Wie geht man mit sexueller Frustration richtig um? (Als Single und in Beziehungen)

Hilfreiche Tipps und Tricks, um an einer Flaute im Bett nicht zu verzweifeln

Aktualisiert am

Recherchiert und verfasst von

Sexuelle-Frustration
Sexuelle-Frustration
Inhaltsverzeichnis anzeigen

Im Rahmen einer Umfrage aus dem Jahre 2017, an welcher über 1000 Deutsche teilnahmen, erklärten nur 16 % der befragten Männer und Frauen, dass sie mit ihrem Sexleben vollkommen zufrieden sind.

49 % sagten dahingegen, dass sie eher unzufrieden sind, 25 %, dass sie weniger zufrieden sind, und 10 % sagten sogar, dass sie überhaupt nicht zufrieden sind.

Diese Unzufriedenheit kann sich schnell in sexuelle Frustration umwandeln und somit zahlreiche negative Gefühle auslösen. Doch glücklicherweise gibt es einige Maßnahmen, mit welchen Du sexueller Frustration entgegenwirken kannst. Diese stellen wir Dir in diesem Artikel vor.

Was bedeutet sexuelle Frustration?

“Ich bin sexuell total frustriert!” – diesen Satz hast Du sicherlich schon einmal von einem Freund oder einer Freundin gehört; oder hast Du ihn vielleicht selbst schon mal ausgesprochen? Gemeint ist hiermit oftmals, dass eine Person zurzeit gar keinen Sex hat, sich aber sehnlichst welchen wünscht. Der Ausruf kann sich aber auch darauf beziehen, dass die jeweilige Person zwar Geschlechtsverkehr hat, dieser jedoch alles andere als befriedigend ist.

Diese Abweichung des Istzustands vom gewünschten sexuellen Feuerwerk manifestiert sich beispielsweise in Gefühlen wie Ärger, Wut, Enttäuschung, Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit, Hilflosigkeit oder Unruhe. Sexuelle Frustration kann sogar Stress, Depressionen oder Ängste hervorrufen. Auch das Selbstbewusstsein kann sehr unter fehlendem oder unbefriedigendem Sex leiden, denn womöglich denkst Du, Du seist nicht gut oder attraktiv genug und hast deshalb keinen Geschlechtsverkehr.

Auch die Gründe für sexuelle Frustration sind vielfältig und umfassen gesellschaftliche sowie persönliche, psychische sowie physische, kulturelle sowie religiöse Einflüsse. Letztlich ist es sogar möglich, dass eine Person nur denkt, sie sei sexuell frustriert, obwohl eigentlich andere Gründe wie Stress im Job oder eine unglückliche Beziehung dahinterstecken.

Hier eine nicht abschließende Liste von möglichen Gründen für sexuelle Frustration:

  • Du findest einfach keinen passenden Partner/keine passende Partnerin und hast deshalb zwangsweise keinen Sex
  • Du hast zwar einen Partner/eine Partnerin, aber der Sex mit ihm/ihr ist sehr unbefriedigend
  • Der Sex mit Deinem Partner/Deiner Partnerin ist nur wenig abwechslungsreich; Ihr habt zum Beispiel immer nur Blümchensex in der Missionarsstellung
  • Du (oder Dein Partner/Deine Partnerin) bist seit einiger Zeit richtig lustlos, immer müde und erschöpft
  • Du kannst beim Sex nicht zum Orgasmus kommen, beispielsweise weil Du nicht abschalten kannst
  • Dein Partner/Deine Partnerin kommt oft zu früh, sodass Du selbst nie einen Höhepunkt erreichst
  • Du hast sexuelle Fantasien, die Du allein oder mit Deinem jetzigen Partner/Deiner jetzigen Partnerin nicht ausleben kannst
  • Du hast einen bestimmten Fetisch, welchen Dein Partner/Deine Partnerin nicht akzeptiert
  • Du hast Erektionsstörungen oder bist sogar impotent
  • Du empfindest Sex aufgrund Deiner Erziehung als etwas Schamhaftes und kannst Dich daher beim Geschlechtsverkehr nicht fallenlassen
  • Du bist nur schwer erregbar
  • Du hast Deine sexuelle Orientierung noch nicht richtig gefunden oder Dir wird etwa von Deinen Eltern aufgezwungen, heterosexuell zu sein, obwohl Du eigentlich homosexuell bist
  • Du bist Dir unsicher, welche Geschlechtsidentität zu Dir passt, bist also beispielsweise als Junge geboren, fühlst Dich aber eigentlich weiblich (Transgender)
  • Die Frustration in Bezug auf Deinen Job oder Dein Leben im Allgemeinen überträgt sich auch auf Dein Sexleben

