Alles, was du über die weibliche Ejakulation wissen musst

Können auch Frauen "abspritzen"?

Weibliche Ejakulation - bei einer Frau
In diesem Artikel

Rund um das Thema der weiblichen Ejakulation ranken sich unzählige Mythen. „Das ist Urin“, wissen die einen, „es ist so etwas wie Sperma“, behaupten die anderen. Doch was ist es denn nun? Selbst Wissenschaftler sind sich nicht einig und es gibt immer wieder leidenschaftliche Diskussionen darüber, ob Frauen überhaupt ejakulieren können.

Fakt ist, dass Aristoteles bereits vor mehr als 2000 Jahren darüber berichtete, dass Frauen beim Orgasmus „abspritzen“ können.

Wer es schon einmal erlebt hat, glaubt er gehöre einer besonderen Spezies an. Wer es noch nie erlebt hat, zweifelt an den eigenen Fähigkeiten. Und dann wären da noch die Männer. „Ich habe meine Frau zum squirten gebracht, ich bin ein Held“, rufen erfolgreiche Herren der Schöpfung. „Ich schaffe es einfach nicht“, bedauern die anderen, die sich bald für schlechte Liebhaber halten.

Was sich hinter der weiblichen Ejakulation wirklich verbirgt und ob die Fähigkeit dazu etwas mit den Qualitäten des Liebhabers zu tun hat, möchten wir aufklären!

Was ist Squirten?

Bevor es um die Gründe, die Fähigkeit oder die Zusammensetzung der Flüssigkeit geht, gilt es erst einmal das Squirten überhaupt zu analysieren. Was passiert da im weiblichen Körper, wenn plötzlich kleine oder gar große Mengen Flüssigkeit verspritzt werden.

Beim Squirten wird es also feucht. Kurz vor oder sogar während dem Orgasmus wird stoßweiße eine Flüssigkeit ausgeschieden, ähnlich wie beim männlichen Orgasmus. Dieser Vorgang wird von starker Lust begleitet, allerdings ist er nicht gleichbedeutend mit dem Höhepunkt. Viele Frauen erleben während des Squirts ihren Orgasmus, beide Phänomene können aber auch getrennt voneinander stattfinden.

Das Phänomen scheint keinesfalls so selten zu sein, denn in einer Umfrage gaben mehr als 50 Prozent der befragten Frauen an, dass sie in der letzten Zeit einen Orgasmus mit Flüssigkeitsabsonderung erlebt haben. Doch was ist das denn nun für eine Flüssigkeit, die das Bett benetzt und den Partner (so denn vorhanden) meist mächtig stolz macht?

Ejakulat oder Urin?

Gleich vorweg ein Fakt: Weibliches Ejakulieren und Squirten sind zwei unterschiedliche Dinge! Während bei der weiblichen Ejakulation tatsächlich Sekrete ausgestoßen werden, deren Hauptbestandteil PSA (Prostatasekret) ist, handelt es sich bei der Squirt-Flüssigkeit überwiegend um Urin, wie diese beiden Studien [1, 2] belegen.

Klingt verwirrend, oder? Denn viele Frauen wissen nicht einmal, dass sie auch eine Prostata besitzen. Wie auch, schließlich gilt die Prostata seit jeher als Organ des Mannes.

Doch zunächst zurück zur Flüssigkeit. Bei der weiblichen Ejakulation stammt die austretende Flüssigkeit aus der Skene-Drüse, der weiblichen Prostata. Beim Squirten hingegen wird die Flüssigkeit aus der Harnröhre verspritzt und tritt in großen Mengen auf. Sie besteht zu einem großen Teil aus Urin.

In medizinischen Untersuchungen wurde bereits mit Hilfe von Ultraschall festgestellt, dass sich die Harnblase vor dem Squirten gefüllt hat. Nach dem Orgasmus war die Harnblase wieder entleert, die Flüssigkeit wurde verspritzt.

Die weibliche Prostata – was ist das?

