Die Prostata: P-Punkt mit einem besonderen Reiz und wichtigen Aufgaben

Und wie du am besten vorgehst, um die Prostata zu stimulieren

Die Prostata mit besonderen Aufgaben und Reizen
In diesem Artikel

Ein Großteil der Männerwelt dürfte sich bewusst sein, dass sie selbst eine Prostata haben – die gern auch einfach als „Vorsteherdrüse“ bezeichnet wird. Die kleine Drüse, die im Alter meist langsam anschwillt und größer wird, lässt sich nicht nur stimulieren, sie ist auch aus gesundheitlichen Aspekten wichtig: weil sie beispielsweise die Samenflüssigkeit- und Testosteronproduktion steuert. Im nachfolgenden Artikel erfährst du, warum Männern viel an ihrer Prostatagesundheit liegen sollte und warum sich der Reiz, der bei einer Prostatamassage ausgelöst wird, so unvergleichbar anfühlt.

Die Anatomie der Prostata

Die Anatomie der Prostata

Die Prostata wird zu den inneren Geschlechtsorganen gezählt, dazu gehören unter anderem noch:

  • Hoden und Nebenhoden
  • Samenleiter
  • Samenblasen
  • Drüsen in der Umgebung der Harnröhre

Die inneren Geschlechtsorgane sind, wie der Name bereits vermuten lässt, das Gegenstück zu ihrem äußeren Konterfei, dazu zählen dann das Glied, der Hodensack und die Harnröhre. Eine gesunde Prostata bringt etwa 20 g auf die Waage und besitzt die Größe einer herkömmlichen Kastanie.

Anatomisch befindet sie sich zwischen der Harnblase und dem Beckenboden. Aus diesem Grund ist sie auch nur anal, über das Rektum, erreichbar. Sie besteht aus Muskelfasern, Bindegewebe und viele Drüsen. Letztere lassen sich in innere und äußere Drüsen unterteilen. Die Nähe zur Harnblase ist auch der Grund dafür, warum Männer im gehobenen Alter häufiger wasserlassen müssen. Schwillt die Prostata an, nimmt also mehr Fläche ein, drückt sie auf die Harnblase. Das löst einerseits einen vorgezogenen Drang zu urinieren aus, andererseits kann sich die Harnblase dadurch insgesamt schlechter entleeren.

In der Medizin wird die Prostata in fünf Zonen unterteilt:

  • vordere Zone
  • Übergangszone
  • zentrale Zone
  • periphere Zone
  • Umgebung der Harnröhre

Die periphere Zone ist nicht nur der größte Teil der Vorsteherdrüse, sondern auch der Bereich, wo vermehrt Prostatakrebs entstehen kann. Das Karzinom ist mittlerweile die häufigste Krebserkrankung in der Männerwelt und wird auch hierzulande intensiv erforscht, beispielsweise durch das Klinikum der Uni Heidelberg.

Aktuellen Erhebungen nach nimmt die Häufigkeit von Prostatakrebs seit mehr als drei Jahrzehnten zu, unter den Krebserkrankungen bei Männern ist sie mit 25 % der traurige Spitzenreiter, wie die deutsche Krebsgesellschaft ermittelt. Die Wahrscheinlichkeit, an Prostatakrebs zu erkranken, steigert sich ab dem 50. Lebensalter rapide, zuvor tritt das Karzinom noch eher selten auf. Besonders häufig treten Neuerkrankungen ab einem Lebensalter von 70 auf. Die Sterblichkeit ist im direkten Vergleich zu anderen Krebserkrankungen aber gering. Wie die Krebsgesellschaft ebenfalls berichtet, stirbt nach aktuellen statistischen Erhebungen lediglich einer von sechs diagnostizierten Männern.

Vorsorge: Im Alter solltest du deiner Prostata besondere Beachtung schenken!

Im Interesse deiner eigenen Gesundheit, solltest du deine Prostata spätestens ab dem 50. Lebensjahr regelmäßig präventiv untersuchen lassen. Früh diagnostizierte Karzinome lassen sich in der Regel sehr gut behandeln. So tust du nicht nur etwas Gutes für deine Allgemeingesundheit und ein langes Leben, sondern sorgst dich auch angemessen um diesen ganz besonderen, männlichen G-Punkt.

Welche Aufgaben meistert deine Prostata?

