigkeit als Gleichheit. Eine empirische Analyse der objektiven und subjektiven Responsivität von Bundestagsabgeordneten ein bereits häufig diskutiertes Dilemma der politischen Philosophie: Wie viel Gleichheit braucht und verträgt die Gerechtigkeit?</p>
<p>Bemerkenswert ist schon der Einstieg: Darin zitiert sie den ehemaligen Ministerpräsidenten Mecklenburg-Vorpommerns, Harald Ringstorff, mit den Worten: „Die Ostdeutschen haben eine große Sehnsucht nach Gleichheit.“ Weshalb die Ostdeutschen, nach Ringstorff, lieber alle trockenes Brot äßen, anstatt hinzunehmen, dass alle Brot mit Margarine bekämen und einige wenige sich noch Kaviar drauf schmieren könnten. Ein interessanter Aufhänger, prägend für die Stoßrichtung der Arbeit. An keiner Stelle distanziert sie sich von dieser Aussage Ringstorffs.</p>
<p>Was Schröder zudem in beachtenswerter Weise gelingt, ist eine Profilabgrenzung der CDU gegen alle anderen Parteien außer der FDP: Die Christdemokraten seien eben jene Partei, die immer für den Kaviar eintrete und damit auf allen Ebenen non-egalitaristisch geprägt sei. Mit wenigen Worten tut sie die umfangreiche Gerechtigkeitstheorie eines John Rawls ab. Nein, so denke man in ihrer Partei einfach nicht.</p>
<p><strong>Nichts gegen Privilegien</strong></p>
<p>Nächste Woche erscheint nun ihr erstes, geschlechterpolitisches Buch. Es wird den Titel Danke, emanzipiert sind wird selber: Abschied vom Diktat der Rollenbilder tragen. Schröder ist keine Feministin und überzeugt, dass auch keine andere Frau das sein sollte. Diese Haltung zeigte sie nicht nur in ihrem ausführlichen Spiegel-Interview aus dem Jahr 2010, auch in der anschließenden Auseinandersetzung mit Alice Schwarzer wurde das deutlich. In ihrem Buch unterstreicht sie diese Haltung noch einmal. Das ist eine Position, die in der Gesellschaft übrigens große Popularität erfährt – gerade auch bei den Piraten.</p>
<p>Schröder setzt stattdessen auf die Eigenleistung der Frauen und denkt offenbar, dass der modernen Frau, so sie denn will, keine Türen mehr verschlossen bleiben werden. Die sogenannte gläserne Decke gibt es bei ihr einfach nicht. Der beste Beweis sei schließlich sie selbst: Sie habe es geschafft – in einer Männerpartei!</p>
<p>Dabei folgt sie wieder der gleichen Logik wie bereits in ihrer Doktorarbeit. Sie hält es nicht für nötig, sich tiefergehende Gedanken über all jene zu machen, die weniger privilegiert sind als sie selbst. Die von ihr skizzierte Gerechtigkeitstheorie impliziert Ungleichheit in allen gesellschaftlichen Sphären. So lange es allen Menschen auf der Basis eines Existenzminimums gut geht, sei das in Ordnung. Margarine eben.</p>
<p>Oder anders gesagt: Die Privilegien, die nur wenige genießen können, sind völlig in Ordnung, an denen sollte man nicht rütteln. Und so muss sich die Ministerin in ihren eigenen Augen wirklich nicht darum kümmern, dass andere Frauen – vor allem je nach sozialer Lage und Bildung – „selber“ so emanzipiert sein können, wie sie und ihre Co-Autorin Caroline Waldeck, eine leitende Mitarbeiterin aus dem Familienministeriums.</p>
<p>Bereits in ihrer Promotion führte sie aus, dass sie glaube, dass die Zustimmung zu egalitären Einstellungen mit einer ostdeutschen Herkunft, einem höheren Alter, einem niedrigeren Einkommen und einer mangelhaften Bildung steigen. Und um keinen Zweifel an der Tatsache zu lassen, dass linke Flausen wohl nur mit dem Milieu und eben weniger Bildung zusammen hängen können, setzt sie hinzu: „Hierzu passt, dass die ostdeutschen Abgeordneten, die vermutlich noch oft durch die Auseinandersetzung mit einem sozialistischen System geprägt sind, den non-egalitären Einstellungen stärker zustimmen als ihre westdeutschen Kollegen.“ Diese Abgeordneten seien im Schnitt jünger als die Mitglieder, formal höher gebildet und verfügen über ein höheres Einkommen.</p>
<p>Schröder meint, wenn sie von jungen, höher gebildeten und besser verdienenden Abgeordneten spricht, vor allem sich selbst. Als sie diese Promotion schrieb, war sie bereits sieben Jahre lang Bundestagsabgeordnete. Ihre politische Karriere begann sehr früh: Bereits im Alter von 14 Jahren entschied sie sich zum Eintritt in die Junge Union. Mit 25 Jahren wurde sie Mitglied des Bundestags. Auch kommt sie selbst aus einer gut situierten, akademischen Familie. Für Schröder alles Selbstverständlichkeiten.</p>
<p>Vielleicht ist Kristina Schröder und ihrer Co-Autorin Caroline Waldeck sogar vollkommen klar, dass es von Einkommen und sozialem Stand abhängt, ob eine Frau – vor allem mit Kind – emanzipiert leben kann. Wie alles, was man sich leisten können muss, gibt es auch die Emanzipation halt nur für Wenige. Und das ist im Schröderschen Denken vollkommen okay. Emanzipation ist eben wie Kaviar.</p>
<p><em>Dieser Text ist bereits bei <a href="http://www.freitag.de/politik/1215-emanzipation-ist-wie-kaviar" target="_blank">Freitag.de</a> erschienen.</em></p>
<p><strong>Mehr &#8230;</strong><br />
<strong>&#8230; über das Buch der Bundesfamilienministerin Kristina Schröder, &#8220;Danke, emanzipiert sind wir selber!&#8221;:</strong><br />
Barbara Streidl und Susanne Klingner kommentierten das Buch und Schröders Politik unter anderem im <a href="http://www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/int/201204/16/172371.html" target="_blank">Rundfunk Berlin-Brandenburg</a>, im <a href="http://www.wdr5.de/fileadmin/user_upload/Sendungen/Politikum/2012/04/Manuskripte/17_Barbara_Streidl.pdf" target="_blank">Westdeutschen Rundfunk</a>, im <a href="http://cdn-storage.br.de/mir-live/MUJIuUOVBwQIb71S/iw11MXTPbXPS/_2rc_71S/_-9S/9-g6/120418_1200_Tagesgespraech_Emanzipation.mp3" target="_blank">Bayrischen Rundfunk</a>, im <a href="http://www.ndr.de/mediathek/index.html?media=audio111205" target="_blank">Norddeutschen Rundfunk</a> und im <a href="http://www.hr-online.de/website/radio/hr-info/index.jsp?rubrik=47586&amp;key=standard_podcasting_hr_info_familie&amp;mediakey=podcast/hr_info_familie/hr_info_familie_20120420&amp;type=a" target="_blank">Hessischen Rundfunk</a>.</p>
</div>
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		<title>Keine Hebamme. Nirgends.</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Apr 2012 09:00:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Barbara</dc:creator>
				<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Hebammen]]></category>
		<category><![CDATA[Mütter]]></category>

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		<description><![CDATA[von Barbara Streidl Eine Frau ist schwanger. Wo wird sie ihr Kind zur Welt bringen – Im Kreißsaal eines Krankenhauses, in einem Geburtshaus oder zuhause? Ob diese Wahlmöglichkeiten auch künftig zur Verfügung stehen, hängt von der Bundesregierung ab. Denn für Hebammen könnte es bald zu teuer werden, sich auf das Risiko Geburt einzulassen: die Haftpflichtprämie, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Barbara Streidl</em></p>
<p>Eine Frau ist schwanger. Wo wird sie ihr Kind zur Welt bringen – Im Kreißsaal eines Krankenhauses, in einem Geburtshaus oder zuhause? Ob diese Wahlmöglichkeiten auch künftig zur Verfügung stehen, hängt von der Bundesregierung ab. Denn für Hebammen könnte es bald zu teuer werden, sich auf das Risiko Geburt einzulassen: die Haftpflichtprämie, die für jede selbstständige Geburtshelferin Pflicht ist, soll im Sommer 2012 wieder erhöht werden.</p>
<p>Wenn sich Hebammen Geburten nicht mehr leisten können, wirkt sich das auf Geburtshäuser und kleine Kliniken aus, die häufig freiberufliche Geburtshelferinnen beschäftigen – und es betrifft auch Frauen, die sich für eine Hausgeburt entschieden haben.</p>
<p><strong>Geburten werden für Hebammen zu teuer</strong></p>
