Erektile Dysfunktion durch Scham, Angst und Leistungsdruck

Und wie Du sie in den Griff bekommen kannst

Erektile Dysfunktion durch Scham, Angst und Leistungsdruck
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Wenn es plötzlich im Bett nicht mehr klappt, wie du es gewohnt bist, kann das ganz schön Angst machen! Das Thema erektile Dysfunktion trifft nämlich anders als von vielen Menschen gedacht, bei weitem nicht nur alte Männer! Diese Studie zeigt deutlich, dass einer von vier neu diagnostizierten Betroffenen unter 40 Jahre alt ist. Doch woran liegt es, wenn in dieser Altersgruppe plötzlich sexuelle Funktionsstörungen auftreten?

Es ist längst bekannt, dass es zahlreiche körperliche Ursachen für den Ausfall der sexuellen Leistungsfähigkeit gibt. Bei Männern unter 40 spielen das Herz, Diabetes und andere schwere Erkrankungen aber eher eine untergeordnete Rolle.

Stattdessen ist es die Psyche, die zu sexuellen Funktionsstörungen führen kann. Schon das deutsche Ärzteblatt beschäftigte sich mit dem Thema und stellte fest, dass es häufiger als erwartet die Psyche ist, die zu Problemen führen kann.

Druck im Bett – warum hakt es plötzlich beim Sex?

In der Alterskohorte zwischen 66 und 75 Jahren leiden bereits über 34 Prozent der Männer unter sexuellen Funktionsstörungen. Auffällig ist, dass immer häufiger junge Männer getroffen sind. Bislang hatten sich Mediziner vor allem mit der Auswirkung körperlicher Erkrankungen beschäftigt, doch die Psyche beeinflusst mehr als du denkst.

Ständiger Druck, Stress und Ängste können dafür sorgen, dass es überhaupt nicht mehr klappt und beim Sex mit der Partnerin der Penis plötzlich schlappmacht. Hierfür kommen verschiedene Ursachen in Betracht:

  • Leistungsdruck, durch zu hohe Ansprüche
  • Falsche Vorbilder durch Pornos
  • Nicht gelebte Homosexualität
  • Schamgefühle, wegen mangelndem Selbstvertrauen
  • Unterbewusste Abneigung der Partnerin gegenüber
  • Nicht ausgelebte Wünsche und Fantasien

Hohe und falsche Ansprüche als großes Problem

Die heutige Gesellschaft ist geprägt von prominenten Vorbildern. Weniger das Fernsehen, sondern Plattformen wie Instagram und Co. gelten als das Maß aller Dinge. 82 % der 20- 29-jährigen Internetnutzer in Deutschland verwenden Instagram. Viele davon posten nicht selbst, sondern folgen Influencern.

Das Berufsbild des Influencers hat in den letzten fünf Jahren enorm an Bedeutung gewonnen und der Einfluss, auf die persönliche Meinung, aber auch die persönlichen Ansprüche an dich selbst, wird hierdurch oft unterbewusst geprägt.

Stell dir vor, du folgst zahlreichen Kanälen von muskelbepackten, attraktiven Männern, die ihren Körper feiern und zelebrieren, hast selbst aber einen kleinen Bauch. Weniger liebeswert, sexy oder ansprechend bist du für deine Partnerin deswegen nicht, doch dein eigenes Selbstbild kann darunter erheblich leiden.

Der Leistungsdruck und die Ansprüche an uns selbst steigen, wenn wir uns permanent (falsche) Vorbilder zum Idol machen. Menschen, die ihre perfektionierten Körper via Instagram promoten, stecken täglich stundenlange Arbeit in dieses Aussehen, nutzen Filter, zelebrieren einen Körperkult – doch du musst diesen nicht nachmachen!

Pornos suggerieren falsche Vorstellungen

Neben Plattformen wie Instagram sind es vor allem Pornos, die die Selbstansprüche von Männern gehörig durcheinanderbringen können. Stöhnend wälzen sich die attraktivsten Schönheiten vor einem Mann mit utopischem Penis, der sie Stunde um Stunde beglückt. Schon beim Anblick des besten Stückes beginnen die Damen gierig zu lächeln und möchten nichts mehr, als ihn in die Hand oder den Mund zu nehmen.