Was sind versteckte Anzeichen für sexuelle Frustration?

Es gibt also sehr viele Gründe, warum eine Person sexuell frustriert sein könnte. Manchmal ist sich diese Person jedoch gar nicht bewusst, dass sie sich schlecht fühlt, weil im Bett nichts läuft. Einige Verhaltensweisen sind jedoch typisch für sexuelle Frustration, egal ob Du gerade Single oder in einer Beziehung bist.

Ist dies über einen längeren Zeitraum der Fall und/oder wird Dein Verhalten immer intensiver, dann besteht Handlungsbedarf, denn “es ist sehr wichtig, dass Du richtig mit sexueller Frustration umgehst, da sich sonst etwas entwickeln könnte, was Deine Beziehung in Gefahr bringt”, erklärt Anna von Joyanima.

Und auch Singles sollten ihren negativen Verhaltensweisen auf den Zahn fühlen, da sich ansonsten Gefühle wie Hoffnungslosigkeit oder Ärger manifestieren, wodurch sogar eine handfeste Depression entstehen kann.

Lies Dir daher folgende Liste durch und prüfe, ob auch Du das ein oder andere Anzeichen von sexueller Frustration bei Dir entdeckst:

Wenn Du Single bist

  • Du kompensierst Deine sexuelle Frustration mit anderen Genüssen wie Drogen, Alkohol oder Essen – Sobald Du merkst, dass Du Deine Frustration mit Genussmitteln wie Süßigkeiten, Zigaretten, Wein oder sogar Drogen kompensierst, ist höchste Vorsicht geboten. Diese Dinge können Deinem Körper sehr schaden. Suche am besten einen Arzt/eine Ärztin oder eine Suchthilfe-Einrichtung auf, um diesen Genüssen nicht weiter zu verfallen.
  • Du erzwingst Dates oder drängst Dich anderen auf – Keinen Partner/Keine Partnerin zum gemeinsamen Lachen, Kuscheln oder Matratzensport zu haben, obwohl Du ihn/sie Dir so sehr ersehnst, kann wirklich frustrierend sein. Jeder Mensch wird dafür vollstes Verständnis haben. Trotzdem solltest Du Dich nicht dem/der Erstbesten an den Hals werfen oder gar Dates mit Männern/Frauen erzwingen, die Du eigentlich gar nicht attraktiv findest. Wenn Du merkst, dass Du andere Menschen bedrängst, dann hat Deine Frustration bereits ein hohes Level erreicht.
  • Du befriedigst Dich häufiger selbstMasturbation ist etwas sehr Schönes und gehört einfach dazu, wenn man Single ist. Doch wenn Du es Dir sehr oft selbst besorgst, dann könnte das ein Anzeichen dafür sein, dass Dir der Sex mit einem echten Menschen sehr fehlt. Dann solltest Du lieber die Hand aus der Hose nehmen und nach menschlichen Alternativen suchen.
  • Du schaust viele Pornos – Es ist natürlich vollkommen in Ordnung, sich den ein oder anderen Porno anzuschauen, gerade als Single. Wenn Du Dich jedoch dabei ertappst, dass Du regelmäßig Sexclips schaust und gar nicht mehr ohne kannst, dann solltest Du hellhörig werden. Durch zu viel Pornografie kannst Du nämlich schnell abstumpfen, was dazu führt, dass Dir Sex mit einer realen Person nicht mehr genügt.
  • Du hast ständig unbefriedigenden Gelegenheitssex – Single zu sein, bedeutet nicht automatisch, dass Du gar keinen Sex hast. Natürlich gibt es die Möglichkeit eines One-Night-Stands oder einer Affäre. Dies kann eine gute Zwischenlösung sein. Allerdings solltest Du Dich davor hüten, fremde Männer oder Frauen allein aus sexueller Frustration abzuschleppen und mit ihnen unbedeutenden und unbefriedigenden Sex zu haben. Dies wird Deine sexuelle Frustration nur noch verstärken.
  • Du wirst schnell wütend und lässt Deinen Ärger an anderen aus – Merkst Du, dass Du häufig auf 180 bist und Deine Mitmenschen am liebsten ständig zur Schnecke machen würdest? Wenn große Wut in Dir schlummert, dann kann dies auf sexuelle Frustration zurückzuführen sein. Auch hierbei solltest Du Gegenmaßnahmen einleiten, da Wut und Ärger, wenn sie sich gegen andere Personen richten, schnell gute Freundschaften zerstören können. Zudem sind derartige Gefühle auch für Dein eigenes Seelenheil sehr kontraproduktiv.
  • Du fantasierst über Sex/Deine Gedanken schweifen häufig ab – Denkst Du auch während der Arbeit, im Hörsaal oder bei einem Treffen mit Freunden stets an Sex? Hängst Du diesen erotischen Fantasien zu den ungünstigsten Zeiten nach und kannst Dich daher nicht auf wichtige Aufgaben konzentrieren? Auch dies ist ein Anzeichen sexueller Frustration.