Die Vorsteherdrüse existiert natürlich nicht grundlos. Tatsächlich ist sie für unser aller Fortbestehen absolut notwendig, denn sie ist an der Spermabildung während der Ejakulation beteiligt und trägt damit ihren Teil zur Fortpflanzung bei. Außerdem reguliert sie den männlichen Hormonstoffwechsel. Die Sekretbildung, die für das Ejakulat notwendig ist, beginnt die Prostata erst im Alter der Pubertät – vorher existiert sie anatomisch zwar, befindet sich aber noch im „Tiefschlaf“.

Anders als häufig angenommen, ist die Prostata aber nicht in direkter Art und Weise für die Erektion des männlichen Gliedes verantwortlich. Tritt eine erektile Dysfunktion auf, liegt das bei der überwiegenden Zahl der Fälle nicht an der Prostata, wobei Erkrankungen an dieser zumindest anteilig beteiligt sein könnten.

Der ganz besondere Reiz: Stimulation der Prostata

Prostata Stimulator fuer P-Punkt Reizung

Deine Prostata ist ein wichtiger kleiner Bestandteil deines Körpers, der viele gesundheitliche Aufgaben erfüllt, genauso aber Probleme bereiten kann, wenn die einwandfreie Gesundheit der Vorsteherdrüse nicht mehr gegeben ist. Abseits dieser medizinischen Aspekte, ist die Prostata vor allem aber mit einem ganz besonderen Reiz verbunden. Nicht grundlos wird sie häufig als „P-Punkt“ des Mannes bezeichnet: in Anlehnung an den G-Punkt der Frau.

Das Organ ist hochsensibel und lässt sich schon durch eine leichte Berührung stimulieren. Die Prostatamassage ist vor allem aus der Tantra-Praktik bekannt, wird aber nicht mehr nur ausschließlich damit assoziiert. Paare oder auch Single-Männer müssen sich also nicht zwangsläufig dem Tantra verschrieben haben, um Gefallen daran zu finden, die eigene Prostata zu massieren und zu stimulieren.

Wie lässt sich der „P-Punkt-Reiz“ auslösen?

Die Prostata kannst du nur effektiv stimulieren, indem du sie physisch berührst. Der Weg führt also über den Anus beziehungsweise das Rektum. Das wiederum ist mit Sicherheit der häufigste Grund, warum viele Männer noch nie eine Prostatamassage erfahren haben oder davor zurückschrecken, sich den P-Punkt einmal selbst zu stimulieren. Die Prostata lässt sich sehr gut mit einem oder zwei Finger(n) massieren, du kannst dir aber auch das passende Sextoy als Unterstützung holen. Wenn dir ein professioneller Prostatavibrator lieber als die eigenen Finger oder die des Partners sind, dann solltest du dir in Ruhe unseren Kaufratgeber zu den besten Prostatavibratoren anschauen. Da stellen wir dir acht Modelle vor, darunter auch solche, die die Prostatastimulierung mit weiteren Sextoys kombinieren oder mit einigen speziellen Features aufwarten.

Die Prostata von außen stimulieren – geht das?

Tatsächlich ist eine Prostatamassage zumindest in eingeschränkter Form sogar von außen möglich. Natürlich kannst du sie dann nicht direkt berühren, dafür aber das umliegende Gewebe, was zumindest einen Teil der mechanischen Reize an die Prostata überträgt. Dafür massierst du dir den „Damm“ – das ist der Bereich zwischen Hoden und Anus. Aus diesem Grund verwenden viele Prostatavibratoren einen breiten Anker, der während der Prostatamassage auf den Damm drückt und ebenfalls vibriert.

Warum fühlt sich die Prostatamassage so besonders an?

Die Prostata ist ausgesprochen empfindlich – das kann jeder Mann bezeugen, der schon einmal eine Prostatauntersuchung bei einem Arzt hatte. Dafür werden heutzutage übrigens verschiedene Verfahren genutzt, sie findet nicht mehr nur über das reine Abtasten statt. Einen Überblick über alle gängigen Verfahren, wenn du noch mehr über die Gesundheit der Prostata wissen möchtest, erhältst du hier.

