Warum Männer nicht Nein zu Sex sagen können

Psycholog:innen befragten 426 heterosexuelle Männer, warum sie keine Gelegenheit auslassen und sich auch auf eigentlich ungewollte sexuelle Aktivitäten einlassen

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Auf einen Blick

  • Psycholog:innen aus Kanada und Großbritannien untersuchten, warum Männer nicht Nein zu Sex und anderen intimen Aktivitäten sagen können. Und zwar auch dann nicht, wenn sie eigentlich keine Lust darauf haben.
  • Die Studienergebnisse zeigen, dass sich Männer insbesondere dann auf sexuelle Aktivitäten einlassen, für die sie kein Verlangen verspüren, wenn sie männliche Sexualitätsstereotypen und traditionelle Geschlechterrollenvorstellungen befürworten.
  • Beweggründe für ein solches Verhalten können zum Beispiel sexuelle Unerfahrenheit, Selbstlosigkeit und das Bedürfnis nach sozialer Akzeptanz sein.
  • Sexologin Sarah Melancon erklärt, wie sich Männer von sexuellem Druck befreien können (und wie auch Frauen ihren Teil dazu beitragen können).

“Männer haben immer Lust auf Sex”, “Männer wollen sowieso immer nur das Eine”, “Männer können immer” – davon haben wir doch alle schon einmal gehört. Männer gelten oft als regelrechte Sexmaschinen, die keine Gelegenheit auslassen. Und für den Orgasmus der Frau sind sie auch noch zuständig.

Dass Männer wie Frauen auch mal keine Lust auf Sex haben, ist eigentlich offensichtlich und etwas ganz Natürliches. Dennoch ist die Ansicht, dass Männer immer können, weit verbreitet. Schließlich hört man Männer nur in den seltensten Fällen “Nein” sagen. Und dann besteht in der Regel auch ein triftiger Grund für den Verzicht auf Sex, wie etwa eine starke Erkältung.

Psycholog:innen aus Großbritannien und Kanada stellten sich die Frage, warum Männer eigentlich nie Nein zum Sex sagen. Lassen sich Männer etwa auch dann auf Sex ein, wenn ihnen eigentlich gar nicht danach ist?

Warum lassen sich Männer auf Sex ein, den sie eigentlich nicht wollen?

Um die Thematik besser zu verstehen, führten die Psycholog:innen eine Studie durch. Hierfür wurden heterosexuelle Männer zu ihren Erfahrungen mit einvernehmlichen, aber ungewollten sexuellen Aktivitäten (wie Küssen, Berührungen, Oralsex und/ oder penetrierender Sex) befragt.

Von einvernehmlichen, aber ungewollten sexuellen Aktivitäten ist die Rede, wenn sich eine Person auf sexuelle Handlungen mit einem Partner oder einer Partnerin einlässt, obwohl sie eigentlich kein sexuelles Verlangen verspürt. Und zwar, ohne dass der Partner bzw. die Partnerin offenkundig Druck ausübt.

Hinweis: Druck seitens des Partners oder der Partnerin kann zu erzwungenem Sex führen, bei dem man das Gefühl hat, einwilligen zu müssen (man rechnet mit möglichen Konsequenzen). Dies ist eine ähnliche, jedoch andere Erfahrung als sogenannter willfähriger Sex.

Zur Studiendurchführung

Im Interesse der Studienautor:innen lag es einerseits herauszufinden, warum Männer unerwünschten sexuellen Aktivitäten zustimmen.

Zum anderen wurde untersucht, ob folgende drei Faktoren Einfluss auf ein solches Verhalten haben könnten:

  • Ein traditionelles Geschlechterrollenverständnis (z. B. dass Frauen für das Kinderbekommen und den Haushalt zuständig sind)
  • Der Glaube an männliche Sexualitätsstereotypen (z. B. dass Männer immer Lust auf Sex haben)
  • Das Alter

Insgesamt wurden 426 heterosexuelle Männer zwischen 16 und 80 Jahren zu ihren Geschlechterrollenüberzeugungen und männlichen Sexualitätsstereotypen befragt. Es handelte sich um eine anonyme Online-Umfrage.