Wenn Du in einer Beziehung bist

  • Du zweifelst immer häufiger an Deiner Beziehung – Soll ich mich trennen? Macht diese Beziehung eigentlich noch Sinn? Wenn Du Dir diese oder ähnliche Fragen in letzter Zeit sehr häufig stellst, dann liegt etwas im Argen. Höre in Dich hinein und frage Dich, ob es vielleicht daran liegt, dass Euer Sexleben komplett eingeschlafen ist.
  • Du siehst nur noch die Fehler Deines Partners/Deiner Partnerin; er/sie kann Dir nichts mehr recht machen – Er ist so ein Faulpelz. Sie nervt mit ihrer ständigen Fragerei. Er war auch schon mal fitter. Sie lässt ihre Klamotten überall herumliegen – Wenn Du nur noch negativ über Deinen Partner/Deine Partnerin denkst und aus dem Nörgeln gar nicht mehr herauskommst, dann könnte dies daran liegen, dass Du mit Eurer Beziehung unzufrieden bist. Vielleicht liegt dies ja daran, dass Du Dir im Bett mehr Action wünschst?!
  • Du brichst häufig einen Streit vom Zaun – Wenn Du von Deinem Gegenüber sowie Eurem Sexleben genervt bist, dann kann es dazu kommen, dass Du dies an Deinem Partner/Deiner Partnerin auslässt, indem Du vermeintlich aus dem Nichts einen Streit vom Zaun brichst. Frage Dich dann, warum Du wirklich wütend bist und ziehe Konsequenzen. Ständige Streitereien, die für Dein Gegenüber aus heiterem Himmel kommen, sind Gift für jede Beziehung.
  • Du interessierst Dich übermäßig für das Sexleben Deiner FreundInnen – Früher war es Dir eigentlich egal, wie viele Sexpartner Deine beste Freundin schon hatte, mit wem sie gerade sexted oder dass Dein guter Freund auf Bondage steht. Jetzt spitzt Du die Ohren, wenn sie von ihren Bettabenteuern erzählen und Du bist sogar ein wenig eifersüchtig auf ihr aufregendes Sexleben.
  • Du hältst nach anderen Männern/Frauen Ausschau – Wenn Du plötzlich die Muskeln Deines Arbeitskollegen oder die Brüste Deiner Chefin zum Anbeißen findest und Du auch sonst immer wieder anderen Männern bzw. Frauen hinterherschaust, dann scheint Dich Dein Partner/Deine Partnerin nicht mehr richtig anzumachen. Schaue dann, ob dies auf fehlenden oder unbefriedigenden Sex zurückzuführen ist.
  • Du willst die Beziehung abbrechen oder hast sogar bereits Schluss gemacht – Dies ist natürlich kein verstecktes, sondern ein handfestes Warnzeichen, dass mit Eurer Beziehung etwas nicht stimmt(e). Hinterfrage, ob es an mangelndem Sex liegt und gib in diesem Falle noch nicht gleich auf. Denn erstens gibt es zwischen zwei Menschen mehr als nur Orgasmen, Blowjobs oder Analsex. Zweitens stehen viele Mittel und Wege zur Verfügung, um die Flaute im Bett in einen Orkan der Leidenschaft zu verwandeln. Falls Du Deinen Partner/Deine Partnerin also immer noch liebst, dann versuche zunächst, Schwung in Euer Liebesleben zu bringen, bevor Du die Beziehung beendest.