<p>Mithelfen, wenn ein Kind zur Welt kommt – das geht schon seit knapp 20 Jahren nicht mehr ohne Absicherung: Seit den Neunzigern muss jede freiberufliche Hebamme eine Haftpflichtversicherung abschließen. Diese Versicherung kostet derzeit bis zu 4600 € pro Jahr – bei einem durchschnittlichen Stundenlohn von 7,50 €.</p>
<p>In Zahlen bedeutet das: Eine Hausgeburt benötigt gut und gerne 13 Stunden Hebammeneinsatz. Bei den angekündigten Erhöhungen müsste eine freiberufliche Hebamme also bei knapp 50 Entbindungen dabei sein, allein um die Versicherung zu bezahlen. Was erklärt, warum seit gut zwei Jahren 20 Prozent der geburtshelfenden Hebammen ihre Tätigkeit eingestellt haben – es ist unbezahlbar.</p>
<p><strong>Zukunftsdialog als letzte Chance</strong></p>
<p>Der Verein Hebammen für Deutschland hat einen <a href="https://www.dialog-ueber-deutschland.de/DE/20-Vorschlaege/10-Wie-Leben/Einzelansicht/vorschlaege_einzelansicht_node.html?cms_idIdea=10756" target="_blank">Zukunftsdialog</a> mit der Kanzlerin online gestellt, der noch bis zum 15. April unterzeichnet werden kann. Über 64.000 Stimmen hat der Dialog schon gesammelt. Dort heißt es: „Die Politik sollte die Möglichkeiten der natürlichen, außerklinischen Geburt fördern und den freiberuflichen Hebammen den Rücken stärken.“</p>
<p>Für viele Hebammen und natürlich auch (werdende und künftige) Mütter ist dieser Dialog die letzte Chance für einen Berufsstand sowie für die Wahlfreiheit von Frauen, wie sie eine Geburt erleben möchten.</p>
<p><strong>Mehr zum Thema:</strong></p>
<p>Der Zukunftsdialog kann <a href="https://www.dialog-ueber-deutschland.de/DE/20-Vorschlaege/10-Wie-Leben/Einzelansicht/vorschlaege_einzelansicht_node.html?cms_idIdea=10756" target="_blank">hier</a> unterzeichnet werden.</p>
<p>Der 5. Mai ist der Internationale Hebammentag.</p>
<p>In Australien sollen Hausgeburten verboten werden, heißt es <a href="http://www.facebook.com/pages/Save-Home-Birth-in-Australia/102957939870 " target="_blank">hier</a>.</p>
<p>Die ungarische Hebamme Agnes Gereb wurde 2010 wegen fahrlässiger Ausübung ihres Berufs verhaftet, was weltweit für Aufruhr gesorgt hat. Es gibt eine Vielzahl von Organisationen, die die Verhaftung verurteilen: <a href="http://www.freeagnesgereb.com/" target="_blank">http://www.freeagnesgereb.com/</a></p>
<p>Letztes Jahr hat die amerikanische Hebamme Ina May Gaskin , &#8220;the most famous midwife in the world&#8221;, den alternativen Nobelpreis erhalten. Ihre Dankesrede: <a href="http://www.rightlivelihood.org/inamay_gaskin.html" target="_blank">http://www.rightlivelihood.org/inamay_gaskin.html</a></p>
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		<title>Das Unbehagen an der Heimeligkeit</title>
		<link>http://fraulila.de/das-unbehagen-mit-der-heimeligkeit/</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Mar 2012 11:41:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Bloggen]]></category>
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		<category><![CDATA[Komfortzone]]></category>
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		<category><![CDATA[Selbermachen]]></category>

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		<description><![CDATA[Catherine, Bloggerin im feministischen Nähblock Cat und Kascha, besuchte die Tagung &#8220;Gender Matters&#8221; der Friedrich-Ebert-Stiftung am 16.03. und hielt ihre Eindrücke und Gedanken fest. Ihre Sorge: Im DIY-Bloggerinnen-Netz gibt es eine Tendenz zur Häuslichkeit, die sich einerseits professionialisiert und andererseits allein bei Frauen auftritt. Ich war letzte Woche auf einer Tagung über die Macht medialer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Catherine, Bloggerin im</em><em> feministischen Nähblock </em>Cat und Kascha<em>, besuchte die <a href="http://modekoerper.de/wp-content/uploads/2012/03/Einladung_015.pdf" target="_blank">Tagung &#8220;Gender Matters&#8221;</a> der Friedrich-Ebert-Stiftung am 16.03. und hielt ihre Eindrücke und Gedanken fest. Ihre Sorge: Im DIY-Bloggerinnen-Netz gibt es eine Tendenz zur Häuslichkeit, die sich einerseits professionialisiert und andererseits allein bei Frauen auftritt.<br />
</em></p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><img title="Das Logo der Tagung &quot;Gender Matters&quot;" src="http://modekoerper.de/wp-content/uploads/2012/03/Bildschirmfoto-2012-03-15-um-23.01.07-e1331848951502.png" alt="" width="250" height="131" /><p class="wp-caption-text">Das Logo der Tagung &quot;Gender Matters&quot;</p></div>
<p>Ich war letzte Woche auf einer Tagung über die Macht medialer Geschlechterbilder. Eigentlich nichts, worüber ich dringend bloggen wollte. Aber während die &#8211; wirklich gut besetzte &#8211; Tagung lief, merkte ich, wie mein innerer kleiner Nerd ganz und gar wach wurde und meine Synapsen sich heftig vernetzten. Botschaft: Ich muss darüber was schreiben! Warum?</p>
<p>In einem Vortrag ging es um die Präsenz von Frauen in den Nachrichten, genauer, in der Berichterstattung über politische Themen. Es wurde für Untersuchungen in unterschiedlichen Ländern am gleichen Tag Stichproben genommen. In Deutschland war dieser Tag rein zufällig der Tag, an dem Angela Merkel ihre erste Regierungserklärung nach ihrer Wiederwahl gab. Der Anteil von Nachrichten mit weiblicher Beteiligung im Bereich Politik betrug an diesem Tag in Deutschland 20%. Ich muss sagen, da war sogar ich baff. In dem Vortrag ging es auch um all die Zwickmühlen oder Dilemmata, in denen Politikerinnen in den Medien stecken: Sind sie schön ODER schlau? Sind sie jung und frisch ODER erfahren? Zu sanft ODER zu robust? Instrumentalisieren sie ihre Familien ODER haben sie gar keine Gefühle?</p>
<p>Und warum muss ich jetzt darüber bloggen? Weil ich selbst seit einer Weile ein ziemliches inneres Dilemma verspüre, was mit weiblicher Präsenz im Netz zu tun hat. Denn auch wir produzieren ja mediale Geschlechterbilder. Und da sehe ich im Moment einen Trend zu einer Art neuen Häuslichkeitskultur, die sich professionalisiert. Und das finde ich an manchen Stellen schwierig.<br />
Klar, wir sind keine Politblogger. Und es ist vollkommen in Ordnung, über Hobbys und schöne Dinge zu schreiben, sie auch zu inszenieren (ich meine, wer mag es nicht, schöne Kuchenbilder zu machen und zu bloggen? Ich auf alle Fälle, wie hier schon oft zu sehen.) Aber in letzter Zeit wurde mir irgendwie unbehaglich mit dem ganzen Heimeligen, ich hab dann auch die Wochenrückblicke erstmal eingestellt. Aber was genau ist mein Unbehagen? Vielleicht wünsche ich mir, dass diese weibliche Häuslichkeit ein bisschen stärker gebrochen ist, dass Ambivalenzen, Brüche oder auch mal ganz was Überraschendes kommt. Manchmal erscheint mir das weibliche BloggerWWW als eine einzige Dekogeschichte von Frauen, die darin ihre Erfüllung finden. Aber warum ist das so, denn mir ist schon klar, dass es nicht der gelebten Wirklichkeit entspricht und dass man den allerwenigsten Frauen gerecht wird, wenn man ihnen unterstellt, sie seien dekosüchtige Hausmütterchen. Nur &#8211; warum werden andere Seiten so unsichtbar? Ist der Trend zur weiblichen freiwilligen und positiv verstandenen Häuslichkeit eben die Antwort auf die immer noch so geringe öffentliche Teilhabe? Und wie verhalte ich mich in diesem Kontext? Ich empfinde das wirklich als ein Dilemma denn ich möchte schon sehr gerne übers Nähen, über leichte Dinge, über schöne Gegenstände , kochen, backen, den ganzen weiblichen Mikrokosmos schreiben, aber auch darüber, was ich denke. Und ich würde es so gerne viel mehr auch bei anderen lesen: Was sie eigentlich noch so denken. Vielleicht heißt die Antwort, Weiblichkeit als ein gebrochenes Konstrukt zu verstehen, dass ganz verschiedene Seiten verbindet und sich auch so zeigen und darstellen kann und will? Kleidchen nähen und eine Meinung haben, die nicht jedem gefallen muss. Jäckchen stricken und öffentlich scheiße finden, dass die verdammte Wäsche immer an den Frauen hängen bleibt (statistisch gesehen) und dass Kuchenbacken eben eins der wenigen wirklich ansehlichen Outputs der Hausarbeit ist. Über zu geringe Bezahlung abkotzen aber sich doch Frühjahrsblüher in Porzellantassen zu pflanzen. Die Welt darzustellen, wie sie eben wirklich ist und nicht weichgezeichnet.<br />
