Welche Bedeutung hat Anerkennung als Sprache der Liebe?

Taten sagen mehr als Worte – es sei denn, deine Sprache der Liebe ist Anerkennung und Lob

Zuletzt aktualisiert am

Anerkennung-als-Sprache-der-Liebe
Anerkennung-als-Sprache-der-Liebe
Inhaltsverzeichnis anzeigen

Wenn Worte Bände sprechen, dann ist die bevorzugte Liebessprache Anerkennung und Lob. Sowohl gesprochene als auch geschriebene Worte sind für den/die Partner:in ausschlaggebend, um sich geliebt zu fühlen.

Ein einfaches „Ich bin stolz auf dich, weil …“ oder „Ich bin dankbar für …“ kann Berge versetzen. Personen, deren Liebessprache Affirmationen sind, können gar nicht genug von wohltuenden, ermutigenden, unterstützenden oder liebevollen Worten bekommen.

Ein Blick sagt mehr als tausend Worte. Das stimmt nicht immer. Egal, ob gesprochen oder geschrieben, wenn deine Liebessprache Anerkennung und Lob sind, legst du mehr Wert auf Worte als auf Blicke.

Eine Studie bestätigte bereits 2014 die positive Wirkung von Selbst-Affirmationen auf das Selbstbewusstsein und die persönliche Wahrnehmung. Keine Wunder, dass viele Menschen Anerkennung und Lob nicht nur von sich selbst, sondern auch von ihren Partner:innen hören wollen.

In einer Studie mit 161 verheirateten heterosexuellen Paaren wurde wissenschaftlich bestätigt, dass Anerkennung und Lob zu den positiven Auswirkungen der Differenzierung des Selbst gehören. Die Zufriedenheit in der Ehe äußerte sich im Rahmen mehrerer Sprachen der Liebe wie Zärtlichkeit, Zweisamkeit, Geschenke und Anerkennung und Lob.

Wir erklären dir, welche Bedeutung Lob als Sprache der Liebe hat, wie du Anerkennung zeigst und wie du selbst nach mehr Affirmationen fragst.

Was sind Anerkennung und Lob?

Anerkennung und Lob zählen zu den fünf Sprachen der Liebe laut Dr. Gary Chapman und beschreiben eine Art in einer Beziehung mit einer oder mehreren Personen, Liebe zu empfangen und zu geben.

Im Interview mit Fraulila definiert Jennifer Vincent, US-amerikanische zertifizierte Therapeutin für sexuell missbrauchte Jugendliche und Psychotherapeutin, diese Liebessprache wie folgt: „Lob können geschriebene oder gesprochene Worte sein, die eine andere Person unterstützen, ermutigen oder stärken.“

„Anerkennung und Lob sind verbale Ausdrücke der Liebe, Wertschätzung und Bewunderung“, ergänzt Dr. Carolina Pataky, klinische Sexologin und Sextherapeutin. „Durch Anerkennung und Lob können wir positive Gefühle vermitteln und eine emotionale Bindung zu jemandem aufbauen“.

Anerkennung und Lob als Liebessprache umfassen sowohl gesprochene als auch geschriebene Worte, die eine andere Person auf positive Art beeinflussen, bestätigen, unterstützen, ermutigen und ihr Mitgefühl schenken.

Beispiele für Anerkennung und Lob

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, wie du deinem Partner oder deiner Partnerin Anerkennung zeigst. „Sag deinem Partner oder deiner Partnerin, dass du ihn/sie liebst oder mache ihm/ihr ein Kompliment. Kommentiere sein/ihr Aussehen oder schenke ihm/ihr Bewunderung für eine Leistung“, schildert Dr. Carolina Pataky.

„Ein einfaches Dankeschön für etwas, dass er/sie für dich getan hat, kann Wunder wirken. Bring deine Dankbarkeit und Wertschätzung ihm/ihr gegenüber zum Ausdruck. Auch ein kleines Geschenk oder eine persönliche Karte sind eine gute Möglichkeit, ihm/ihr deine Liebe zu zeigen“, erläutert sie.

Beispiele, wie du Lob und Anerkennung in Worte packst sind laut Jennifer Vincent folgende:

  • Du bist so großzügig.
  • Ich bin so stolz auf dich, weil …
  • Du unterstützt stets deine/unsere Familie.
  • Du siehst super aus. Ist das ein neues Outfit?
  • Ich schätze dich (sehr).
  • Ich freue mich darüber, dass du mein/e Partner:in bist.
  • Es ist so schön, wenn du mich zum Lachen bringst.
  • Du hilfst mir, als Mensch zu wachsen.
  • Ich liebe unser gemeinsames Leben.
  • Ich weiß die Liebe, die du mir/unserer Familie gibst, sehr zu schätzen.
  • Danke, dass ich mich bei dir sicher und geborgen fühlen kann.
  • Ich lerne viel von dir und das macht mich zu einem besseren Menschen.
  • Du machst mich glücklich, weil …
  • Danke für deine Hilfe im Haushalt/bei der Arbeit/mit den Kindern.