Aber woher nun dieser besondere Reiz? Das liegt daran, dass die Prostata die Informationen an die Harnleiter weitergibt. Mit „Informationen“ meinen wir in diesem Fall die mechanischen Reize, die bei der Prostatamassage auftreten – zum Beispiel indem sie ganz sanft und nur sehr leicht gedrückt oder massiert wird, aber auch indem beispielsweise ein Prostatavibrator gegen die kleine Vorsteherdrüse vibriert. Diese Reize sorgen dafür, dass die Harnleiter anfangen zu pulsieren. Solche Schwingungen gehen simultan einher mit einer Aktivierung der Muskeln, unter anderem vom Beckenboden und denen, die die Prostata umgeben. Das Ergebnis davon fühlt sich dem Orgasmus sehr ähnlich an – manche Männer empfinden einen „P-Punkt-Höhepunkt“ aber noch als weitaus intensiver. Wird die Prostata lange genug massiert, idealerweise während auch das Glied stimuliert wird, entsteht ein sehr intensiver Höhepunkt, der sich durch den ganzen Unterleib zieht.

Mit Plan und Achtsamkeit: Prostata-Stimulierung nicht überstürzen!

So unglaublich befriedigend und aufregend das Gefühl, sollten Männer (und ihre Partner) aber auch ein gesundes Maß an Achtsamkeit mitbringen. Die Prostata ist ein innenliegendes Organ, das normalerweise gut geschützt vor allen äußeren Einwirkungen sein Dasein fristet. Folglich ist es hochsensibel und sollte außerdem nie rabiat behandelt werden. Dazu kommt der Umstand, dass die Prostata im direkten Kontakt nur über das Rektum erreichbar ist – wo sich beispielsweise auch zwei Schließmuskel befinden, die auf gar keinen Fall verletzt werden dürfen.

Beachte deshalb, insbesondere vor der ersten (aber auch jeder weiteren) Prostatamassage, diese Hinweise:

  • Dein Schließmuskel hat eine wichtige Aufgabe: er verschließt das Rektum! Folglich wird er sich nicht „einfach so“ aus dem Weg machen, wenn du mit einem Sextoy oder der Hand in den Anus möchtest. Deshalb solltest du dich entspannen, vorsichtig vorgehen und dich langsam „Stück für Stück“ vorarbeiten. Auf gar keinen Fall sollten sich du oder dein Partner mit übermäßigem Druck und rabiat „Eintritt verschaffen“. Das tut weh und kann schlimmstenfalls den Schließmuskel verletzen.
  • Möchtest du einen Prostatavibrator benutzen, achte bitte darauf, dass du mit der Größe gut zurechtkommst. Einige Geräte sind aufblasbar, das ist aber eher etwas für fortgeschrittene Anwender. Benutze den Vibrator außerdem immer in Verbindung mit Gleitgel, damit er sich leichter einführen lässt. Wähle am Anfang eine geringe, sanfte Vibration!
  • Alles, was in den Anus geführt wird, gehört vorher (und nachher) gereinigt. Das gilt für Sextoys ebenso wie für einzelne Finger.
  • Sobald du das Ziel (die Prostata) erreicht hast, kannst du nun langsam anfangen sie zu massieren. Am Anfang am besten nur, indem du erst einmal vorsichtig dagegen drückst oder sie „streichelst“, später kannst du dann etwas stärker massieren. Du solltest sie aber nie rabiat quetschen!

Prostata-Stimulation mit dem Partner: Wie am besten vorgehen?

Viele Paare zeigen sich mittlerweile der Verwendung von Sextoys, wie beispielsweise einem Prostatavibrator, sehr offen gegenüber. Das belegt zum Beispiel eine im Jahr 2017 durchgeführte statistische Erhebung, bei der fast die Hälfte der befragten Frauen angab, Sextoys sowohl alleine als auch mit dem Partner zu verwenden.

Wenn dein Partner und du neue Abenteuer im Schlafzimmer suchen oder ihr einfach interessehalber eine Prostata-Stimulation ausprobieren wollt, solltet ihr das vorher natürlich ausgiebig besprechen. Einige Männer empfinden solch eine „P-Punkt-Massage“ als sehr angenehm und würden diese von ihrem Partner begrüßen, andere wiederum lieben zwar den Höhepunkt, möchten dieses Erlebnis aber nicht unbedingt mit dem Partner teilen. Letztlich begleitet viele Männer eine gewisse Sensibilität, wenn es um ihren Anus geht. Speziell Frauen sollten Männer deshalb nicht drängen, selbst wenn sie selbst gern einmal erfahren würden, wie der Partner auf solch eine Massage reagiert. Fühlt sich der Mann nicht wohl, weil er einfach keinen Fremdkörper in sein Rektum geführt bekommen möchte, wird auch der Schließmuskel blockieren – dann kann es schnell schmerzhaft werden!