Wie soll ich mit sexueller Frustration umgehen?

Da es so viele Gründe für sexuelle Frustration gibt, existiert natürlich kein Patentrezept dafür, wie man am besten damit umgeht. Wir haben trotzdem einige Tipps gesammelt, welche Dir hoffentlich aus Deiner erotischen Krise helfen werden.

– Als Single –

Verwöhne Dich mit den schönen Dingen des Lebens

Ein heißes Schaumbad, ein Wohlfühltag im Spa, Deine Lieblingsmusik, leckeres Essen – es gibt so viele Dinge, die Dir abseits von Sex guttun und die Dich glücklich machen können. Versuche also, Dich selbst zu verwöhnen und beginne so, zu spüren, dass Du keine andere Person brauchst, um ein erfülltes Leben zu leben.

Lege selbst ein wenig Hand an

Es ist nur allzu menschlich, sexuelle Bedürfnisse zu haben und wenn gerade niemand da ist, um diese zu erfüllen, selbst Hand anzulegen.

Wenn Dir Deine Finger nicht genügen oder Du beim Liebesspiel mit Dir selbst etwas Abwechslung benötigst, dann nutze doch einfach Sextoys, um noch effektiver zum Höhepunkt zu kommen. Du kannst Dir sogar solche Toys zulegen, die den Geschlechtsverkehr mit einem anderen Menschen in gewisser Weise simulieren. Druckwellenvibratoren verwöhnen Deine Klitoris beispielsweise wie bei einem Cunnilingus. Mit einem Dildo erzeugst Du das Gefühl, als würde ein harter Penis Dich penetrieren. Männer können dahingegen etwa auf Taschenmuschis zurückgreifen.

Mache Sport

Wenn Du es schon mit niemandem im Bett treiben kannst, dann treibe wenigstens Sport! Yoga, Schwimmen, Tanzen, Basketball, Joggen – Alles ist besser, als frustriert daheim zu sitzen, fernzusehen und Chips zu essen. Ganz nebenbei stählst Du durch sportliche Aktivitäten noch Deinen Körper, sodass die Chancen, demnächst einen geeigneten Sexpartner/eine geeignete Sexpartnerin zu finden, immens steigen.

Triff Dich mit Familie und Freunden

Ein perfektes Ablenkungsmanöver stellt auch ein Treffen mit Deiner Familie oder guten Freunden dar. Bei ihnen kannst Du Dich ein wenig ausheulen und neue Kraft tanken. Eine ausgelassene Shoppingtour mit Deiner besten Freundin, ein Tag im Vergnügungspark mit Deinen Geschwistern oder ein Kinoabend mit einem guten Freund werden Dich sicherlich auf andere Gedanken bringen.

