Wie fühlt sich ein weiblicher Orgasmus *wirklich* an?

"Es ist als wolle mein Körper platzen, aber auf die positive Art. Danach bleibt so ein Kribbeln zurück und mein Körper fühlt sich entspannt und erleichtert an."

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Der Orgasmus ist das Ziel der sexuellen Begegnung, aber wie fühlt er sich für eine Frau eigentlich wirklich an? Gibt es da Unterschiede zwischen vaginal und klitoral oder ist jeder Höhepunkt gleich?

Wenn du Pornos schaust und dir die Gesichter der weiblichen Darstellerinnen betrachtest, bekommst du interessanten Input. Sie verzerren das Gesicht, den Mund weit nach hinten aufgerissen, helles Quietschen, Stöhnen, es wirkt beinahe, als hätte die betreffende Frau gerade eine Schmerzattacke und keinen Moment höchster Lust.

Wenn du den weiblichen Orgasmus wirklich verstehen möchtest, vergiss Pornos. Was du dort zu sehen bekommst, entspricht fast nie der Wirklichkeit. So wie es die Angstschreie im Horrorfilm sind, so sind es auch die Lustschreie im Porno. Aber wie fühlt er sich nun an, wenn er echt ist?

Hier ist jede Frau anders und zu bedenken ist auch, dass nur rund 27 Prozent der Frauen jedes Mal beim Sex einen Höhepunkt bekommen.

Jeder Orgasmus ist anders – es gibt gute und schlechte Höhepunkte

Wie intensiv und stark ein Höhepunkt ausfällt, ist immer anders. Einige Frauen berichten, dass der vaginale Orgasmus intensiver ist als der klitorale, andere wiederum können sogar nur durch die Stimulation der Klitoris überhaupt kommen.

Katie Lasson ist Sexologin und Beziehungsberaterin der Birkbeck University.

Über ihre eigenen Orgasmen sagt sie: „Für mich ist der Orgasmus der Höhepunkt der erotischen Spannung, die stärkste Empfindung, die mein Körper kennt.“ Sie lächelt und ergänzt dann weiter: „Es ist als wolle mein Körper platzen, aber auf die positive Art. Danach bleibt so ein Kribbeln zurück und mein Körper fühlt sich entspannt und erleichtert an.“

Weiblich Orgasmen scheinen Berichten zufolge eindeutig abwechslungsreicher, sie sind für den Außenstehenden nicht zu erkennen, können still und leise, aber auch laut und heftig kommen.

„Ein bisschen so, wie wenn du endlich pinkeln kannst“

Insbesondere wenn es um G-Punkt Stimulation geht, wird das Gefühl oft mit dem Gefühl beim Wasserlassen verglichen.

So berichtet jene junge Frau, die anonym bleiben möchte, freimütig: „Der Orgasmus ist mal so und mal so. Manchmal ist es so, als hätte ich stundenlang das Pinkeln unterdrückt und dann ist da endlich ein Klo. Pure Erleichterung.“

Andere Orgasmen wiederum, die ganz intensiven, beschreibt sie deutlich drastischer: „Meine Vagina explodiert, mir läuft der Schweiß, die Wellen rauschen über meinen Körper und manchmal muss ich sogar weinen, wenn mich ein solch intensiver Höhepunkt erwischt.“

Das sind diese Orgasmen, die wohl nur dann auftreten, wenn einfach alles stimmt. Häufiger kann es dazu kommen, wenn du vorher lange keinen Sex hattest und nicht gekommen bist und du dann plötzlich endlich wieder erlöst wirst.

Das erste Mal ist seltsam und nicht immer schön

Vor allem der erste Orgasmus ist einprägsam für die meisten Frauen und nicht immer ist er wirklich gut. Erstaunlich ist dabei, dass rund 70 Prozent der Frauen zwischen 45 und 59 Jahren glauben, dass Frauen schon einmal einen Orgasmus gefälscht haben. Wenn dann wirklich der erste echte kommt, bekommen es die*der Partner*in oft gar nicht mit.

Wenn du als Frau noch nie zum Höhepunkt kamst, ist der erste womöglich komisch für dich. Plötzlich fühlt es sich anders an als sonst, sicher, ob das wirklich ein Orgasmus war, bist du dir aber noch lange nicht. Die gute Nachricht ist, je häufiger du den Höhepunkt erlebst, desto angenehmer wird er.