Das sind Filme! Mit der Realität hat all das nichts gemeint. Im echten Leben musst du keine Stunde durchhalten können – die meisten Frauen wollen das nicht einmal. Du musst auch nicht davon ausgehen, dass deiner Partnerin der Schweiß von der Stirn läuft, nur weil du einmal neckisch fragst, warum eigentlich Stroh auf dem Boden liegt!

Im echten Leben verführst du deine Freundin mit einer erotischen Massage, schaffst ihr Lust mit einem Womanizer und bist der Mann, der eben auch mal einen Hänger haben darf! Völlig natürlich, völlig normal. Du gehst doch auch nicht automatisch davon aus, dass in jedem Straßenabfluss ein Clown wohnt, nur weil ein Film es dir suggeriert, oder?

Homosexualität und unausgesprochene Fantasien

Eine Studie im Jahr 2018 machte deutlich, dass längst nicht jeder Mann seine Sexualität offen leben kann und möchte. So waren es rund 5,5 Prozent aller befragten Männer, die sich selbst als homosexuell einordnen würden, aber bislang nur Geschlechtsverkehr mit einer Frau hatten.

Ein Problem, was sehr häufig in eine erektile Dysfunktion münden kann. Im 21. Jahrhundert ist Homosexualität eine völlig natürliche Form der Sexualität, wird aber dennoch oft noch mit Scham und Angst besetzt. Die Erkenntnis, dass die sexuellen Interessen nicht (ausschließlich) auf Frauen gemünzt sind, sondern das Männer das Objekt der Begierde sind, kann für Männer erschreckend sein.

Doch sich gegen seine Sexualität zu wehren, kann erhebliche Folgen für die sexuelle Gesundheit mitbringen. Zum einen kann es zu psychischen Komplikationen, in Form von fehlender Selbstakzeptanz, Depressionen und Angststörungen kommen, zum anderen ist auch eine erektile Dysfunktion als Folge denkbar.

Ähnliches trifft auf sexuelle Fantasien zu, die immer wieder verleugnet werden. Frust im Bett hat bei vielen jungen Männern zur Folge, dass die eigentliche Lust nicht mehr ausgelebt werden kann, weil der Penis buchstäblich den Kopf hängen lässt.

Mangelndes Selbstvertrauen führt zu Schamgefühl

Eine Umfrage unter Deutschen fand heraus, dass sich jeder zehnte Mensch in seinem eigenen Körper unwohl fühlt. Zwar sind damit die meisten Menschen mit sich selbst zufrieden, doch eben jenes Unwohlsein kann dazu führen, dass du im Bett ein Schamgefühl entwickelst.

Ob ein körperliches Handicap, mit dem du dich nicht arrangieren kannst oder Unzufriedenheit mit deiner Figur, der Körperbehaarung oder der Größe des Penis – lustvoller Sex ist nur dann möglich, wenn du dich selbst akzeptieren kannst.

Vor allem junge Männer leiden häufig unter mangelndem Selbstvertrauen und das aus vielerlei Gründe:

  • Vorstellung, dass der eigene Penis zu klein ist
  • Angst, zu dick oder zu dünn zu sein
  • Körperliche Beeinträchtigungen, die nicht akzeptiert werden können
  • Angst, sich im Bett albern oder peinlich zu benehmen
  • Sorge, dass der nackte Körper nicht angenehm riecht

Zunächst einmal können wir dir sagen, dass es den perfekten Menschen nicht gibt! Zwar wird jedes Jahr der sogenannte Mr. Universum gekürt, doch zum schönsten Mann der Welt macht ihn das noch lange nicht! Schönheit liegt ohnehin im Auge des Betrachters und wenn deine Sexpartnerin mit dir intim werden möchte, scheinst du ihr gut zu gefallen!

Viele Mankos, die wir an uns selbst wahrnehmen, werden von anderen überhaupt nicht registriert. Der vermeintlich kleine Penis ist ein Dauerbrenner, der sich vor allem bei jungen Männern im Kopf festgesetzt hat.