Wenn es um die Prostata und deren Stimulation geht, sind eigentlich immer nur Männer angesprochen. Vielleicht hörst du nun zum allerersten Mal, dass auch du ein solches Organ besitzt. Anders als beim Mann, befindet sich dieses jedoch nicht in deinem After, sondern hinter deiner Klitoris, ein Stück außerhalb deiner Harnröhre. Medizinisch wird sie auch als Paraurethraldrüse oder Skene Drüse bezeichnet.

Übrigens: Nicht bei allen Frauen ist diese weibliche Prostata gleichmäßig stark ausgeprägt. Je stärker die Ausbildung und somit die Ähnlichkeit zur männlichen Prostata, desto höher die Wahrscheinlichkeit einer echten, weiblichen Ejakulation.

Ist jede Frau in der Lage zu ejakulieren?

Gleich vorweg: Jede Frau ist ein Individuum und wenn es dir bislang noch nicht gelungen ist zu ejakulieren, bedeutet das nicht, dass dein Sexleben weniger aufregend ist. Denn schon rein anatomisch gibt es erhebliche Unterschiede von Frau zu Frau. Das zeigt sich bereits in der Fähigkeit einen Orgasmus zu erlangen. Einige Frauen können es nur vaginal [] andere wiederum brauchen klitorale Stimulation durch z.B. einen Auflegevibrator oder die eigenen Finger, um sich zum Höhepunkt zu treiben.

Grundsätzlich ist jede Frau anatomisch in der Lage zu squirten, aber nicht jede Frau kann ejakulieren. Die Flüssigkeit beim Squirten stammt aus der Harnblase, diese kann spontan bei starker Erregung abgesondert werden.

Ist die Skene Drüse allerdings nicht besonders ausgeprägt, kann sich oft keine ausreichende Menge weiblichen Ejakulats bilden. Forscher haben bereits die These aufgestellt, dass eigentlich jede Frau ejakuliert, es durch die geringe Menge jedoch nicht zu einem Austritt der Flüssigkeit kommt. Das bedeutet, du erlebst das gleiche Gefühl wie eine ejakulierende Frau, siehst jedoch kein Resultat in Form von Ejakulat.

Beschreibungen anderer Frauen zur Folge fühlt sich die Ejakulation wie ein „Extra-Orgasmus“ an. Es wird als ein komplettes „Fallenlassen“ beschrieben, als ein Moment der Schwerelosigkeit. Ähnliche Effekte schreiben zahlreiche Mädels aber auch den aus Sex and the City bekannten Rabbitvibratoren zu. Vielleicht hast du also schon längst ejakuliert, es aber nur noch nicht wahrgenommen?

Welche Rolle spielt der G-Punkt?

Bei der weiblichen Ejakulation spielt der G-Punkt keine Rolle, beim Squirten ist er hingegen sehr relevant. Die meisten Frauen squirten, wenn sie sich intensiv im Bereich des G-Punkts stimulieren, beispielsweise mit einem speziellen G-Punkt Vibrator.

Der G-Punkt befindet sich etwa vier bis sechs Zentimeter hinter deinem Scheideneingang. Eine Stimulation dieses erhabenen Punkts kann bei dir das Gefühl auslösen, dass du auf Toilette musst. Viele Frauen haben bei einer intensiven G-Punkt-Stimulation das Gefühl des Harndrangs, was mit der unmittelbaren Nähe zur Harnröhre erklärbar ist.

Die Nervenenden des G-Punkts und die Nervenenden der Harnröhre sitzen so dicht aneinander, dass dein Gehirn durcheinandergerät. Es kennt den Nervenimpuls eigentlich nur als Harndrang. Durch immer häufigere Stimulation der G-Zone ist dein Hirn aber prima in der Lage dies zu trainieren. Eine intensive Stimulation des G-Punkts kann „Squirten“ zur Folge haben. Ein Hauptbestandteil der Flüssigkeit ist dann Urin, allerdings sind oft auch Bestandteile von Ejakulat enthalten.

Wie kann ich selbst lernen zu squirten?

Spritzen lernen ist möglich! Eine repräsentative Umfrage und Studie bezüglich der Ejakulations bei Frauen zeigte, dass 69 % der Teilnehmerinnen ejakulierten. Um selbst in den Genuss des unwillkürlichen Ergusses zu kommen, braucht es in den meisten Fällen nichts als Übung, Übung, Übung.

