Mit Erotischer Hypnose zum Orgasmus?

Alles, was Du über die Macht der Suggestion wissen musst

Erotische Hypnose Orgasmus Fraulila
In diesem Artikel

Ein selbsternannter Zauberkünstler steht auf einer Bühne und bittet eine Gruppe von Menschen zu ihm herauf, um sie zu „hypnotisieren“. Die Versuchskaninchen stehen arglos auf der Bühne und werden nun mithilfe von einigen Sätzen und kurzen Handbewegungen in Trance versetzt. Jetzt fressen sie dem Zauberkünstler aus der Hand. Selbst als er sie bittet, in eine Zitrone zu beißen, sich auszuziehen oder sich vor aller Augen in wild umhertänzelnde Affen zu verwandeln, gehorchen sie ihm. Als er sie wieder aus der Trance zurückholt, können sie sich an nichts mehr erinnern und kehren verdutzt auf ihre Plätze zurück.

Von dieser Art der „Hypnose“ hast Du sicherlich schon mal gehört. Hierbei handelt es sich jedoch eher um Show und Klamauk. Mit einer Hypnose, wie sie beispielsweise zu medizinischen Zwecken eingesetzt wird, hat dies nichts zu tun.

Im Gegenteil, durch solche Showeinlagen wird die spannende Methode der Bewusstseinsveränderung in ein schlechtes, unprofessionelles Licht gerückt. Dabei kann Hypnose in bestimmten Fällen wirklich hilfreich sein, zum Beispiel um Ängste und Schmerzen zu reduzieren oder Traumata aufzulösen.

Ob Hypnose sogar dabei helfen kann, einen bombastischen Orgasmus hervorzurufen, wollen wir nachfolgend herausfinden. Lehne Dich also zurück, atme ganz ruhig und in drei, zwei, eins liest Du Dir diesen Artikel durch…

Was genau ist Hypnose?

Beginnen wir erst einmal mit der ganz normalen Hypnose – was ist das überhaupt? Der Begriff „Hypnose“ beschreibt zunächst einen Zustand, der auch als „Trance“ bezeichnet wird. Hiermit ist gemeint, dass die hypnotisierte Person eine andere Bewusstseinsstufe erreicht. Früher nahm man an, dass eine Person, die unter Hypnose steht, in einen schlafähnlichen Zustand gleitet. Unter anderem durch die Technik der Elektroenzephalographie (EEG) konnte man jedoch feststellen, dass es sich eher um eine Phase der tiefen Entspannung handelt, in welcher sich der Hypnotisierte stark auf sein Innerstes fokussiert. Die Methode, durch welche diese Bewusstseinsveränderung erzeugt wird, wird ebenfalls Hypnose genannt. Sie kann etwa von einem professionellen Hypnotiseur, einem Arzt, Psychotherapeuten oder von Dir selbst (Selbsthypnose) ausgeführt werden.

Befindet sich eine Person in Trance, so können unter anderem kognitive Prozesse und Verhaltensweisen durch sogenannte Suggestionen verändert werden. Beispielsweise ist es möglich, einem Raucher zu suggerieren, dass es besser wäre, mit dem Rauchen aufzuhören. Im Wachzustand kann diese Methode dann wirklich dazu führen, dass er keine Lust mehr auf Zigaretten verspürt.

Darüber hinaus ist die tatsächliche Wahrnehmung realer Umstände im Zustand der Hypnose reduziert. Schmerzen, Angst, Töne oder Gerüche kommen zwar im Gehirn an, werden jedoch anders verarbeitet, sodass sie nicht so stark oder gar nicht wahrgenommen werden. Die Phantasie der hypnotisierten Person wird dahingegen stärker aktiviert. So kommt es, dass sie die Erlebnisse während der Trance häufig als sehr real empfindet.

Jemanden gegen seinen bzw. ihren Willen in Hypnose zu versetzen oder gar gefügig zu machen, ist übrigens nicht möglich. Der Trancezustand muss freiwillig erreicht werden. Auch ein selbstbestimmter Abbruch ist während einer professionell durchgeführten Hypnose jederzeit möglich.