Anerkennung und Lob können nicht nur in romantischen Beziehungen relevant sein. Auch in anderen zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen Familienmitgliedern, Freund:innen und Arbeitskolleg:innen können Affirmationen dabei helfen, Freundlichkeit und Dankbarkeit zu zeigen.

Welche Anzeichen gibt es für Anerkennung als Sprache der Liebe?

Personen, deren Liebessprache Affirmationen sind, freuen sich besonders über Komplimente, aufrichtige Danksagungen und handgeschriebene Notizen. Das Ziel der Anerkennung und des Lobs ist, der anderen Person mitzuteilen, wie viel sie dir bedeutet und wie sehr du sie liebst.

„Du fühlst dich gut, wenn du (unerwartete) Bewunderung erfährst oder dich jemand lobt“, beschreibt Jennifer Vincent. „Außerdem fühlst du dich gehört und gesehen, wenn dir jemand Anerkennung schenkt.“

Weitere Anzeichen dafür, dass Anerkennung deine Sprache der Liebe ist, können laut Ehe- und Familientherapeutin Dr. Carolina Pataky folgende Punkte sein:

  • Ein verbales „Ich liebe dich“ ist wie Musik in deinen Ohren.
  • Du liebst Komplimente und freust dich über herzliche Nachrichten.
  • Du fühlst dich am meisten wertgeschätzt, wenn deine/e Partner:in dir Komplimente macht.
  • Du bist verletzt oder fühlst dich vernachlässigt, wenn deine/e Partner:in dir seine/ihre Gefühle nicht (regelmäßig) verbal mitteilt.
  • Es fällt dir leicht, deine Gefühle verbal zum Ausdruck zu bringen.
  • Du genießt es, anderen zu sagen, wie du fühlst.

Vorteile von Anerkennung und Lob

Personen, deren Liebessprache Anerkennung umfasst, fühlen sich in einer Beziehung besonders wertgeschätzt und geliebt, wenn sie Lob erfahren. Durch die häufige Verwendung von Affirmationen unterstützt du die Kommunikation in der Beziehung und verstärkst das positive Verhalten deines Partners oder deiner Partnerin.

„Abgesehen davon, dass du deinem Partner oder deiner Partner das Gefühl gibst, etwas Besonderes zu sein, ermutigen Affirmationen dazu, das gelobte Verhalten zu wiederholen“, erläutert die US-amerikanische Psychotherapeutin Dr. Stevie Peña.

„Fällt es dir schwer, deine/n Partner:in zu Familientreffen mitzunehmen, wird das Kompliment, wie großartig es mit ihm/ihr war, deinem Partner oder deiner Partnerin das Selbstvertrauen geben, öfter an solchen Treffen teilzunehmen. Oder wenn du morgens ein Kompliment über dein Aussehen bekommst, wachst du mit einem Lächeln auf und zeigst als Reaktion darauf Zuneigung.“

Anerkennung und Lob beeinflussen aber nicht nur das Verhalten, sondern auch die Selbstwahrnehmung der betroffenen Person. Therapeutin Jennifer Vincent listet dazu im Gespräch mit Fraulila folgende Vorteile auf:

  • Anerkennung und Lob helfen dir dabei, deine eigene Perspektive zu ändern.
  • Du visualisierst die positiven Aussagen über dich und beginnst, sie zu glauben.
  • Lob beeinflusst dein Unterbewusstsein. Du beginnst, positiver zu denken.
  • Du baust eine gesündere und stärkere Beziehung zu anderen auf. Vor allem Personen mit Bindungsängsten profitieren davon.
  • Mit der Zeit wird deine negative (Selbst-)Wahrnehmung durch positive Eigenschaften ersetzt.
  • Anerkennung schafft Vertrauen innerhalb einer (romantischen) Beziehung.

Anerkennung als Liebessprache: So machst du es richtig

„Affirmationen wirken besser, wenn sie sich auf etwas Bestimmtes beziehen. Das zeigt, dass der/die Sprecher:in etwas bemerkt und zu schätzen weiß. Vage Komplimente wie ‚Du bist schön‘ oder ‚Danke, du bist fantastisch‘ sind zwar nett, funktionieren aber nicht so gut wie ‚Deine Haare sind so schön, da möchte ich mit den Fingern durchfahren‘“, sagt Dr. Stevie Peña.