Und wenn du erst einmal allein wahrnehmen möchtest, wie du auf Stimulation reagierst, gibt es eine ganze Menge Sextoys, die du für dich ausprobieren kannst. Für den klitoralen Orgasmus sind Toys wie der Womanizer hervorragend geeignet, wenn du auf Lust im Bereich des G-Punkts setzt, ist der G-Punkt Vibrator ein echtes Highlight.

Orgasmen können weibliche Personen auch allein erreichen

Der Orgasmus muss nicht zusammen mit einem Partner oder einer Partnerin erreicht werden, als Frau hast du hervorragende Möglichkeiten, dich allen zu stimulieren. Dazu gehören:

  • Stimulationen mit dem Vibrator
  • Masturbation mit den Fingern und Gleitgel
  • Auflegevibratoren für klitorale Lust

Vor allem wenn du erfahren möchtest, was dir wirklich gut gefällt, ist Masturbation eine tolle Möglichkeit. Auch wenn es dir bislang nicht gelungen ist, zum Höhepunkt zu kommen, kannst du dir so wunderbar weiterhelfen.

Auch bei der Selbstbefriedigung ist es nicht immer das gleiche Gefühl, was dich erwartet.

Cerridwen Fallingstar berichtet von ihren eigenen Erlebnissen: „Orgasmen können sich so unterschiedlich anfühlen. Manchmal fühle ich mich, als würde ich tanzen, ein anderes Mal rauscht ein Tsunami durch mich hindurch. Die Vielfalt ist es, warum ich Sex so gern in meinen Büchern verarbeite und dabei auch die weibliche Lust herausarbeite.“

Wenn der Orgasmus nicht kommen will

Du hattest noch nie einen Höhepunkt und keiner deiner Partner*innen hat es je geschafft, dich in ein stöhnendes Bündel Lust zu verwandeln? Du bist damit nicht allein, wie obige Umfrage dir schon bewiesen hat. Um zum Höhepunkt zu kommen, müssen verschiedene Faktoren aufeinandertreffen. Dazu gehören:

  • Du musst wirklich vollkommen entspannt sein
  • Dein Kopf muss frei sein von negativen Gedanken
  • Du stimulierst dich so, wie du es magst
  • Du genießt einfach und denkst nicht nur an den Orgasmus
  • Du setzt dich nicht unter Druck

Überall hörst du von ihm und liest von ihm, dem Orgasmus. Du siehst die verzerrten Gesichter der Frauen im Film, die sich winden als wären sie nicht von dieser Welt. Und bei dir passiert einfach nichts. Druck ist eines der größten Probleme, was sich viele Frauen selbst machen. Nach dem Motto „Es muss doch einfach passieren“, wird sexuelle Stimulation nur noch als nötiges Übel angesehen, um endlich das Ziel zu erreichen.

Das ist der größte Fehler, den du machen kannst. Je mehr du dich von Druck und Gedanken befreist, desto besser funktioniert es mit dem Höhepunkt. Und wenn es einmal nicht klappt, ist das kein Grund für Traurigkeit. Der Weg ist bereits das Ziel, die sanfte Stimulation deiner Vulva, deiner Vagina und deiner erogenen Zonen ist für sich bereits Genuss und muss nicht zwingend in einem Höhepunkt gipfeln.

So kannst du deinen Orgasmus begünstigen

Du möchtest öfter kommen, vielfältiger kommen und nicht immer darauf warten müssen? Dann sei bereit zu experimentieren, öffne dich neuen Stimulationsmethoden, damit deine Lust sich ausbreiten kann. Was dir letztlich wirklich gefällt, kannst nur du wissen. Doch wenn die Rahmenbedingungen stimmen, kannst du mit den folgenden Hilfsmitteln sehr viel Genuss für dich herbeiführen.

Nutze Sexspielzeuge zur Stimulation

Sie sind so vielfältig wie du selbst und sie gehören für viele Frauen einfach dazu. Dieser Umfrage zufolge besitzt die Durchschnittsfrau zwischen 2 und 4 Sexspielzeugen und rund 15 Prozent jener, die bereits Sextoys ausprobiert haben, verwenden ihre Toys mehrmals pro Woche.