Starte ein neues Projekt

Wusstest Du, dass sich im Jahre 2019 39,7 % aller Deutschen ab 14 Jahren ehrenamtlich engagierten?

Vielleicht wäre ein ehrenamtliches Engagement in Deiner jetzigen Situation genau das Richtige für Dich. Denn dadurch, dass Du beispielsweise Kinder beim Lernen unterstützt, Tiere in Not rettest oder bei “der Tafel” aushilfst, lenkst Du Dich von Deiner Sexlosigkeit ab, fokussierst Dich auf andere Themen, lernst, dankbar zu sein, und tust außerdem noch Gutes.

Lasse Dich auf “Friends with Benefits” ein

Vielleicht hast Du ja im Bekanntenkreis einen Freund/eine Freundin, dem/der es ähnlich geht wie Dir. Tut Euch doch einfach zusammen und versucht das Modell “Friends with Benefits”. Hierbei geht Ihr keine Liebesbeziehung ein und es gibt keinerlei Verpflichtungen, dafür jedoch jede Menge unverfänglichen Sex.

Andererseits besteht bei diesem Modell die “Gefahr”, dass Gefühle entstehen. Dies ist wiederum problematisch, wenn der andere Part tatsächlich nur eine Bettgeschichte will. Aus “Friends with Benefits” können also schnell komplizierte Verstrickungen entstehen.

Erwäge es, in den Swingerclub oder zu einer Prostituierten zu gehen bzw. einen Callboy zu engagieren

Wenn alle anderen Tipps nicht helfen und Dein Verlangen nach Sex einfach übermenschlich stark ist, dann hilft nur noch eines: Sex! Wenn Du diesen auf einfachem Wege nicht bekommen kannst, dann steht zumindest die Überlegung im Raum, hierfür zu bezahlen. Eine verführerische Prostituierte bzw. ein attraktiver Callboy wird sich Deiner sicherlich gerne annehmen. Du solltest nur wissen, dass es hierbei wirklich ausschließlich um Sex geht und nicht um Liebe. Lasse Puff-Besuche zudem nicht zur Gewohnheit werden, da ansonsten die Gefahr besteht, dass Du den Anschluss im realen Leben verlierst.

Eine etwas abgeschwächtere Version dieses Tipps ist zudem ein Besuch im Swingerclub. In vielen dieser Etablissements sind auch Singles willkommen, dies gilt vor allem dann, wenn Du weiblich bist.

Frauen werden in Swingerclubs kaum ein Problem haben, willige Sexpartner zu finden. Als Mann musst Du Dich schon ein wenig mehr anstrengen. Es ist jedoch keinesfalls unmöglich, eine nette Dame für gewisse Stunden zu entdecken. Jedenfalls kannst Du anderen Paaren beim Sex zuschauen, was Dir vielleicht schon genügt.

– In einer Partnerschaft –

Rede mit Deinem Partner/Deiner Partnerin

Dieser Tipp ist zwar sehr offensichtlich, wird jedoch oftmals übersehen. Denn häufig ist die Hemmschwelle, mit dem/der Liebsten über Sex und die eigenen Bedürfnisse zu sprechen, sehr hoch, sodass beide Partner lieber schweigen.

Eine gute Kommunikation ist jedoch das A und O jeder Beziehung. Denn woher soll Dein Schatz wissen, dass Du Dir mehr Sex wünscht, dass Du einen Fußfetisch hast, dass Du auf Analsex stehst oder dass Dir Euer Sex zu langweilig ist, wenn Du es ihm/ihr nicht sagst?

Führt also ein offenes Gespräch und schaut, ob Ihr auf einen gemeinsamen Nenner kommt.