Die Studienergebnisse bestätigen die Erwartungen

Die im Fachmagazin Psychology & Sexuality veröffentlichten Studienergebnisse bestätigen die Erwartungen des Forscherteams: Bei Studienteilnehmern, die traditionelle Geschlechterrollenvorstellungen vertreten, war die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich auf ungewollte sexuelle Aktivitäten einlassen, höher.

Folgende Motive veranlassten die Studienteilnehmer dazu:

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Altruismus/ Selbstlosigkeit:

  • Die Männer wollten der Sexualpartnerin einen Gefallen tun.
  • Sie wollten nicht, dass sie sich zurückgewiesen fühlt.
  • Sie wollten verhindern, dass sie sich unattraktiv oder hässlich fühlt.

Rausch:

  • Die Männer konsumierten Alkohol oder Drogen, um mehr Lust auf Sex zu haben.
  • Eine andere Person ermutigte zum Alkohol-/Drogenkonsum, um die Bereitschaft für Sex zu erhöhen.
  • Es wurden Drogen oder Alkohol konsumiert, um eine Frau attraktiver erscheinen zu lassen.

Sexuelle Unerfahrenheit:

  • Die Männer fühlten sich unerfahrener als Gleichaltrige.
  • Sie wollten Erfahrungen sammeln.
  • Sie wollten eine Erfahrung machen, über die sie mit Freunden reden können.

Gruppendruck:

  • Freunde deuteten an, dass sie weniger von ihnen halten würden, wenn sie es nicht täten.
  • Freunde überredeten dazu.
  • Es handelte sich um eine Situation, in der auch andere Personen sexuelle Aktivitäten ausübten.

Soziale Akzeptanz:

  • Die Männer wollten von einer populären sozialen Gruppe akzeptiert werden.
  • Sie dachten, es würde sie beliebter machen.
  • Sie befürchteten, dass andere davon erfahren würden, wenn sie den Sex ablehnen und dass sie das weniger beliebt machen würde.

Geschlechtsbezogene Zweifel

  • Die Studienteilnehmer hatten Angst, für schwul gehalten zu werden.
  • Sie wollten nicht schwach oder ängstlich erscheinen.
  • Sie hatten Angst, unmännlich zu erscheinen.

1. Unausgesprochene Vereinbarungen in der Partnerschaft

Die Analysen zeigen, dass Männer, die traditionelle Geschlechterrollenvorstellungen vertreten, eher zu nicht gewolltem Sex bereit sind. Einige der Studienteilnehmer erklärten, dass sie dies ihrer Partnerin zuliebe bzw. zum Wohle der Beziehung tun.

Die Psycholog:innen verweisen in ihrem Forschungsbericht darauf, dass zwischen langfristigen Liebespartnern oft unausgesprochene Vereinbarungen gelten.

So wird in einer Partnerschaft etwa erwartet oder als normal empfunden, dass dem Partner bzw. der Partnerin entgegengekommen wird, sollte diese:r Lust auf Sex haben. Denn bei der nächsten Gelegenheit könnten die Rollen vertauscht sein.

2. Die Identifizierung mit Geschlechterrollen geht oft mit sexueller Unerfahrenheit einher

Die Ergebnisse zeigen zudem, dass sich Männer, die traditionelle Geschlechterrollenvorstellungen vertreten, eher auf ungewollte sexuelle Aktivitäten einlassen, wenn sie sexuell unerfahren sind und befürchten, unmännlich zu erscheinen, wenn sie dies nicht täten.

So berichteten die Studienteilnehmer, dass sie Stereotypen wie “Männer sind immer bereit für Sex” und “Männer wollen immer Sex” vertreten.

3. Gruppendruck und soziale Akzeptanz

Weiterhin stellten die Psycholog:innen fest, dass Männer, die traditionelle Geschlechterrollenvorstellungen vertreten, sich aufgrund von Gruppendruck und dem Streben nach sozialer Akzeptanz auf ungewollten Sex einlassen. Zudem identifizieren sie sich mit dem Stereotyp “Männer wollen immer Sex”.