Habt ihr das Thema besprochen und euch darauf geeinigt, es einmal auszuprobieren, sollte deine Partnerin einige Punkte beachten. So zum Beispiel, dass sich das Rektum sowie die Prostata gar nicht gut mit langen Fingernägeln vertragen. Es ist auch möglich, sich ein Kondom oder einen hautverträglichen Latexhandschuh überzuziehen – zum Beispiel, wenn deine Freundin nicht ohne in den Anus möchte oder wenn ihr Angst vor Infektionen habt.

Nun, wo die Vorbereitungen getroffen sind, geht ihr am besten wie folgt vor:

  1. Auf den Bauch oder die Seite legen und entspannen! Beide Positionen sind möglich, wenn du mindestens ein Bein leicht anziehst. Dadurch wird das Rektum „begradigt“, außerdem entspannt sich der Schließmuskel. In der Folge ist es einfacher, die Prostata zu erreichen.
  2. Sanft vorgehen und Gleitgel benutzen! Deine Partnerin sollte sehr sanft vorgehen, insbesondere beim Eindringen. Hilfreich ist eine kleine Menge Gleitgel auf dem Finger, damit sie besser am Schließmuskel vorbeikommt. Am besten massiert deine Partnerin vorher noch sanft deinen Anus, damit er sich entspannt und nicht krampft.
    Beim ersten Mal dringt sie am besten nur mit einem Finger ein, später können auch zwei Finger benutzt werden. Die Finger müssen ungefähr 5 bis 7 cm in den Enddarm und dann leicht nach oben gebogen werden, da die Prostata etwas nach oben hin versetzt lokalisiert ist.
  3. Sanft massieren! Die Prostata spürt deine Partnerin als eine leichte Wölbung. Möchte sie diese massieren, dann mit sanften Bewegungen hin zur Bauchdecke. Ab und an kann sie leichten Druck darauf ausüben. Am besten sprecht ihr währenddessen miteinander, damit du ihr auch sagen kannst, was du als angenehm empfindest und was vielleicht eher als schmerzhaft.

Was ist das „Prostata-Melken“?

Das „Melken“ hat seine Wurzeln im BDSM-Bereich. Gemeint ist damit, dass die Stimulation so intensiv ist und „fachmännisch“ vollzogen wird, dass teilweise mehrfach Samenflüssigkeit austritt, obwohl der Mann gar nicht zum Orgasmus kommt. Das liegt daran, dass die Prostatamassage den Druck von Samenblase und Prostata nimmt, du ejakulierst also, obwohl du gar keinen Höhepunkt hast. Folglich wird das „Melken“ gern genutzt, um den Höhepunkt zu verzögern und länger Spaß im Bett zu haben – trotzdem bleibt es aufgrund der notwendigen intensiven Massage eher eine Technik für Männer, die bereits Erfahrungen mit solchen Prostatamassagen gesammelt haben.

Übrigens: Wie eine amerikanische Studie herausfand, kann eine häufige Ejakulation das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken reduzieren! Eine weitere Studie bestätigt das.

Geduld ist eine Tugend: insbesondere im Zusammenspiel mit deiner Prostata!

Ganz egal, ob du dich alleine vergnügen oder mit deiner Partnerin neue Höhepunkte erleben möchtest: Prostata-Massagen sind zweifelsohne ein echtes Highlight, das dir im Regelfall einen sehr intensiven Orgasmus beschert. Wichtig ist dabei aber immer, dass du dich wohlfühlst – ganz egal ob die Massage nun mit dem Finger oder einem Prostatavibrator erfolgt. Fühlst du dich unwohl, kannst du die Massage nicht genießen, außerdem verkrampft dein Schließmuskel. Versuche es daher nie zu erzwingen! Taste dich in deiner eigenen Geschwindigkeit an den P-Punkt und seine Massage heran, dann wird der erste „Prostata-Orgasmus“ auch wirklich besonders – 7 Tipps zur Anwendung eines Prostatavibrators haben wir für dich in einem weiteren Artikel parat!