Ich wünsche mir wohl weniger glatte moderne Weiblichkeit und mehr Aggression im Umgang mit der Öffentlichkeit, denn Bloggen heißt doch auch, Öffentlichkeit zu betreten und herzustellen. Ich glaube übrigens, dass der Brigitte-Kreativ-Award das Gegenteil davon ist und keine große Hilfe für weibliches Bloggen &#8211; vieles wird dadurch einfach immer ähnlicher und angepasster, zumindest ist das bislang mein Eindruck.</p>
<p>Oft wünsche ich mir, dass Frauen, insbesondere die Frauen meiner Generation, denen so viel versprochen wurde und die sich doch oft genug den alten Strukturen ergeben müssen (?), doch mal die Nase voll habe und sich von der Lebenslüge verabschieden, es handle sich um individuelle Entscheidungen und/oder Probleme, wenn sie eigentlich massiv strukturell diskriminiert sind.</p>
<p>Und für diejenigen, die Lust auf ein bisschen aggressiv machende Literatur haben, hier ein paar Tipps:</p>
<ul>
<li>Maria Sveland: <em>Bitterfotze</em>, Kiepenheuer und Witsch, 2009. Ich habe das Erscheinen des Buchs damals zur Kenntnis genommen, fand aber den Titel so ekelig, dass ich es nicht lesen wollte. Ich bin froh, dass ich es doch gemacht habe.</li>
<li>Bascha Mika: <em>Die Feigheit der Frauen</em>, Bertelsmann 2011; Eine sehr gelungene Analsye wenn man das Kapitel über Mutterschaft sehr sportlich nimmt</li>
<li>Laurie Penny: <em>Fleischmarkt. Der weibliche Körper im Kapitalismus.</em> Edition Nautilus 2012. Ok, danach ist man dann richtig sauer. Andererseits, ohne grundlegende Analsye der Ökonomie leider keine wirkliche Veränderung. Laurie Penny ist übrigens <a href="http://pennyred.blogspot.de/" target="_blank">Bloggerin</a> und hat ihre Texte zuerst auf ihrem Blog veröffentlicht.</li>
</ul>
<p><em>Dieser Text erschien ursprünglich</em><em><a href="http://cat-und-kascha-rote-tupfen.blogspot.de/2012/03/gender-matters.html" target="_blank"> in Catherines Blog </a></em><a href="http://cat-und-kascha-rote-tupfen.blogspot.de/2012/03/gender-matters.html" target="_blank">Cat und Casha<em>. </em></a><em><a href="http://cat-und-kascha-rote-tupfen.blogspot.de/2012/03/gender-matters.html" target="_blank"><br />
</a></em></p>
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		<title>Papa zweiter Klasse</title>
		<link>http://fraulila.de/papa-zweiter-klasse/</link>
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		<pubDate>Wed, 07 Mar 2012 22:29:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Barbara</dc:creator>
				<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenbild]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterdiskurs]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterklischees]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Internationaler Frauentag]]></category>
		<category><![CDATA[Mütter]]></category>
		<category><![CDATA[Sorgerecht]]></category>
		<category><![CDATA[Väter]]></category>
		<category><![CDATA[Weltfrauentag]]></category>

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		<description><![CDATA[von Barbara Streidl Da ist dieser Mann, Michael, Vater eines Sohnes, Walt. Die Beziehung zwischen Michael und Walts Mutter geht auseinander, sie zieht gegen den Willen Michaels mit dem etwa einjährigen Kind weg. Telefonate mit einem Kleinkind funktionieren nicht, aus hauptsächlich wirtschaftlichen Gründen kann Michael Walt nicht besuchen. Walts Mutter geht eine neue Beziehung ein. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Barbara Streidl</em></p>
<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/9492661588414438a565a5d25888735b" alt="" width="1" height="1" /><br />
Da ist dieser Mann, Michael, Vater eines Sohnes, Walt. Die Beziehung zwischen Michael und Walts Mutter geht auseinander, sie zieht gegen den Willen Michaels mit dem etwa einjährigen Kind weg. Telefonate mit einem Kleinkind funktionieren nicht, aus hauptsächlich wirtschaftlichen Gründen kann Michael Walt nicht besuchen. Walts Mutter geht eine neue Beziehung ein. Eines Tages sagt sie Michael am Telefon, sie wird heiraten. Und ihr zukünftiger Ehemann will Walt adoptieren.</p>
<p>Michael wehrt sich zuerst. Doch vor Gericht wird ihm klar gemacht, dass er keine Aussicht auf ein Leben mit seinem Kind hat – er ist ein Fremder für Walt, der inzwischen mit seiner Mutter und einer neuen Vaterfigur auf einem anderen Kontinent wohnt. Und er ist nur der biologische Vater – was ihn quasi jeder Ansprüche entledigt.</p>
<p><strong>Nicht nur Fiktion</strong></p>
<p>Die Geschichte von Michael und Walt wird in der Fernsehserie „Lost“ erzählt, doch natürlich gibt es solche und ähnliche Geschichten auch fern der Fiktion im richtigen Leben. Wie ist das: Ein Kind gehört zur Mutter, in den ersten drei Lebensjahren weiß nur eine Mutter, was ihr Kind wirklich will, es gibt nur ein Muttergen, nicht aber ein Vatergen.</p>
<p>All diese Weisheiten sind quasi <em>common sense</em>, sie wollen unsere Köpfe beherrschen und sind nur schwer auszublenden, vor allem, wenn dann noch das Bild des flüchtigen Vaters heraufbeschworen wird, der nur schwängert, aber nicht bereit ist, Verantwortung für sein Kind zu übernehmen, weder finanziell noch persönlich. Und doch gilt meine Sympathie ganz klar Michael, stellvertretend für die Väter, die sich dem <em>common sense</em> widersetzen. Die zu ihren Kindern stehen – mit allen Konsequenzen.</p>
<p><strong>Die liebe Bundesregierung</strong></p>
<p>Kommen wir also zum wirklichen, echten Leben, zu den Ergebnissen des Koalitionsausschusses rund um das Sorgerecht. Denn pünktlich zum Weltfrauentag hat unsere streitmüde Koalition neben einigen anderen Beschlüssen auch die Situation von nicht verheirateten Eltern genauer angesehen. Bedeutet: Nachdem das Bundesverfassungsgericht bereits 2010 Folgendes <a href="http://www.bverfg.de/entscheidungen/rs20100721_1bvr042009.html" target="_blank">verfügt</a> hat –</p>
<p style="padding-left: 30px;">„Es verletzt das Elternrecht des Vaters eines nichtehelichen Kindes …, dass er ohne Zustimmung der Mutter generell von der Sorgetragung für sein Kind ausgeschlossen ist und nicht gerichtlich überprüfen lassen kann, ob es aus Gründen des Kindeswohls angezeigt ist, ihm zusammen mit der Mutter die Sorge für sein Kind einzuräumen oder ihm anstelle der Mutter die Alleinsorge für das Kind zu übertragen.“</p>
<p>– zieht die Koalition nun endlich nach.</p>
<p>Es ist ein Kompromissvorschlag von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die ledigen Vätern mehr Rechte zuteilen möchte: Zuerst bekommt die Mutter das alleinige Sorgerecht. Ist die Vaterschaft geklärt, kann der Vater mit einer „Sorgerechtserklärung“ deutlich machen, dass er Verantwortung für das Kind übernehmen will. Äußert die Mutter innerhalb von acht Wochen keine Bedenken, hat auch der Vater das Sorgerecht. Ist die Mutter nicht einverstanden, muss ein Familiengericht entscheiden.</p>
<p><strong>Nur ein Kompromiss</strong></p>