Die Studienautor:innen erklären, dass sich Männer oft sowohl von Gleichaltrigen als auch von ihren Sexualpartnerinnen unter Druck gesetzt fühlen, sexuell aktiv zu sein. Dies könne wiederum zu inneren Spannungen und Unlust führen.

Da Männer in solchen Fällen aber Sorge haben, die an sie gestellten Erwartungen nicht zu erfüllen und dadurch an Männlichkeit einzubüßen, würden sie sich dennoch auf Sex einlassen, führen die Studienautor:innen weiter aus.

4. Alkohol und Drogen erhöhen die Bereitschaft zu Sex

Es gibt zahlreiche Studien, wie etwa eine aus dem Jahr 2018, die zeigen, dass die Bereitschaft zu ungewolltem Sex trotz anfänglich niedrigem sexuellen Verlangen durch den Konsum von Rauschmitteln erhöht wird.

Alkohol- und Drogenkonsum steht ebenfalls im Zusammenhang mit risikoreichem Verhalten (z. B. ungeschütztem Sex). Rauschmittel lassen zudem potenzielle Partner attraktiver erscheinen, wie Studienergebnisse zeigen.

Die Ergebnisse der Studie der Psycholog:innen spiegeln diese Erkenntnisse wider: Einige der Studienteilnehmenden, die traditionelle Geschlechterrollen, nicht aber männliche Sexualitätsstereotype vertreten, berichteten, sich in Rauschzuständen auf ungewollten Sex eingelassen zu haben.

5. Junge Männer haben ein stärkeres Bedürfnis nach sozialer Akzeptanz

Zuletzt zeigen die Studienergebnisse auch, dass das Alter einen Einfluss darauf hat, ob sich Männer auf ungewollten Sex einlassen. So ist die Wahrscheinlichkeit bei jüngeren Männern höher als bei älteren. Gründe hierfür sind zum einen sexuelle Unerfahrenheit sowie das Bedürfnis nach sozialer Akzeptanz.

Die Studienautor:innen erläutern, dass sexuelle Unerfahrenheit und das Bedürfnis nach sozialer Akzeptanz insbesondere in jüngeren Jahren Druck aufbauen. Mit zunehmendem Alter und mehr sexuellen Erfahrungen würde dieser allerdings nachlassen.

Nicht nur Frauen, auch Männer lassen sich auf ungewollten Sex ein

Die Erfahrungen von Frauen mit ungewollten sexuellen Aktivitäten wurden bereits in vielen vergangenen Forschungsprojekten thematisiert. In der Regel wird argumentiert, dass sich Frauen der Beziehung willen auf ungewollten Sex einlassen. Gleichzeitig greifen patriarchalische gesellschaftliche Normen, die die sexuelle Unterwerfung der Frauen implizieren.

Die Erfahrungen von Männern mit einvernehmlichen, aber ungewolltem Sex wurden bislang in der Debatte über Sex weitgehend außen vor gelassen.

Die Daten der Studie der Psycholog:innen aus Kanada und England verdeutlichen allerdings, dass sich auch ein beachtlicher Anteil der Männer auf nicht gewollten Sex einlässt. Immerhin gaben 61,3 % der Studienteilnehmer an, innerhalb der letzten 12 Monate mindestens einmal ungewollt sexuell aktiv gewesen zu sein.

Weitere Forschungsarbeiten zu dieser Thematik könnten untersuchen, ob es Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Männern und Frauen gibt, die sich auf einvernehmliche, jedoch ungewollte sexuelle Aktivitäten einlassen.

Bemängelungen an der Studie

Die Studienautor:innen weisen jedoch darauf hin, dass sie die Studienteilnehmer nicht danach fragten, ob sie überhaupt innerhalb des letzten Jahres sexuell aktiv waren. Daher kann es sein, dass die Männer, die nicht angaben, innerhalb der letzten 12 Monate mindestens einmal ungewollt sexuell aktiv gewesen zu sein, schlichtweg keine Gelegenheit dazu hatten.