Squirten lernen in drei Schritten

Die meisten Frauen lernen squirten leichter, wenn sie sich zunächst mit sich selbst beschäftigen. Denn absolute Entspannung die Fähigkeit zum Fallenlassen sind die Grundfaktoren. Gemeinsam mit dem Partner herrscht oft zu starker Druck und es klappt schon deshalb nicht mit dem weiblichen Orgasmus.

Gleichzeitige Stimulation von Klitoris und Vagina

Die Basis für erfolgreiches Squirten ist die simultane Stimulation deiner Klitoris und deiner Vagina. Hierfür kommen verschiedene Sextoys in Betracht. Ein Butterflyvibrator ist eine gute Möglichkeit, wie du gleichzeitig Klitoris und G-Punkt stimulieren kannst und dennoch die Hände frei hast für andere Körperbereiche. So kannst du durch eine zusätzliche Reizung deiner Brustwarzen eine noch stärkere Erregung hervorrufen.

Auch Womanizer und Co. sind für ihre Orgasmus-Garantie bekannt und sind ein probates Mittel, wie du deiner Klitoris ordentlich einheizen kannst. Mit einem zusätzlichen Vibrator kannst du nun deinen G-Punkt stimulieren oder du beglückst dich in dem Bereich mit den Fingern.

Eine bequeme Stellung finden

In Pornofilmen sieht man es so oft: Frauen liegen auf dem Rücken und squirten was das Zeug hält. Diese Mädels sind Profis, schon lange geübt und in der Lage ihre Squirtfähigkeit zu steuern. Für Anfängerinnen ist die Reiterstellung allerdings die perfekte Möglichkeit, um beim Sex zum spritzigen Orgasmus zu kommen. In dieser Stellung reizt dein Partner deine Scheidenwand inklusive des G-Punkts. Zusätzlich bietet sich genug Angriffsfläche für ihn oder dich selbst, deinen Kitzler zu beglücken.

Im Solo-Modus kannst du dich auch in die bequeme Rückenlage begeben, um dich völlig fallenzulassen.

Ein kleiner Tipp, um deinen G-Punkt noch besser zugänglich zu machen: Nutze ein Sexkissen, welches dein Becken anhebt und dir (oder deinem Partner) bequemen Zugang zu deinem Lustschloss verschafft.

Völlige Entspannung zum Squirten

Um zu squirten musst du loslassen. Vielleicht warst du sogar schon einmal kurz davor! Hast du kurz vorm Höhepunkt oder während des Aktes allgemein schon einmal das Gefühl gehabt, dass du dringend zur Toilette musst? Hast du panisch reagiert und dir mit deiner zwanghaften Blasenkontrolle selbst die Lust verdorben? Das könnte bereits die magische Grenze zum Squirt gewesen sein.

Wenn du beim nächsten lustvollen Rendezvous mit dir selbst oder deinem Partner diesen „Harndrang“ kurz vorm Orgasmus verspürst, verkrampfe dich nicht, sondern lass es zu. Lass die Flüssigkeit und den Höhepunkt einfach kommen.

Wie fühlt es sich an, wenn Frauen ejakulieren?

Die Frage danach, wie es sich anfühlt zu squirten, stellen sich Frauen und sogar Männer! Und tatsächlich erzählt jede Frau ein bisschen was anderes.

Grundsätzlich fühlt sich das Squirten jedoch im ersten Moment so an wie ein starker Harndrang. Viele Frauen verkrampfen in dieser Situation und versuchen den ungewollten Harnausstoß zu unterdrücken. Doch genau hier ist der Knackpunkt. Wenn du es jetzt schaffst loszulassen, dann wirst du, anderen Frauen zur Folge, einen intensiven Orgasmus erleben.

Squirten soll sich anfühlen wie ein XXL-Orgasmus, wie ein multipler Orgasmus, nur noch intensiver und wie eine vollkommende Entspannung des Beckens. Doch oft ist es gar nicht das Squirten selbst, was zu diesem intensiven Erleben führt, sondern der vaginale Orgasmus im Allgemeinen. Die meisten Frauen erleben einen G-Punkt-Orgasmus sehr viel intensiver als die klitorale Stimulation.