<p>Es ist wohl hauptsächlich eine Entbürokratisierung, die durch diesen Kompromissvorschlag geschieht. Hans-Georg Nelles schreibt dazu auf dem <a href="http://vaeter-und-karriere.de/blog/index.php/2012/03/05/koalition-starkt-sorgerecht-nichtverheirateter-vater/" target="_blank">Väterblog</a>, dass ledige Väter nach wie vor „Väter zweiter Ordnung“ sind. Es wirkt tatsächlich so, dass eine Geburt eine Frau zur Mutter macht, einen Mann aber nur bedingt zum Vater. Und hier muss gehörig etwas verändert werden. Denn eine gleichberechtigte Kindererziehung kann nur geschehen, wenn die Aufgaben und Pflichte und Rechte gleichberechtigt auf Vater und Mutter verteilt werden. Unabhängig vom Familienstand.</p>
<p>So schön es ist, dass Frauen per definitionem alle Rechte und Pflichte in Sachen Kindererziehung erhalten, so unschön ist es, dass Männer diese Rechte und Pflichten nicht auch automatisch erhalten, und dass Frauen damit eine Last aufgebuckelt kriegen, die ihnen das Leben ganz schön schwer machen kann.</p>
<p>In der Serie „Lost“ findet Michael schließlich noch zu seinem Sohn Walt, auf höchst ungewöhnliche und tragische Weise. Ein richtiges Happyend gibt es für diesen Vater und seinen Sohn aber nicht. Im richtigen Leben ist allen Vätern und ihren Kindern ein Happyend zu wünschen. Das hilft den Vätern – und den Müttern.</p>
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		<title>Berliner Erklärung</title>
		<link>http://fraulila.de/berliner-erklaerung/</link>
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		<pubDate>Tue, 28 Feb 2012 11:29:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susanne</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Erklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Pro Quote]]></category>
		<category><![CDATA[Quotenforderung]]></category>
		<category><![CDATA[Quotenfrauen]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Dezember initiierten Bundestagsabgeordnete aus allen Parteien die &#8220;Berliner Erklärung&#8221;, in der sie eine gesetzliche Frauenquote für die Wirtschaft fordern. Seitdem haben mehr als 12.000 Unterstützerinnen die Erklärung unterzeichnet, die Aktion läuft noch weiter. Der Wortlaut der Berliner Erklärung:  Seit über 60 Jahren gilt in Deutschland laut Grundgesetz, dass Frauen und Männer gleichberechtigt sind. In [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im Dezember initiierten Bundestagsabgeordnete aus allen Parteien die &#8220;Berliner Erklärung&#8221;, in der sie eine gesetzliche Frauenquote für die Wirtschaft fordern. Seitdem haben mehr als 12.000 Unterstützerinnen die Erklärung unterzeichnet, die Aktion läuft noch weiter. Der Wortlaut der Berliner Erklärung: </strong></p>
<p>Seit über 60 Jahren gilt in Deutschland laut Grundgesetz, dass Frauen und Männer gleichberechtigt sind. In der Realität ist die Gleichstellung allerdings noch lange nicht verwirklicht. Die anhaltende Benachteiligung von Frauen in allen gesellschaftlichen Bereichen steht damit im Widerspruch zu unserem Grundgesetz und zu internationalem Recht.</p>
<div>
<div id="c78">
<p>Wir, die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner der Berliner Erklärung, wollen diese Ungerechtigkeiten und den dauernden Verstoß gegen Art. 3 Absatz 2 GG nicht länger hinnehmen. Geschlechtergerechtigkeit ist ein Gebot, das es endlich umzusetzen gilt. Deshalb haben wir uns in einem überparteilichen und gesellschaftlichen Bündnis zusammen geschlossen, um im Konsens gemeinsam der Gleichstellung zum Durchbruch zu verhelfen. Wir sind Frauen und Männer aus Politik, aus Verbänden, aus Wirtschaft und Gewerkschaften, aus Wissenschaft und Forschung, aus Kultur und Medien – kurz: aus der ganzen Breite der Bevölkerung. Wir wollen eine gerechte Gesellschaft, die Frauen und Männern die gleichen Verwirklichungs- und Teilhabechancen auch praktisch einräumt.</p>
<p>Unser erstes Ziel ist, mehr Frauen in die Entscheidungsprozesse der Wirtschaft einzubeziehen – paritätisch und gleichberechtigt. Alle bisherigen Versuche, dieses Ziel mit freiwilligen Vereinbarungen zu erreichen, sind gescheitert. Die Zeit ist reif für eine verbindliche gesetzliche Regelung zur geschlechtergerechten Besetzung von Entscheidungsgremien der Wirtschaft, wie Aufsichtsräte und Vorstände. Nur so lässt sich Umdenken in den Vorstandsetagen befördern und damit die Besetzungspraxis von Entscheidungsfunktionen verändern.</p>
</div>
</div>
<div>
<div id="c79">
<p>Deshalb treten wir in einem ersten Schritt für eine Quote bei den Aufsichtsräten der börsennotierten, mitbestimmungspflichtigen und öffentlichen Unternehmen ein, die zunächst mindestens 30 Prozent betragen soll. Damit die Maßnahme Wirkung entfaltet, wollen wir flankierend Fristen und empfindliche Sanktionen regeln. Die Quote für Aufsichtsräte kann aber nur der Anfang sein!</p>
<p>Die gleiche Beteiligung von Frauen an Entscheidungsgremien ist auch ein Gebot der wirtschaftlichen Vernunft. In gemischten Führungsgremien können Frauen und Männer zu besseren Entscheidungen kommen, gemischte Teams steigern den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen. Das belegen nationale und internationale Studien.</p>
<p>Zahlreiche Parteien und Verbände haben konkrete Vorschläge für Frauenquoten vorgelegt. Bei Unterschieden in der Höhe der Quote und in einzelnen Aspekten sind alle Vorschläge von der Überzeugung getragen, dass nur verbindliche gesetzliche Maßnahmen zur Erhöhung des Frauenanteils in Entscheidungsgremien führen. Diesen breiten Konsens wollen wir jetzt nutzen, um spürbare Verbesserungen für Frauen zu erreichen.</p>
<p>Uns Unterzeichnerinnen und Unterzeichner eint der Wille, überparteilich und überfraktionell Mehrheiten für die berechtigten Belange von Frauen zu gewinnen und so das staatliche Gleichstellungsgebot nach Art. 3 Absatz 2 Satz 2 GG endlich umzusetzen.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><span style="color: #888888;">Mehr erfahren:</span><br />
<span style="color: #888888;"><span style="color: #888888;"><a href="http://www.berlinererklaerung.de/" target="_blank">Petition &#8220;Berliner Erklärung&#8221; unterzeichnen<br />
</a></span></span><a href="http://www.berlinererklaerung.de/unterstuetzerinnen/" target="_blank">Alle Unterstützerinnen und Unterstützer<br />
</a><a href="http://www.pro-quote.de/was-wir-wollen/" target="_blank">Quotenaktion &#8220;Pro Quote&#8221;, initiiert von gut 300 Medienfrauen</a><br />
<a href="http://www.nuernberger-resolution.de/" target="_blank">Die &#8220;Nürnberger Resolution&#8221; fordert 40% Frauenanteil in der Wirtschaft </a></p>
<p>&nbsp;</p>
</div>
</div>
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		<title>Frauen müssen endlich repräsentiert werden</title>
		<link>http://fraulila.de/frauen-mussen-endlich-reprasentiert-werden/</link>
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		<pubDate>Fri, 17 Feb 2012 12:01:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Angela Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespräsidentin]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Wulff]]></category>
		<category><![CDATA[Joachim Gauck]]></category>
		<category><![CDATA[Jutta Limbach]]></category>
		<category><![CDATA[Rita Süssmuth]]></category>
		<category><![CDATA[Ursula von der Leyen]]></category>

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		<description><![CDATA[Christian Wulff ist weg. Die Zeit ist überreif – eine Bundespräsidentin muss her. Kompetente Frauen gibt es genügend, ein Mangel an guten Kandidatinnen ist als Ausrede endgültig lächerlich. Ein politischer Zwischenruf. Von Katrin Rönicke Eine Frau &#8211; aus Prinzip! Der Journalistinnenbund arbeitet an einer Liste von Frauen, die in die breite gesellschaftliche Debatte um die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Christian Wulff ist weg. Die Zeit ist überreif – eine Bundespräsidentin muss her. Kompetente Frauen gibt es genügend, ein Mangel an guten Kandidatinnen ist als Ausrede endgültig lächerlich. Ein politischer Zwischenruf.</strong></p>