Verstehe die Unterschiede der Geschlechter

“Wir wissen ja, Männer und Frauen sind verschieden”, schmunzelt Gynäkologin Dr. med. Sheila de Liz. “Männer funktionieren mit ihrer Sexualität ein bisschen so, wie ein Gasherd. Du machst ihn an (tchick, tchick, tchick – Pusch!) und dann hast Du eine Flamme. Der Mann ist so weit. Wir Frauen funktionieren da aber eher wie Backöfen. Wir brauchen so ein Vorheizen, Vorlaufzeit, und es braucht ein bisschen, bis wir unsere Betriebstemperatur erreicht haben.”

Dies bedeute, so die erfahrene Ärztin, dass Männer von sich aus Lust auf Sex haben und dass diese Lust auch dann noch anhält, wenn Störfaktoren wie etwa Stress auf der Arbeit dazwischenkommen. Frauen hätten dahingegen eher eine “reaktive Lust auf Sex”. Dies heiße wiederum, dass sie häufig nicht von sich aus Lust auf Sex haben. Wenn sie dann aber von ihrem Liebsten angemacht werden, springt der Funke doch über und sie haben gegen eine heiße Nummer nichts einzuwenden.

Dies ist nur ein Beispiel, welches Dir verdeutlichen soll, dass Männer und Frauen, aber auch einfach Menschen im Allgemeinen, verschieden ticken. Jeder hat seine eigenen Bedürfnisse und Vorlieben. Es gilt in einer Beziehung, diese herauszufinden und in Einklang zu bringen.

Wenn Du als Mann also beispielsweise weißt, dass es für Deine Partnerin sehr schwer ist, den ersten Schritt in Sachen Sex zu machen, dann übernimm Du doch die Initiative, anstatt Dich genervt abzuwenden, weil sie vermeintlich keinen Sex will. Vielleicht ist für Dein Gegenüber Sex einfach etwas, was er/sie mit Scham in Verbindung bringt. Versuche, ihm/ihr diese Scham zu nehmen, dann klappt’s sicherlich auch mit dem Sex.

Erregungsabbremssysteme durchschauen

Dr. med. Sheila de Liz gibt in oben verlinktem Video noch einen weiteren heißen Tipp, um zu durchschauen, warum uns manchmal oder sogar immer die Lust auf Sex fehlt: “Wir haben ein Erregungssuchsystem und ein Erregungsabbremssystem.” Laut der Medizinerin suche unser System also einerseits stetig nach sexuellen Reizen, lasse sich jedoch durch Dinge wie Stress, Ärger, Scham etc. auch leicht wieder ausbremsen.

“Wenn also dein Problem ist, dass du keine Lust hast auf Sex, musst du dir die Zeit nehmen und versuchen, zu analysieren, was macht mich an und was bremst mich ab. Und dann muss man sich an die Dinge ranmachen, die einen abbremsen.”

Versuche also herauszufinden, warum Dein Gegenüber derzeit keine Lust auf Sex hat. Liegt es am Stress auf der Arbeit oder mit den Kindern, geht es darum, dass Sex in seiner/ihrer Familie immer als etwas Anrüchiges behandelt wurde oder steckt die Angst dahinter, dass Du etwas verlangen könntest, was er/sie nicht bereit ist zu tun (stehst Du also etwa auf Analsex, Dein Schatz findet diese Art des Geschlechtsverkehrs jedoch wenig erregend).

Sind die Erregungsabbremssysteme bekannt, dann könnt Ihr Euch daran machen, sie abzuschalten. Sucht Euch beispielsweise einen Babysitter, reduziert die Arbeitsstunden oder macht im Bett nur das, was beiden sehr gut gefällt.

Lasse Dich von einem Arzt/einer Ärztin durchchecken

Unlust und/oder Frustration kann auch ein Anzeichen für eine psychische oder physische Erkrankung sein. In diesem Falle solltest Du Dich bzw. Dein Partner/Deine Partnerin sich von einem Arzt/einer Ärztin durchchecken lassen.