Ob klitoral, anal oder vaginal, du findest für jeden Geschmack das richtige Toy. Wenn deine Klitoris dein Lustpunkt ist, nutze einen Auflegevibrator oder einen Druckwellenvibrator, für indirekte Lustrausche.

Wenn du hingegen eher auf interne Stimulation stehst, kann ein G-Punkt-Vibrator dich auf den Gipfel bringen. Für das gemischte Vergnügen ist es der Rabbit-Vibrator, der gleichzeitig Klitoris und G-Punkt stimuliert. Und auch die Auswahl an Analspielzeugen ist groß, so dass du immer ein passendes Spielzeug für dich findest.

Benutze Gleitgel auch bei der Masturbation

Du denkst, dass Gleitgel nur etwas für alte Frauen ist, deren Vaginalfeuchtigkeit nicht mehr ausreichend produziert wird? Ein großer Irrtum! Diese spannende Studie hat bewiesen, wie viel mehr Spaß Sexualität in jeglicher Form macht, wenn Gleitgel dazu benutzt wird. Du kannst Gleitgel für deine Sextoys nutzen, aber auch dann, wenn du dich mit den Fingern stimulierst.

Bei Sextoys sind wasserbasierte Gleitgele ideal geeignet, denn sie schädigen die Oberfläche nicht und sorgen dafür, dass deine Spielzeuge geschmeidig und sanft über deine Vulva und andere Bereiche gleiten. Auch beim Sex mit deinem*deiner Partner*in solltest du darauf zurückgreifen, denn je flutschiger das Feeling, desto besser die Chance auf einen Orgasmus.

Lasse deine Fantasien einfach zu

Nahezu jede Frau (und auch jeder Mann) hat Sexfantasien. Das ist nicht falsch und schon gar nicht verboten. Die häufigste Fantasie ist dieser Umfrage nach eine Liebesnacht mit zwei Männern zu verbringen. Doch auch Sex in der Öffentlichkeit, lesbische Erfahrungen und Swingerclubbesuche werden häufig als anregende Fantasie gesehen.

Lass deine Gedanken und Fantasien ruhig zu, du musst dich dafür nicht schämen. Wenn es dich reizt, kannst du auch ein erotisches Buch lesen und dich davon anregen lassen. Fantasien zu haben ist was völlig normales und sie können es dir möglich machen, deine Lust stärker wahrzunehmen und vielleicht zum Orgasmus zu kommen.

Schaffe dir ein Safe-Space

Dass du dich wohlfühlst ist einer der wichtigsten Punkte bei der Masturbation bzw. beim Weg zum Höhepunkt. Lass dich fallen, genieße die Umgebung und bereite sie dir am besten vor. Du magst kein Chaos im Schlafzimmer? Räum auf, als würdest du dich auf ein Date mit dir selbst freuen. Du magst sanfte Musik? Schalt sie an, nichts ist zu viel Aufwand, wenn du dich mit dir selbst verabredest.

Beim Masturbieren musst du auch keinesfalls sofort in die Vollen gehen und deine Vulva stimulieren. Magst du es gern, wenn du deine Hände massierst, deinen Bauch kraulst oder deine Wangen streichelst? Was es auch ist, es ist völlig in Ordnung. Wenn du es schaffst, all deine Vorbehalte und Unsicherheiten loszuwerden und dich ganz deiner Lust hinzugeben, kommt der Orgasmus irgendwann als ein genießerisches Beiwerk.

Fazit: Der Orgasmus ist so wandelbar wie du selbst

Du kannst dabei schreien, du kannst stöhnen, du kannst einfach nur schneller atmen oder ganz still daliegen. Jede Art den Orgasmus zu erleben ist richtig, denn der Höhepunkt ist so flexibel und individuell wie du. Er kann sich anfühlen wie ein rauschender Bach, der dich in die Tiefe reißt, er kann sich aber auch anfühlen wie ein sanfter Sommerwind, der für Behaglichkeit sorgt.

Egal wie dein Orgasmus ist, wie er sich anfühlt, wie du ihn wahrnimmst und wie du auf ihn reagierst, er ist richtig. Genieße ihn und orientiere dich nicht an dem, was du in Filmen siehst und von anderen hörst. Du bist du und dein Höhepunkt ist dein ganz persönliches Erleben, was nur dir allein gehört.

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