<p><em>Von Katrin Rönicke</em></p>
<p><span style="color: #696969;"><strong>Eine Frau &#8211; aus Prinzip!</strong></span></p>
<p>Der <a href="http://journalistinnenbund.de/" target="_blank">Journalistinnenbund</a> arbeitet an einer <a href="http://watch-salon.blogspot.com/2012/02/et-voila-zwolf-mogliche.html" target="_blank">Liste von Frauen</a>, die in die breite gesellschaftliche Debatte um die Wulff-Nachfolge eingebracht werden sollten. Dieses Amt – welches noch nie von einer Frau bekleidet wurde – hat nicht nur einen Menschen verdient, der weniger Dreck am Stecken hat. Es hat vor allem endlich eine Frau verdient. Dabei ist es völlig unerheblich, ob wir &#8220;ja aber schon eine Kanzlerin&#8221; haben (wir hatten schließlich bis 2005 nur Männer in beiden Ämtern, das hat auch niemanden gestört). Es ist total egal, ob sich Stimmen regen, die darauf hinweisen, dass es vor allem auf die Kompetenz ankäme und diese doch bitteschön dem Geschlecht vorangestellt sein müsse. Das ist kein Argument, denn es ist nicht egal, wenn in einem Amt, das explizit und vorrangig der <strong>Repräsentation</strong> dient, so lange es existiert ausschließlich Männer es bekleideten. Das ist peinlich. Es ist verlogen. Es ist ein trauriges Zeugnis des Standes der Emanzipation in diesem Land. Und Kompetenz ist in einem politischen Zirkus, der bis heute von Männerklüngeln (Stichwort: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Andenpakt_(CDU)" target="_blank">Andenpakt</a>) dominiert wird, seit eh und je ein zweitrangiges Kriterium <em>nach</em> dem Geschlecht.</p>
<p><span style="color: #696969;"><strong>Schluss mit der Männer-Linie</strong></span></p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 202px"><img class="   " src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/timeline/49e831ff002dcbada856128d7acff329.png" alt="" width="192" height="384" /><p class="wp-caption-text">Quelle: Wikipedia</p></div>
<p>So sieht sie aus, die Linie aller Bundespräsidenten. In Schwarz, Rot und Gold. Heute ist der Oberste aus der Liste zurückgetreten. Schon vor seiner Rücktrittsrede begannen die Spekulationen um seine Nachfolge. Viele handeln wieder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Gauck" target="_blank">Joachim Gauck</a> als wünschenswerten und ernst zu nehmenden Kandidaten. Eine Intervention ist dringend nötig, die darauf beharrt: Endlich eine Frau, um die starre schwarz-rot-goldene Männer-Linie zu brechen! Da wäre zum Beispiel:</p>
<p><span style="color: #696969;"><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jutta_Limbach" target="_blank"><span style="color: #696969;">Jutta Limbach</span></a></strong></span></p>
<p>Sie ist im Grunde die perfekte Kandidatin. So weit man das denn sein kann. Bereits 2004 war sie als Nachfolgerin für Johannes Rau im Gespräch, seither waren zwei weitere Männer im Amt. Beide nicht bis zum Ende ihrer Amtszeit, beide traten vorzeitig zurück. Das Amt sei beschädigt, heißt es in den Oppositionsparteien. Damit dies nicht noch einmal geschehe, schlug die Grüne Steffi Lemke eine parteiübergreifende Kandidatur vor. Sie wünschte sich in der <em>Tagesschau</em> eine KandidatIN. Namen wollte sie nicht nennen.</p>
<p>Vielleicht meinte sie ja Jutta Limbach? Als ehemalige Bundesverfassungsrichterin, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes und vieler anderer Auszeichnungen, ehemalige Präsidentin des Goethe-Instituts und Intellektuelle ist Limbach eine hervorragende Wahl. Nur eines könnte gegen sie sprechen: Ihr Alter. Sie ist 1934 geboren, 2014 wird sie 80 Jahre alt. Nicht, dass dies ein generelles Ausschluss-Kriterium wäre. Dennoch wird es nicht ganz unberechtigt Vorbehalte ob ihres Durchhaltevermögens geben – und gerade das wäre nach zwei Schlappen nun wirklich wünschenswert.<br />
Etwas jünger, nämlich heute 75 Jahre alt geworden, und mindestens genauso kompetent für dieses Amt ist:</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 186px"><img class="   " src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/fa/2147Prof._Dr._Rita_S%C3%BCssmuth.JPG/596px-2147Prof._Dr._Rita_S%C3%BCssmuth.JPG" alt="" width="176" height="176" /><p class="wp-caption-text">Rita Süssmuth (Quelle: Udo Grimberg / via Wikipedia, CC-BY-SA 3.0)</p></div>
<p><span style="color: #696969;"><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rita_S%C3%BCssmuth" target="_blank"><span style="color: #696969;">Rita Süssmuth</span></a></strong></span></p>
<p>Manche nannten sie einmal das &#8220;Gewissen der CDU&#8221;; andere sagten, sie sei zwar parteipolitisch der CDU angehörig, könne von den Idealen und Visionen her aber sehr viel weiter links eingeordnet werden. Vielleicht ist Rita Süssmuth gerade deswegen die beste überparteiliche Kandidatin: Mit ihr können sich unglaublich viele Menschen, und gerade auch Frauen, identifizieren. Das politische Vertrauen in sie ist enorm. Seit Anfang der Achtziger ist sie aktive Politikerin, hat aber nie aufgehört, auch ihrer wissenschaftlichen Arbeit (sie ist Professorin der Erziehungswissenschaften) nachzugehen und hielt stets einen intellektuellen Anspruch in der Gesellschaftspolitik aufrecht – zuletzt als Vorsitzende der Kommission &#8220;Zuwanderung&#8221;. Süssmuth hat Machtpolitik und Menschlichkeit zusammengebracht.</p>
<p><span style="color: #696969;"><strong>Merkel hat längst das Vertrauen</strong></span></p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 180px"><img class=" " src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/ab/AM_Juli_2010_-_3zu4.jpg/170px-AM_Juli_2010_-_3zu4.jpg" alt="" width="170" height="227" /><p class="wp-caption-text">Angela Merkel (Quelle: Armin Linnartz / via Wikipedia, CC-BY-SA 3.0)</p></div>
<p>Eine weitere interessante Idee ergibt sich aus verschiedenen Aussagen und Statistiken rund um das Vertrauen in Angela Merkel und Christian Wulff, welche die vergangenen Wochen erhoben wurden. Während das Vertrauen in den Bundespräsidenten im Sinkflug war, schien Merkel erst so richtig aufzublühen. Man muss ja nicht gleich so weit gehen, wie Henryk M. Broder in <a href="http://www.radioeins.de/programm/sendungen/der_schoene_morgen/kommentar/henryk_m_broder.html" target="_blank">seinem Kommentar heute morgen bei Radio 1</a>, und hinter all dem eine Verschwörung Merkels zur Steigerung der eigenen Macht sehen (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Andenpakt_(CDU)" target="_blank">der Anden-Pakt</a> lässt grüßen – nun kann Merkel den Letzten von ihrer Liste streichen). Michael Naumann, Chefredakteur von <em>Cicero</em>, <a href="http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=3&amp;broadcast=348687&amp;datum=20120217&amp;playtime=1329466191&amp;fileid=a4663b61&amp;sendung=348687&amp;beitrag=1679951&amp;" target="_blank">stellt ganz andere Assoziationen her</a>: Merkel soll es selber tun! Sie sei doch sowieso schon lange die heimliche Präsidentin gewesen. Und weil Hannover &#8220;ja irgendwie dran bleiben&#8221; müsse, sollte Ursula von der Leyen ins Kanzleramt nachziehen. Nicht uncharmant &#8211; wenn man davon absieht, dass beide Frauen konservativ sind. Aber von der Leyen gilt als durchgreifende Machtpolitikerin, vielleicht wäre es dann erst einmal vorbei mit der Kanzlerinnen-Taktik des Aussitzens. Vorbei mit dem <a href="http://www.sprachnudel.de/woerterbuch/merkeln" target="_blank">Gemerkel</a> im Amt, das immerhin mit Richtlinienkompetenz ausgestattet ist.</p>
<p>Nur Sarkozy würde sicherlich nicht erfreut darüber sein, eine seiner wichtigsten Wahlkämpferinnen zu verlieren. Mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Merkozy" target="_blank">Merkozy</a> wäre es dann aus.</p>