Weiterhin sei zu beachten, dass Männer sich möglicherweise erst als ernsthafte Opfer sehen müssen, bevor sie sexuelle Aktivitäten als ungewünscht erachten. Daher würde es bislang nur wenige Studien über Männer geben, die von nicht gewollten sexuellen Aktivitäten oder Vergewaltigungen berichten.

Zwei vorherrschende Sexualitätsstereotypen wurden widerlegt

Die Ergebnisse der Studie konnten außerdem zwei vorherrschende Sexualitätsstereotypen widerlegen.

Zum einen, dass heterosexuelle Männer einen unersättlichen sexuellen Appetit haben. Und zum anderen – angesichts der Häufigkeit von ungewollten sexuellen Aktivitäten bei Männern – dass Frauen nicht den ersten Schritt machen, wenn es um Sex geht und eher eine passive Rolle spielen.

Haben sich Männer, die nicht Nein sagen können, von sich selbst entfremdet?

Fraulila hat mit Sarah Melancon aus den USA, einer zertifizierten Sexologin und Beziehungsexpertin, über die Studienergebnisse gesprochen. Wir wollten wissen, ob sich Männer, die so sehr an der ihnen auferlegten Rolle hängen, von sich selbst entfremdet haben.

„Meiner Meinung nach deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass viele Männer – vor allem jüngere – nicht mit sich selbst im Reinen sind und ihre wahren Gefühle nicht mitteilen können. Stattdessen verlassen sie sich auf äußere Rollen, die ihnen ihr Verhalten vorschreiben“, antwortet Sarah Melancon.

Männer haben meist eine schlechtere Selbstwahrnehmung als Frauen

„Interessanterweise fühlen sich Frauen eher zu Themen, die die Psyche betreffen, Spiritualität sowie zu körperlich-geistigen Praktiken wie Yoga oder Meditation hingezogen. All diese Themenfelder helfen zur Selbsterkenntnis und einer besseren Selbstwahrnehmung, woran es Männern möglicherweise mangelt“, erklärt die Sexual- und Beziehungsexpertin.

Ihrer Meinung nach sollte man untersuchen, ob Eigenschaften wie Achtsamkeit, Interozeption (die Wahrnehmung innerer Körperempfindungen) und emotionale Intelligenz Einfluss darauf haben, ob Männer und Frauen sich auf ungewollte sexuelle Aktivitäten einlassen. Spannend wäre auch herauszufinden, wie diese Eigenschaften mit Geschlechterrollenvorstellungen interagieren.

Einige Männer initiieren Sex, den sie gar nicht wollen

Die Sexologin verweist auf eine Forschungsarbeit aus dem Jahr 2009, die unterstreicht, dass Männer, die an männlichen Sexualitätsstereotypen festhalten, sich von sich selbst entfernt haben. Die Studienergebnisse zeigen nämlich, dass Männer dazu neigen, auch dann Sex zu initiieren, wenn sie wahrnehmen, dass die Partnerin eigentlich keine Lust hat.

„Das bedeutet, dass einige Männer tatsächlich Sex initiieren, den sie gar nicht wollen! Ich glaube, die meisten Frauen wären überrascht – und ich wäre sehr neugierig – wie oft es vorkommt, dass keiner der beiden Partner den Sex wirklich will und beide denken, sie tun es dem anderen zuliebe!“, äußert Melancon.

Wie können sich Männer vom Druck, immer Lust auf Sex zu haben, lösen?

Wir wollten wissen, was Männer aktiv tun können, um sich vom sexuellen Druck zu lösen. Sarah Melancon meint, dass es schwierig sein kann, auf seine innere Stimme zu hören, wenn starke gesellschaftliche Normen das Gegenteil vorschreiben.

„Männer haben im Allgemeinen ein geringeres emotionales Bewusstsein als Frauen und messen ihren Emotionen keine so hohe Bedeutung bei. Dies kann dazu führen, dass Männer ihre eigenen Gefühle in Bezug auf potenziellen Sex untergraben und einfach tun, was “erwartet” wird“, führt die Sexologin aus.