Hättest du gedacht, dass gerade einmal 32 % der deutschen Männer angeben, dass ihr Penis zwischen 18 und 20 cm groß ist? Rund 15 % haben eine Länge von 13 – 15 cm zu verzeichnen und liegen damit voll im Durchschnitt! Die Länge deines besten Stücks ist weit weniger entscheidend als der Umgang damit, doch dazu später mehr!

Unbewusste Konflikte, Streit und Ablehnung

Bei der Masturbation funktioniert alles wunderbar und deine Fleshlight ist genauso zufrieden wie immer, wenn du sie beglückst? Problematisch wird es mit deinem Standvermögen nur dann, wenn deine Partnerin dabei ist? Möglicherweise liegen unbewusste Konflikte vor, Streitigkeiten oder eine Ablehnungshaltung gegenüber deiner Partnerin, die du gar nicht wahrnimmst.
Häufig kann eine erektile Dysfunktion auftreten, wenn eure Beziehung durch eine Krise gegangen ist. Wenn sie Sex mit einem Fremden hatte, ihr gerade wieder zusammengefunden habt oder wenn eine Streitigkeit für aufregende Tage und Nächte gesorgt hat, ist ein Durchhänger deines Penis vollkommen normal.

Indem du mit ihr sprichst und ihr eure Sorgen und Probleme beseitigt, kannst du die erektile Dysfunktion behandeln und in vielen Fällen auch vollkommen beheben. Denn insbesondere dann, wenn die Beschwerden von der Psyche kommen, sind Medikamente zur Therapie fast immer vollkommen überflüssig.

Psychisch bedingte erektile Dysfunktion loswerden

Es ist belastend, wenn das beste Stück nicht macht, was du dir wünschst. Doch wie wirst du deine Unzufriedenheit, die Scham, das Unwohlsein im Bett am besten los? Hier gibt es gleich mehrere Lösungsansätze, die langfristig auch wieder für mehr Spaß beim Sex sorgen.

  • Herausfinden, was dich unzufrieden macht
  • Körperliche, selbstverursachte Mankos angehen oder akzeptieren
  • Selbstliebe und Selbstvertrauen aufbauen
  • Sport für mehr Wertschätzung treiben
  • Masturbieren für eine gesunde Sexualität

Erkenne deine Unzufriedenheit

Du kannst dich einfach nicht leiden? Ständig befürchtest du, dass deine Freundin dir fremdgeht, findest dich selbst nicht gut genug und bist sogar auf ihren Vibrator eifersüchtig? Spätestens jetzt solltest du die Notbremse ziehen und herausfinden, was dich eigentlich so unzufrieden macht.

Ist es deine Frisur, die schon seit drei Jahren keine Schere mehr gesehen hat? Ist es deine Nase oder ist es deine Unsportlichkeit, die dich schon eine ganze Weile nervt? Es gibt viele Gründe, warum Männer nicht zufrieden mit sich selbst sind und das überträgt sich dann ganz schnell auch auf die Sexualität.

Dein Penis ist oft viel sensibler als du denkst. Wenn du dir beim Sex permanent Gedanken um dein Aussehen, dein Gewicht oder deine vermeintlich schwache Muskulatur machst, hat er keine Lust mehr und hängt durch, obwohl du eigentlich deinen Mann stehen möchtest.

Deine eigenen Mankos angehen

Du fühlst dich zu dick und weißt, dass du eigentlich nicht fünfmal pro Woche beim Lieferdienst bestellen solltest? Du hast Muskeln verloren, weil du dich nicht mehr aufraffen kannst, nach der Arbeit ins Fitnessstudio zu gehen. Es gibt Mankos, die wir selbst an uns wahrnehmen und die wir auch noch selbst verursacht haben.

Niemand anderes hat nach Weihnachten deinen Plätzchenbauch zu verantworten und niemand anderes ist schuld daran, wenn du statt auf Jogging lieber auf Netflix and Chill setzt. Bevor du also mit dir selbst haderst und sogar noch im Bett echte Probleme bekommst, packe das Problem an!