Fazit

Die weibliche Ejakulation ist und bleibt ein Mythos. Die einen sind davon überzeugt, die anderen zweifeln die Existenz an. Wissenschaftlich herrscht hier Uneinigkeit, doch Studien zeigen immer wieder, dass Frauen in der Lage sind zu ejakulieren. Weit häufiger gelingt es Frauen jedoch zu squirten und hier herrscht der allgemeine Konsens, dass jede Frau es lernen kann. Unser Tipp: Probiere es aus, setz dich aber dabei nicht unter Druck. Intensive Orgasmen sind auch ohne das feucht-fröhliche Vergnügen möglich.

Weitere wichtige Fragen rund um die weibliche Ejakulation

Ein Thema, was oft nur hinter vorgehaltener Hand diskutiert wird: Die weibliche Ejakulation! Ein Grund mehr, die wichtigsten Fragen hierzu im schnellen Check zu beantworten und ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen.

Was ist, wenn ich nicht squirten kann?

Du versuchst es immer wieder, doch es klappt einfach nicht? Ganz wichtig: Setz dich niemals selbst unter Druck. Selbst wenn du niemals in der Lage bist, einen feucht-fröhlichen Orgasmus zu erleben, kannst du dennoch auf Wolke Sieben schweben! Intensive, vaginale Orgasmen können die meisten Frauen lernen, auch wenn sich dabei kein feiner Sprühnebel aus flüssiger Lust über deine Laken ergießt.

Können Frauen auf Kommando squirten?

Wie machen das die Frauen in den Filmen? Sie squirten, obwohl Kameras und Regisseure um sie herumstehen? Tatsächlich sind geübte Frauen in der Lage auf Kommando zu squirten. Wenn der Mechanismus erst einmal im Gehirn verankert ist und dieses die Nervenreize kennt, können viele Frauen die Flüssigkeit kontrolliert ausstoßen, auch ohne Orgasmus! Die Intensität des Erlebens ist dann aber weit weniger intensiv, denn es handelt sich dabei nur noch um eine Körperroutine.

Wonach riecht die Flüssigkeit überhaupt?

„Pfui, das stinkt doch nach Urin“, möchte so manche Frau entsetzt behaupten, wenn sie die Inhaltsstoffe der Flüssigkeit erfährt. Doch zur Beruhigung: Weibliches Ejakulat riecht schlichtweg nach „nichts“. Denke einmal an den Samenerguss deines Partners. Dieser wird mit ordentlich Tempo durch die Harnröhre nach draußen geleitet. Doch riecht die Flüssigkeit nach Urin? Oder sonst irgendwie unangenehm? Meist hat männliches Sperma keinen Geruch und so verhält es sich auch mit der weiblichen Flüssigkeit.

Wonach schmeckt weibliches Ejakulat?

Einer Studie zur Folge soll weibliches Ejakulat einen leicht süßlichen Geschmack haben, weshalb es in Indien auch als „Nektar der Götter“ bezeichnet wird. Fraglich ist, ob sich der Geschmack, wie bei Männern auch, durch den Verzehr von Ananas und Co. beeinflussen lässt.

Wie finden Männer die weibliche Ejakulation?

Hier sind die Meinungen der Herren wohl ziemlich unterschiedlich. Wer das Phänomen noch nie gesehen hat oder nicht einmal etwas davon wusste, wird sich männlicherseits über die plötzliche Piesel-Attacke vermutlich zunächst erschrecken. Viele Männer haben es aber auch schon einmal im Porno gesehen und sind seitdem hinterher, die eigene Frau zum Spritzen zu bringen. Warum eigentlich? Nun, der weibliche Orgasmus ist für Männer eine Krux. Sie sehen ihn nicht! Im Hinterkopf lauert wohl oft die Frage: „Was, wenn sie das ganze nur vortäuscht?“. Doch Enttäuschung für die Männerwelt: Auch Squirten ist kein sicherer Beweis dafür, dass die Partnerin auch wirklich gekommen ist.