Krankheiten/Umstände, die mit sexueller Frustration bzw. Unlust in Verbindung stehen können:

  • Erektile Dysfunktion
  • Übergewicht
  • Depressionen
  • Posttraumatische Belastungsstörungen
  • Angststörungen
  • Krebs
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Sexuell übertragbare Krankheiten wie HIV, Herpes oder Chlamydien
  • Schwangerschaft/Entbindung
  • Wechseljahre

Probiert neue Dinge aus

Wenn im Bett immer nur der gleiche Einheitsbrei passiert, ist es klar, dass früher oder später Langeweile und Frustration aufkommt. Dabei gibt es so viele Dinge, die Ihr ausprobieren könnt.

Schafft Euch beispielsweise einige Sextoys an und experimentiert damit. Dildos, Vibratoren, Analplugs und Co. sind nicht teuer, dafür aber häufig sehr effektiv. Ihr könnt außerdem neue Stellungen ausprobieren, Euch eine dritte Person ins Boot holen, Euer Sexleben durch Rollenspiele aufpeppen oder es an verschiedenen Orten treiben.

Nutzt Eure Energie also, um wieder Leben unter Eure Bettdecke zu bringen, anstatt frustriert und schmollend nebeneinander auf dem Sofa zu sitzen.

Besucht einen Swingerclub

Es gibt zwar viele Vorurteile gegen Swingerclubs, doch die Etablissements haben auch zahlreiche Vorteile: Ihr könnt Euch dort gemeinsam einen schönen erotischen Abend machen, in einem geschützten Raum leidenschaftlichen Sex haben, Euch mit Gleichgesinnten austauschen und mit anderen Pärchen neue Stellungen und Techniken ausprobieren.

Wenn es bei Euch im Bett also nicht mehr läuft, dann werft doch alle Vorurteile über Bord und versucht es mit einem Besuch im Swingerclub.

Ändere Dein Mindset

Frage Dich doch mal, ob eine gute Beziehung nicht auch noch aus anderen Dingen besteht als aus Sex. Vielleicht hat Dein Partner/Deine Partnerin gerade viel Stress, sodass die Sexflaute nur temporärer Natur ist. Wäre es nun nicht eher angebracht, Deine Liebste/Deinen Liebsten zu unterstützen, anstatt auf Dein Recht auf Sex zu pochen?

Natürlich sind auch Deine Bedürfnisse wichtig, aber vielleicht kannst Du Deinen Fokus ändern und Dich nicht allzu sehr darauf versteifen, dass Du unbedingt (so und so oft) Sex haben musst. So nimmst Du die Spannung aus der Situation und fühlst Dich nicht mehr allzu frustriert.

Ziehe die Reißleine

Wenn die Sexflaute jedoch sehr lang anhält, Dein Partner/Deine Partnerin keine Veränderungen vornehmen will und auch für Gespräche nicht offen ist und Du nicht weiter auf Sex verzichten willst, dann hilft nur noch eine Beendigung der Beziehung.

Lasse Deine sexuelle Frustration nicht zum Dauerzustand werden, da sich dies negativ auf Deine Psyche, Deinen Körper und Dein Leben im Allgemeinen auswirkt. Führe lieber ein sauberes Gespräch, warum Du so nicht mehr weitermachen möchtest, und suche Dir einen Partner/eine Partnerin, der/die Sex genauso sehr genießt wie Du.

Fazit – Sexuelle Frustration muss kein Dauerzustand sein

Sexuelle Frustration kann jeden von uns treffen: Mal sind wir Dauersingle, mal herrscht eine Sexflaute in der Partnerschaft, mal steht der Partner/die Partnerin nicht auf die eigenen Vorlieben. Dies ist jedoch kein Grund, den Kopf hängenzulassen. Es gibt viele Möglichkeiten, sexueller Frustration zu begegnen. Wer weiß, vielleicht steht Dein nächstes heißes Sexabenteuer schon vor der Tür?!

War der Artikel hilfreich?

Weiter zur Quelle