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		<title>Tut es für Ada!</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 09:38:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Netzwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Ada Lovelace]]></category>
		<category><![CDATA[Sarah Stierch]]></category>
		<category><![CDATA[Wikipedia]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieser Artikel erschien zuerst am 18.01.12 in der Huffington Post. Sarah Stierch schrieb diesen Beitrag, während die englischsprachige Wikipedia gerade für einen großen Blackout vorbereitet wurde. Auf Entschluss der Wikipedia-Community hin, war die Enzyklopädie am 18. Januar, dem Tag, an dem weltweit Aktionen gegen SOPA stattfanden (wir berichteten), für 24 Stunden nicht benutzbar. Sarah Stierch ist Wikimedia [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignright" style="width: 130px"><img class="  " src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/63/Sarah_%22Missvain%22_Stierch.jpg" alt="Sarah Stierch" width="120" height="181" /><p class="wp-caption-text">Sarah Stierch</p></div>
<p><em>Dieser Artikel erschien zuerst am 18.01.12 in der <a href="http://netzpolitik.org/2012/sopa-blackout-warum-wikipedia-frauen-braucht/Original-Artikel%20http://www.huffingtonpost.com/sarah-stierch/sopa-blackout_b_1213149.html">Huffington Post</a>. Sarah Stierch schrieb diesen Beitrag, während die englischsprachige Wikipedia gerade für einen großen Blackout vorbereitet wurde. Auf Entschluss der Wikipedia-Community hin, war die Enzyklopädie am 18. Januar, dem Tag, an dem weltweit Aktionen gegen SOPA stattfanden (wir berichteten), für 24 Stunden nicht benutzbar. Sarah Stierch ist Wikimedia Fellow und bekannt durch ihr Engagement für mehr Frauen in der Wikipedia. Was die Gefahr, die von SOPA ausgeht mit dem geringen Frauen-Anteil der Wikipedia zu tun hat – diese Gedanken teilt Sarah dankenswerter Weise hier.</em></p>
<p><strong><em>Eine Frau war die Erste</em></strong></p>
<p>Kennt ihr <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Ada_Lovelace">Ada Lovelace</a>? Sie wird als die weltweit erste Programmiererin angesehen. Ich hätte niemals davon erfahren, dass eine Frau die erste war, die Computer programmierte, gäbe es nicht diese eine Website: Wikipedia. Das ist diese Seite zu der viele Leute gehen, wenn sie schnell mal nach biografischen Informationen suchen – in meinem Fall: Wie sah Ada Lovelace aus? Was war ihr Vermächtnis? Aber heute [das war am 18.01.2012] ist es nicht möglich, die Wikipedia-Seite, mit der ich den Namen oben verlinkt habe, zu erreichen. Man muss sich durch Google Suchergebnisse klicken, um eine größere Bandbreite von Meinungen über sie und Würdigungen zu erhalten – um sicherzugehen, dass man sich ein ausgewogenes, komplettes Bild von ihr machen kann. Dass man sie nicht in der Wikipedia nachschlagen kann, hat zwei sehr wichtige Gründe: SOPA (Stop Online Piracy Act) und PIPA (Protect IP Act).</p>
<p>Als Autorin in der Wikipedia, für die ich seit 2004 schreibe, habe ich mich damit abgefunden, ein Geek zu sein. Ich habe über 200 Artikel für die Wikipedia geschrieben – über Themen wie die Geschichte kleiner Städte in Tennessee oder die Künstlerin <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Louise_Nevelson">Louise Nevelson</a> (und ja, ich habe ein Leben!). Aber habe mich in letzter Zeit auch mit etwas nicht so lustigem wie meiner Geekiness abfinden müssen: Nur neun Prozent der Leute, die Artikel in der Wikipedia bearbeiten, <a href="http://meta.wikimedia.org/wiki/Women_and_Wikimedia_Survey_2011">sind Frauen</a>. Dieser Realität muss man sich stellen: Wir sind die <a href="http://www.alexa.com/topsites">sechst-wichtigste Website</a> im Internet und die große Mehrheit ihrer Inhalte wurde von Männern geschrieben. Das betrifft auch Artikel über Menstruation, Vaginas … oh, und Ada Lovelace. Ihr Artikel wurde auch von Männern geschrieben. Versteht mich nicht falsch: Wir schätzen all diese Kerle, die sich um Qualitätsinhalte kümmern – gerade bei unseren privaten Körperteilen. Aber wäre es nicht noch viel toller, wenn diese Artikel von Frauen geschrieben wären?</p>
<p><strong><em>Wir repräsentieren die Stimmen der Frauen</em></strong></p>
<p>Während ich diesen Artikel am 17.01.2012 um 23:15 Uhr schreibe kann ich zusehen, wie unser Team von Angestellten und Freiwilligen langsam die Wikipedia verdunkelt und ich begreife etwas: Wir neun Prozent verlieren damit während des Blackouts unsere Stimme in der sechst-wichtigsten Website der Welt. Das heißt, wenn Wikipedia für immer „dunkel werden“ würde, wären die Folgen verheerend, nicht nur im Allgemeinen, sondern auch mit Blick auf die Repräsentation von Frauen im Netz. Während Frauen zu Facebook vielleicht mehr beitragen, als Männer, werden unsere Stimmen dort nur von Freunden und Familie gehört – und deren Freunden, und Freunden von Freunden – wenn wir Glück haben. Frauen werden nicht als Nutzerinnen von Google gehört, der weltweit wichtigsten und bekanntesten Website (und Männer auch nicht). Aber durch einen Beitrag in der Wikipedia werden Frauen nicht nur gehört – wir helfen darüber hinaus auch, diesen Ort stetig weiter zu bauen. Wir nehmen teil. Ob es nun der Inhalt ist, den wir schreiben, oder ob es das Foto ist, das wir machen – wir können kontrollieren und kuratieren, was Wikipedia mit der Welt teilt. Durch unsere Stimmen (<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Neutral_point_of_view">neutral selbstverständlich</a>; wir reden ja von Wikipedia) können wir die Stimmen, die nicht gehört werden repräsentieren: Die Stimmen der Frauen, die bislang noch nicht in der Wikipedia repräsentiert werden – Feministinnen, Musikerinnen, Gelehrte – und Themen, die an denen Frauen Spaß haben. Es geht nicht darum, dass dieser Teil nicht repräsentiert wäre – es ist nur leider sehr ärmlich repräsentiert. Zum Beispiel: Für eine lange Zeit würde der Artikel zu „Hairdresser“ zum Artikel „Barber“ zurückgeleitet (zur Info: „Hairdresser“ heißt Friseur(in) und „Barber“ heißt Herrenfriseur). Erst vor kurzem haben ein AutorInnen-Team und ich geholfen, den Artikel <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Hairdresser">„Hairdresser“</a> samt seiner Geschichte zu schreiben. Oh – und der <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Fashion">Artikel über Mode</a>? Der hat nicht einmal Coco Chanel erwähnt. Wikipedia ist nicht komplett wenn nicht jedermensch dazu Beitragen kann, und das tut nicht jedermensch.</p>
<p>Was kann man also tun, um aus Wikipedia eine stärkere und diversere Landschaft freier Informationen zu machen? Erstens: <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:SOPA_initiative/Learn_more">Helfen Sie uns</a>, diese sensible Situation in Bezug auf die potentielle Zensur durch die US-Regierung zu überwinden. SOPA und PIPA würden es der föderalen Regierung erlauben Nutzer-generierte Inhalte online zu kontrollieren – das bedeutet, dass Webseiten wie Wikipedia und andere, die auf unsere Beiträge angewiesen sind, permanent „dunkel“ sein könnten oder Nutzer-generierte Inhalte werden entfernt werden, sollten sie dem FBI in die Quere kommen. Zweitens: Macht bei der Wikipedia mit! Kommt in die Community: Schreibt oder helft, <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Introduction">einen Artikel zu verbessern</a>, der ein Thema betrifft, dass ihr liebt. Schmeißt Editing-Parties mit euren Freunden und werdet euch darüber klar, dass eure Beiträge wirklich einen Unterschied machen. Groß oder klein – sie werden täglich von Millionen von BesucherInnen gelesen. Stellt euch vor, was eure Beiträge in der weltweit freien Enzyklopädie für andere Frauen, die sie lesen, tun könnten.</p>
<p><strong><em>Tut es für Frauen und für euch!</em></strong></p>