„Außerdem denken wir, dass die Dinge selbstverständlich sind oder dass er/sie weiß, dass … Aber das ist nicht wahr. Solange die Worte nicht ausgesprochen werden, weiß die andere Person nichts davon.“

Damit dein/e Partner:in deine Liebesbotschaft auch richtig versteht, solltest du laut Dr. Carolina Pataky Folgendes beachten:

  • Sei spezifisch und authentisch, wenn du deine Gefühle zum Ausdruck bringst.
  • Verwende Anerkennung und Lob nicht, um jemanden zu manipulieren.
  • Mach keine leeren oder unehrlichen Komplimente.
  • Achte auf das Timing und den Kontext deiner verbalen Liebesbekundung.
  • Verwende Anerkennung und Lob nicht dafür, deinem Partner oder deiner Partnerin etwas durch die Blume zu sagen.
  • Verwende die Affirmationen nicht als Ersatz für Taten.

So fragst du nach mehr Anerkennung und Lob

Wenn deine (Liebes-)Batterien mal wieder aufgeladen werden müssen, hilft nur eines: Du musst deine/n Partner:in um mehr Anerkennung und Lob bitten.

„Wenn dein/e Partner:in dir ein Kompliment macht oder dich lobt, lass ihn/sie wissen, dass solche Worte Balsam für deine Seele sind“, schlägt Psychotherapeutin Jennifer Vincent vor. „Bestätige deinem Partner oder deiner Partnerin, dass du dich besonders geliebt fühlst, wenn er/sie dich verbal loben.“

Auch Sextherapeutin Dr. Carolina Pataky hat ein paar Tipps für dich:

Kommuniziere deine Bedürfnisse klar und direkt

Beispiel: „Ich weiß es sehr zu schätzen, wenn du mir sagst, wie sehr du mich liebst. Es gibt mir das Gefühl, wichtig zu sein und geschätzt zu werden. Können wir einander öfter sagen, wie wir füreinander empfinden?“

Bringe zum Ausdruck, wie sehr du dich durch Anerkennung geliebt fühlst

Beispiel: „Wenn du mir Komplimente machst oder mir sagst, wie sehr du mich schätzt, fühle ich mich besonders geliebt. Können wir versuchen, das öfter zu machen?“

Erkläre ihm/ihr genau, welche Art von Lob du gerne hörst

Beispiel: „Ich freue mich immer sehr darüber, wenn du mir ein Kompliment zu meinem Aussehen machst. Kannst du mir öfter sagen, wie schön du mich findest?“

„Sei einfühlsam und verständnisvoll, wenn du um Anerkennung und Lob bittest. Denk daran, dass jeder Mensch seinen eigenen Kommunikationsstil hat und es wichtig ist, gemeinsam eine Balance zu finden, die für alle funktioniert“, fasst Dr. Carolina Pataky zusammen.

Anerkennung als Liebessprache: Talk to me, Baby

Affirmationen sind eine der von Dr. Gary Chapman beschriebenen fünf Sprachen der Liebe. Personen, die diese Liebessprache sprechen, freuen sich besonders über unterstützende Worte und verbale Liebesbotschaften. Auch eine schriftliche Notiz oder ein ehrliches (und spezifisches) Kompliment hören sie gerne.

Sprecht ihr offen miteinander und schenkt einander Anerkennung und Lob, stärkt das die Kommunikationsbasis in eurer Beziehung. Außerdem können Affirmationen die (Selbst-)Wahrnehmung und die Gedanken positiv beeinflussen.

Wenn die Liebessprache deines Schatzes Anerkennung und Lob sind, achte darauf, stets authentisch zu bleiben und alles, was du sagst, auch so zu meinen. Umgekehrt solltest du deiner besseren Hälfte genau erklären, welche Art von Komplimenten du gerne bekommst und wie gut dir ein verbales „Ich liebe dich“ tut.

Anerkennung und Lob zählen zu den fünf Sprachen der Liebe. Personen mit dieser Liebessprache zeigen und empfangen Zuneigung am liebsten durch verbale – mündliche und schriftliche – Liebesbekundungen. Dazu zählen etwa Komplimente, Affirmationen und Danksagungen. Wichtig ist, immer ehrlich zu bleiben und seine Bedürfnisse gezielt zu adressieren.

Expert:innen in diesem Artikel

War der Artikel hilfreich?

Weiter zur Quelle