Wenn du dich selbst zu dick fühlst, beginne deine Ernährung umzustellen und Sport zu treiben. Wenn du deine Muskeln vermisst, bau sie wieder auf und forme deinen Körper so, wie er dir gefällt. Die andere Lösung ist es, dich einfach selbst zu akzeptieren, so wie du bist! Denn mit der Zufriedenheit kommt auch der Spaß im Bett zurück.

Lerne dich lieben

Ein bisschen klingt es wie ein Ratgeber aus dem letzten Psychobuch, was die esoterische Tante deiner Oma bei Kerzenschein gelesen hat. Doch egal ob Esoterik oder nicht, Selbstliebe ist der Schlüssel zum Erfolg. Deine Ausstrahlung ist entscheidend dafür, wie du beim Gegenüber ankommst. Wenn du vollkommen verbittert und unzufrieden bist, beim Sex mehr darauf achtest, dass deine Decke den Bauch bedeckt anstatt auf die Lust deine Partnerin, hat das langfristig Folgen.

Wenn du hingegen mit dir selbst im Reinen bist, dich magst und akzeptierst, wie du bist, wirst du auch deinen kleinen Bauch stolz ins Schlafzimmer tragen und deine Partnerin wird es lieben, wenn du sie sanft verwöhnst, sie mit Satisfyer und Co. zum Höhepunkt bringst und anschließend das Kamasutra mit ihr durchturnst.

Sport als Booster fürs Selbstvertrauen

Sport ist nicht nur ein natürliches Aphrodisiakum, sondern ein wahrer Booster für dein Selbstvertrauen. Es geht nicht zwingend darum, dein Körpergewicht zu reduzieren, Berge an Muskeln aufzubauen, sondern die Glücksboten des Sports für dich zu nutzen. Wenn du dich bewegst, werden Endorphine ausgeschüttet und die machen Stolz.

Menschen lieben Belohnungen, das fängt in der Kindheit an und hört niemals wirklich auf. Eine Belohnung ist es, wenn du nach wochenlangem Training endlich die ganze Runde im Park joggen kannst, ohne dass du dabei ein Sauerstoffzelt mitführen musst. Eine Belohnung ist es, wenn du deine Ziele erreichst und stolz auf dich selbst bist.

Herausforderungen zu meistern bedeutet für deine Psyche mehr Selbstakzeptanz. Und genau diese Selbstakzeptanz ist es, die du auch für eine gesunde Sexualität brauchst. Denn wenn du dich selbst nicht ausstehen kannst, wirkst du beim Sex in etwa wie der Grinch beim Weihnachtstee. Nicht sonderlich sympathisch!

Masturbation für eine gute Sexualität

Es klingt ein bisschen wie eine Ausrede für alle Männer, warum sie eine üppige Fleshlight-Girls Sammlung im Schrank haben dürfen, oder? Aber tatsächlich ist Masturbation ein wichtiger Bestandteil einer gesunden Sexualität. Indem du dich selbst anfasst und dir gut tust, zeigst du Akzeptanz und Selbstliebe. Automatisch nehmen die Selbstzweifel und die Selbstkritik ab, wenn du, ob mit oder ohne Masturbator, deine eigene Sexualität bewusst auslebst.

Viele Männer, die aus Druck- und Angstgründen von einer erektilen Dysfunktion betroffen sind, haben bei der Masturbation überhaupt kein Problem. Der Leistungsdruck lässt nach, wenn du nur deiner Dutch Wife gefallen musst und nicht einem lebenden Menschen!

Fazit: Erektile Dysfunktion kein unabdingbares Schicksal

Ein ganz wichtiger Fakt ist: Wenn es zum ersten Mal zum Auftreten einer erektilen Dysfunktion kommt, musst du zum Arzt gehen! Es gibt körperliche Ursachen für das Phänomen, daher lass es abklären. Sobald du aber weißt, dass deine Psyche der Grund für die Ausfälle ist, kannst du aufatmen und anfangen, an dir zu arbeiten.
Es gibt gute und funktionierende Möglichkeiten, wie du wieder zu neuer Stärke, Lust und auch Potenz zurückfindest. Und vergiss nicht: Auch wenn die Werbung, Social-Media und auch Pornos ein ganz bestimmtes Bild für den perfekten Mann zeichnen: Du bist, so wie du bist, ein ziemlich cooler Typ!

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