<p>Und falls euch das alles egal sein sollte, dann tut es für Ada. Tut es für Frauen, die für uns vorgelegt haben – in ihrem Namen. Teilt ihre Geschichten, so dass andere Generationen Qualitäts-Inhalte finden können, kostenlos, online, in denen sie über diese faszinierenden Frauen lernen können. Tut es für die Frauen, die zum ersten Mal ihre Sexualität erkunden, oder vielleicht etwas über die Krankheit ihrer/s PartnerIn lernen wollen. Macht es, um mehr über Kultur zu lernen und darüber, was euch inspiriert.</p>
<p>SOPA und PIPA wurden entwickelt um uns unabhängig vom Geschlecht unserer der Kontrolle über einen Bereich unseres Lebens zu berauben, in dem wir bislang noch Kontrolle hatten: was wir zum Internet beitragen. Wenn wir nicht kontrollieren können, wo unsere Stimmen gehört werden und welche Informationen wir teilen, was heißt das dann für die nachkommenden Generationen? Wikipedia wurde auf dem Prinzip des Teilens freien Wissens mit der ganzen Welt gegründet. Wenn das nicht empowernd ist – was dann?</p>
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		<title>Geschmacksfrage Putzen</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 09:43:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susanne</dc:creator>
				<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Buchauszug]]></category>
		<category><![CDATA[Hausarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Michèle Roten]]></category>
		<category><![CDATA[Partnerschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Michèle Roten Mein Mann und ich, wir sind uns beide einig, dass Hausarbeit nicht Frauensache ist. Hausarbeit wird geteilt. Und wir haben eine Putzfrau. Ich hasse Staubsaugen. Putzen generell mag ich nicht. Wenn ich putze, dann sehr viel weniger gründlich, als wenn der Mann es tut. Er räumt auch besser auf. Dafür liebe ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Michèle Roten</em></p>
<p>Mein Mann und ich, wir sind uns beide einig, dass Hausarbeit nicht Frauensache ist. <span style="background-color: #ffff00;">Hausarbeit wird geteilt.</span> Und wir haben eine Putzfrau. Ich hasse Staubsaugen. Putzen generell mag ich nicht. Wenn ich putze, dann sehr viel weniger gründlich, als wenn der Mann es tut. Er räumt auch besser auf. Dafür liebe ich Kochen. Es ist mir vollkommen wurst, ob das ein Geschlechterbild zementiert oder nicht. Ich mag es, einzukaufen und zu kochen und zu essen. Am liebsten mit Gästen. Aber auch sonst. Einkaufen und kochen, das mache ich bei uns. Er kümmert sich um die Papier- und Kartonsammlung und Recycling-Entsorgung. Bin ich sehr froh drum. Fällt natürlich nicht gleich häufig an wie einkaufen und kochen, aber ich machs ja gern, ich möchte es machen. Wirklich. Muss ich mich unemanzipiert fühlen deswegen? Müsste ich darauf bestehen, dass er genauso häufig einkauft und kocht wie ich? Ich mache auch häufiger die Wäsche als er. Nicht, weil er es nicht könnte, aber er hat offenbar mehr Unterhosen als ich. Jedenfalls dauerts bei ihm länger, bis er auf die Idee kommt. Es dauert auch länger, bis er den übervollen und stinkenden Abfallsack wechselt. Es dauert auch länger, bis ihn die Zahnpastaschlieren im Lavabo stören. Es dauert auch länger, bis er nach dem Essen beschließt, die Küche aufzuräumen. Oft mach ich&#8217;s einfach selber. Es dauert nur ein paar Minuten und es stört mich halt. Keine Ahnung. Manchmal sag ich was. Dann bitte ich ihn zum Beispiel, die Wäsche zu machen. Tut er auch prompt, war noch nie eine Diskussion. Aber ich bitte nicht gern. Es ist mir zu doof. <span style="background-color: #ffff00;">In einer idealen Welt würden solche Sachen stillschweigend funktionieren.</span> Ich will nicht so sein. Machst du mal bitte. Könntest du eben noch. Gnägnägnä.</p>
<p>Nein, wir sind uns beide einig, dass Hausarbeit nicht Frauensache ist. Es gibt keinen einzigen Grund, warum eine arbeitende Frau mehr Hausarbeit machen sollte als ihr arbeitender Mann. Und doch, wenn wir ganz ehrlich sind, dann mache ich einiges mehr als er. Und bei meinen Freundinnen sieht es genau gleich aus: Im Kopf ist man selbstverständlich gleichgestellt, in der Wirklichkeit macht mans &#8220;halt doch meist schnell selber&#8221;.</p>
<p>Es sind nicht nur meine Freundinnen und ich, sondern Frauen generell, zeigt eine Studie, und einmal mehr komme ich mir mit diesem Wissen erst richtig doof vor. <span style="background-color: #ffff00;">Sie ergab, dass eine Frau, die 100% arbeitet, 23 Stunden pro Woche in den Haushalt investiert, ein 100% arbeitender Mann dagegen nur acht.</span></p>
<p>Wenn beide gleich viel machen würden, dann wären das 7,5 Stunden mehr Freizeit pro Woche für die Frau. Das ist viel! Das ist täglich eine Stunde Klatschheftli-Lesen oder mit dem Baby schmusen oder Plastikblasenverpackungen platzen lassen! Oder zweimal die Woche ausgiebiges Fitnesstraining mit anschließendem Saunieren! Oder jeden zweiten Tag Bootsfahrstunde, so hat man die Prüfung in null Komma nix! Aber nein, wir faseln lieber irgendwas von wegen <span style="background-color: #ffff00;">uns störts halt einfach schneller! </span>Geschmackssache! Freie Wahl! Selber schuld! Aber sind wir wirklich selber schuld? Warum stört es mich schneller oder mehr als meinen Freund, wenn die Wohnung dreckig ist? Wurde es uns vielleicht mehr eingebläut, anerzogen, dass Unordnung nicht schön ist und den Männern weniger? Hat auch der aufgeklärteste Mann das Bild von seiner Mutter, der Hausfrau, noch zu stark verinnerlicht? Hält auch die aufgeklärteste Frau daran fest? Warum sollte so ein Ergebnis zustande kommen, wenn wir alle absolut freie, individualistische Frauen und Männer in absolut freien, individuellen Beziehungen wären?</p>
<p>Das Ergebnis zieht natürlich auch noch einen Rattenschwanz an Konsequenzen hinter sich her. Woher nimmt die Frau denn diese fünfzehn Stunden mehr? Einerseits verbringen Männer mehr Zeit in Vereinen, Sportclubs und mit anderen regelmässigen Freizeitbeschäftigungen (wo übrigens vorzüglich beruflich genetworkt werden kann).</p>
<p>Aber zweitens und vor allem geht die Hausarbeit auf Kosten des Jobs, denn wenn die Gäste um 21 Uhr kommen, kann man halt nicht bis 20 Uhr arbeiten. Und das alles wiederum führt natürlich zu ungleichen Ausgangslagen, zum Eindruck des Chefs, dass der Mann besser arbeite, weil er länger am Schreibtisch, sitzt und letztlich dazu, dass es schwieriger ist für eine Frau, einen Job in Top-Positionen zu kriegen, denn dort liegt es oft halt einfach nicht drin, um 18.50 Uhr zu gehen, weil um 19 Uhr der Laden schließt.</p>
<p>Aber eben, wir machens gern oder wir machens halt schnell selber, weil es geht ja nicht lange und es nervt weniger als etwas zu sagen und es ist alles unsere persönliche freie Wahl und keine große Sache.</p>
<p><a href="http://www.echtzeit.ch/buecher.php?id=205" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-570" title="Michèle Roten &quot;Wie Frau sein&quot;" src="http://fraulila.de/wp-content/uploads/2012/01/WieFrausein_Cover.jpg" alt="" width="120" height="179" /></a> <em>Michèle Roten, Jahrgang 1979, Redakteurin und Kolumnistin bei </em>Das Magazin<em>, hat ein Buch für Frauen <em>geschrieben</em>, die es selbstverständlich finden, dass Hausarbeit geteilt wird, dass Frauen auch promisk leben dürfen, dass sie Führungspositionen einnehmen, dass sich Mutterschaft verbinden lassen muss mit Arbeit, dass Heiraten nicht das höchste Ziel im Leben ist, dass die Frau auch mal den Mann einlädt im Restaurant. Und die völlig baff sind, wenn sie merken, dass die Welt noch nicht soweit ist wie sie. </em><em>Diesen Text entnehmen wir mit freundlicher Genehmigung von Echtzeit ihrem gerade erschienenen Buch <a href="http://www.echtzeit.ch/buecher.php?id=205" target="_blank">“Wie Frau sein. Protokoll einer Verwirrung”</a>, 140 Seiten, EUR 22 (SFr 29).</em></p>