Zugang zur inneren Stimme in nicht-sexuellen Situationen finden

Melancon rät Männern, damit anzufangen, ihre innere Stimme in nicht-sexuellen Situationen wahrzunehmen. Zum Beispiel bei der Arbeit, mit Freunden oder der Familie.

In solchen Situation solle man sich bewusst machen, wie sich die innere Stimme bemerkbar macht und ob man sie ignoriert. Dabei sei es wichtig, auf die Konsequenzen zu achten, die sich ergeben, wenn man nicht zuhört. Ob konkret oder emotional – beide Aspekte sind Melancon zufolge wichtig.

„Es ist viel einfacher, neue Fähigkeiten außerhalb des Schlafzimmers zu üben und langsam in sein Sexualleben zu integrieren“, glaubt die Sexologin.

Sie empfiehlt Männern, sich darin zu üben, innezuhalten und sich zu fragen, was sie wirklich tun wollen. Nach und nach könne man sich so angewöhnen, sich seinen wirklichen Bedürfnissen entsprechend zu verhalten.

Wie können Frauen dazu beitragen, dass auf Männern weniger sexueller Druck lastet?

Melancon führt weiter aus, dass nicht nur das Festhalten an traditionellen Geschlechterrollenvorstellungen und männlichen Sexualitätsstereotypen dazu führt, dass Männer sich auf ungewollten Sex einlassen. Laut der Sexologin tragen auch Frauen einen gewissen Teil dazu bei.

„Indem viele Frauen davon ausgehen, dass Männer immer zum Sex bereit sind, begünstigen sie Situationen, in welchen der Partner sich auf ungewollten Sex einlässt“, erklärt sie.

Eine Erektion ist nicht gleichbedeutend mit Lust

Die Expertin betont, dass es wichtig ist, sich bewusst zu machen, dass Erektionen nicht gleichbedeutend mit Lust oder Bereitschaft zum Sex sind. Bei der Unbeholfenheit, die die meisten von uns empfinden, wenn es darum geht, über Sex zu sprechen, könne es sich einfacher anfühlen, ein körperliches Zeichen als Signal für “Ja” zu nehmen.

„So wie viele Feministinnen zu Recht argumentieren, dass vaginale Lubrikation nicht gleichbedeutend mit Verlangen, Zustimmung oder einem “Ja” ist, müssen die gleichen Grenzen auch für die Sexualität von Männern gelten“, meint Melancon.

Ein ehrliches Gespräch kann helfen

Für Paare könne es hilfreich sein, über einvernehmlichen, aber eigentlich ungewollten Sex zu sprechen. Und zwar außerhalb des Schlafzimmers. „Männer sind sich oft nicht bewusst, dass ihre Partnerinnen nachgiebig sind. Die Frauen umgekehrt allerdings auch nicht. Ein ehrliches Gespräch kann sehr hilfreich sein“, merkt die Beziehungsexpertin an.

So könne man darüber sprechen, aus welchen Gründen man sich auf Sex einlässt, den man eigentlich nicht möchte. Wichtig sei auch zu besprechen, wie man die Situation am liebsten handhaben möchte.

Melancon empfiehlt außerdem, sich Gedanken darüber zu machen, wie man einander schonend mitteilen kann, dass man kein Interesse hat. Wichtig sei auch, die Ehrlichkeit des Partners bzw. der Partnerin in dieser Situation zu schätzen (auch wenn die Abweisung weh tut).

Kommunikation = Der Schlüssel für Sex, der Intimität schafft

Abschließend hält die Sexologin fest, dass Sex (im Idealfall) ein Akt der Intimität ist. „Lässt man sich auf eigentlich ungewollten Sex ein, kann dies das Gefühl von Nähe, Ehrlichkeit, Vergnügen und sexueller Befriedigung beeinträchtigen“, warnt Melancon.

Forschungsergebnisse der University of Maine at Augusta in den USA, die darauf hindeuten, dass willfähriger Sex die psychische Gesundheit belasten kann, machen zusätzlich deutlich, wie wichtig es ist, offen über einvernehmlichen, aber ungewollten Sex in einer Partnerschaft zu sprechen.

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