<p>Copyright © 2011 by Echtzeit Verlag GmbH, Basel</p>
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		<title>Eine liberale Frauenquote</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Nov 2011 14:49:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susanne</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Christiane Ratjen-Damerau]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenquote]]></category>

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		<description><![CDATA[Liberal und Frauenquote? Das scheint sich auf den ersten Blick zu widersprechen. Mehr noch: Für manche stehen sich hier Weltanschauungen gegenüber. Von Christiane Ratjen-Damerau Als Liberale bin ich keine Freundin von Quotierungen. Es wäre mir lieber, wenn wir Chancengleichheit, Gleichwertigkeit und Gleichstellung der Geschlechter aus freien Stücken erreichen würden. Mir wäre es auch lieber, wenn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Liberal und Frauenquote? Das scheint sich auf den ersten Blick zu widersprechen. Mehr noch: Für manche stehen sich hier Weltanschauungen gegenüber.</strong></p>
<p><em>Von Christiane Ratjen-Damerau</em></p>
<p>Als Liberale bin ich keine Freundin von Quotierungen. Es wäre mir lieber, wenn wir Chancengleichheit, Gleichwertigkeit und Gleichstellung der Geschlechter aus freien Stücken erreichen würden. Mir wäre es auch lieber, wenn wir keine Gefängnisse brauchten, keine Polizei und keinen, der regiert oder regiert wird. Doch unsere Lebenswirklichkeit zeigt, dass wir bestimmte Regeln und Gesetze brauchen, dass wir in der Politik Entwicklungen entgegenwirken müssen, die unserem Grundsatz von Gerechtigkeit widersprechen.</p>
<p>In der FDP arbeiten wir gerade an einem neuen Grundsatzprogramm. Das heißt: Wir zeichnen ein Bild dessen, wie eine gerechte und gute Gesellschaft für uns aussehen sollte. Ich bin Mitglied in der Kommission, die dieses Programm erarbeitet und leite dort das Programmforum zur „Zukunft der Emanzipation“. Emanzipation, das ist für mich ein sehr kraftvoller Begriff. Er bevorzugt kein Geschlecht und macht es dennoch zum Thema. Und da wir im Programmforum eben selbst sehr emanzipiert sind, richten wir uns nicht nach Meinungen, wie sie von Partei oder Fraktion vorgegeben werden. Deswegen haben wir von Anfang an auch offen über eine Quote diskutiert.</p>
<p>Wir haben uns allerdings primär nicht die Frage nach der Quote gestellt. Wir haben uns vielmehr gefragt: Wollen wir einen stärkeren Einfluss von Frauen in unserer Gesellschaft? Wollen wir mehr Frauen in Führungspositionen? Wollen wir mehr Frauen in der Politik?</p>
<p>Jeder aufgeklärte und liberal denkende Mensch beantwortet diese Fragen seit Jahren und Jahrzehnten mit einem klaren Ja. Doch die Lebenswirklichkeit entspricht diesem Denken in keinster Weise. Noch immer sind Frauen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft unterrepräsentiert oder werden sogar diskriminiert. Zwar versucht die Politik schon lange mit Maßnahmen gegenzusteuern. Doch mit welchem Erfolg? Einzig in Nuancen hat sich etwas verändert.</p>
<p>Wir diskutieren zurzeit wieder sehr intensiv über das Thema Frauenförderung. Doch die Diskussion alleine bringt uns nicht weiter. Auf den Faktor Zeit zu setzen, wäre fatal, denn wir können es uns weder wirtschaftlich noch gesellschaftlich leisten, noch eine Generation oder auch nur einen Jahrgang von hochqualifizierten und motivierten Frauen in gesellschaftliche Prozesse nicht mit einzubeziehen und damit zu frustrieren. Wenn wir jetzt immer noch sagen: „Die Zeit wird es schon richten. Wir brauchen Geduld. Die Unternehmen können ihre Kultur nicht von heute auf morgen ändern. Zunächst müssen die Bedingungen verbessert werden.“ Das alles sind Floskeln. Die Unternehmen, die Gesellschaft und die Politik hatten genug Zeit etwas zu ändern.</p>
<p>Von liberaler Seite haben wir uns in den letzten Jahren auf die Zeit, die Freiwilligkeit und die Einsicht in die Notwendigkeit der wirtschaftlichen Entwicklung verlassen. Geändert hat sich weder in Wirtschaft, noch Politik und Gesellschaft Wesentliches.</p>
<p>In der FDP selbst haben wir es nicht geschafft, die freiwilligen Selbstverpflichtungen einzuhalten. Seit über zwanzig Jahren fassen wir innerhalb der Partei Beschlüsse, den Anteil der Frauen in der Partei zu erhöhen. Faktisch ist der Anteil seit dieser Zeit sogar gesunken. Waren es 1987 noch 25 Prozent, sind es jetzt nur noch 22 Prozent. Waren wir einmal die Partei mit dem höchsten Frauenanteil, laufen wir jetzt Gefahr, von der CSU überholt zu werden. Diese hat sich ja bekanntlich auf eine Frauenquote geeinigt.</p>
<p>Natürliche empfinde ich als Liberale die Frauen- oder Geschlechterquote als einen schweren Eingriff in das freie Spiel der Kräfte in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Deswegen darf nie vergessen werden, was das Ziel einer Quote ist. Deshalb ist eine Quotierungen für mich ein temporäres Mittel zum Zweck. Sie muss jedoch branchenspezifisch realistisch sein. Wenn erst mal die kritische Masse dauerhaft überschritten ist, brauchen wir die Quote nicht mehr. Dann hat sich unsere Gesellschaft hoffentlich durch ein hartes, aber effizientes Mittel nachhaltig verändert.</p>
<p>Dann befinden wir uns vielleicht in einer Lebenswirklichkeit, in der tatsächlich die Leistung, die Qualifikation und die Persönlichkeit zählen – und nicht das Geschlecht. Wer sich allerdings heute schon darauf bezieht und eine Quote ablehnt, weil sich doch Leistung und nicht das Geschlecht lohnen muss, der sollte den Folgegedanken mitdenken. So könnte man nämlich weiterdenken, dass Frauen heute eben weder die gleiche Leistung, noch die gleiche Qualifikation oder Persönlichkeit mitbringen, um gleichwertig in der Berufswelt zu stehen.</p>
<p>Gerade deshalb ist es wichtig, dass wir keine Debatte um die Quote an sich führen. Vielmehr dürfen wir den Zweck nicht aus den Augen verlieren. Dieser heißt aus liberaler Sicht: Freiräume für Frauen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft schaffen. Positive Nebeneffekte könnten und sollten sich dabei auch für den männlichen Teil der Bevölkerung einstellen: Flexiblere Arbeitszeiten und Lebensläufe, größerer Freiraum für die familiäre Entfaltung und nicht zuletzt das Abstandnehmen von einer ineffektiven Anwesenheitskultur.</p>
<p>Nachdem alle bisherigen Versuche scheiterten oder nur geringen Erfolg hatten, bleibt aus meiner Sicht nur das harte, aber effektive Mittel der Quote, damit die gesetzten Ziele schnell erreicht werden.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><span style="color: #696969;">Mehr erfahren:</span><br />
<a href="http://fraulila.de/die-freiheit-der-frauen/"><span style="color: #696969;">Warum die Quote eigentlich ein klassisch liberales Projekt ist</span></a><br />
<a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/parteitag-in-rostock-fdp-lehnt-frauenquote-ab-die-steinzeit-partei-1.1097356" target="_blank">Die <em>Süddeutsche Zeitung</em> empfiehlt Frauen, die FDP zu meiden</a><br />
<a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,742923,00.html" target="_blank">Die schwarz-gelbe Koalition Anfang 2011 im Quotenstreit</a><br />
<a href="http://www.liberale-frauen.de/programm/grundsatzprogramm/index.html" target="_blank">Das Programm der Bundesvereinigung Liberale Frauen e.V.</a></p>
<p><em>Dr. Christiane Ratjen-Damerau ist sei Mai 2010 über die Landesliste Niedersachsen Abgeordnete im Deutschen Bundestag. Sie ist Berichterstatterin des Programmforums &#8220;Zukunft der Emanzipation&#8221;.</em></p>
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