In welchen Fällen kann eine Hypnose hilfreich sein?

Die Therapieform der Hypnose wird für vielfältige Zwecke eingesetzt. Hier sind einige Beispiele:

  • Verhaltensänderung oder Problembewältigung im Rahmen einer Psychotherapie, beispielsweise im Falle von Essstörungen, Depressionen oder Zwängen
  • Als Maßnahme gegen Angst und Schmerzen beim Zahnarzt
  • Senkung von Blutdruck oder Pulsfrequenz; hierdurch Abbau von Nervosität beispielsweise vor Prüfungen
  • Reduzierung von Flugangst
  • Therapie von Schlafstörungen
  • Hilfe beim Abnehmen
  • Unterstützung beim Versuch, mit dem Rauchen aufzuhören
  • Als Mittel gegen Migräne
  • Linderung von Beschwerden bei Magen-Darm-Erkrankungen
  • Eindämmung akuter Schmerzen beispielsweise bei einer Geburt
  • Bekämpfung von Hautkrankheiten wie Neurodermitis
  • Lebenscoaching und Leistungssteigerung

Ist die Wirksamkeit von Hypnose wissenschaftlich bewiesen?

Die Technik der Hypnose wurde im Rahmen vieler Studien untersucht. Der „Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie“ prüfte 47 dieser Studien und erkannte die Hypnosetherapie im Jahre 2006 offiziell als Methode zur positiven Beeinflussung der Psyche bei körperlichen Beschwerden etwa im Rahmen von Operationen oder Chemotherapien sowie zur Therapie von Abhängigkeiten und (Drogen-)Missbrauch an.

Auch Wissenschaftler der Universität Jena nahmen sich Forschungsergebnisse von 50 Studien vor, die im Zusammenhang mit Hypnose und operativen Eingriffen standen. Im Ergebnis kam ebenfalls heraus, dass Patienten, die vor einer Operation hypnotisiert wurden, weniger stress- und schmerzanfällig waren sowie schneller gesund wurden.

Auch das österreichische Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz bestätigt den medizinischen Nutzen der Hypnosepsychotherapie (Hypnotherapie), warnt allerdings vor sogenannten „Showhypnosen“. Zudem wird eine Ausführung durch geschultes Personal vorausgesetzt.

Messung von Hirnaktivitäten beweist Hypnosepotenzial

Wissenschaftler der Stanford University School of Medicine machten die Veränderungen des Gehirns während einer Hypnose sogar sichtbar. Hierzu scannten sie die Gehirne von 57 Probanden, während diese sich entspannten, sich an etwas erinnerten oder hypnotisiert wurden. Hierbei zeigte sich unter anderem, dass die Hirnaktivität mancher Areale stärker wurde und sich einige dieser Areale neu verknüpften.

So war es den Probanden beispielsweise möglich, sich auf etwas zu fokussieren und andere Gedanken komplett auszublenden. Zudem konnten sie Handlungen ausführen, ohne mentale Ressourcen dafür zu verschwenden, über das Für und Wider dieser Handlungen zu reflektieren.

Wie sahen die Studien konkret aus?

Da es eine Vielzahl von Untersuchungen auf dem Gebiet der Hypnose gibt, können wir hier nicht alle nennen. Diese 2021 veröffentlichte Studie der Universität Jena soll daher als Beispiel dienen: Patienten, die mit einer Atemmaske beatmet wurden und dies als unangenehm sowie angstauslösend empfanden, wurden hypnotisiert. Während der Hypnose wurde ihnen suggeriert, dass die Maske etwas sehr Positives sei und dabei helfen werde, ruhig und gleichmäßig zu atmen.

Nach der Behandlung schätzten die Patienten den Komfort der Maske viel besser ein und gaben an, weniger Angst zu haben. Darüber hinaus atmeten sie während der Hypnose ruhiger und ihr Herz schlug langsamer.

Dass Hypnose also kein Hokuspokus ist, ist wissenschaftlich unbestritten. Wie genau die Gedankenbeeinflussung funktioniert, was im Gehirn passiert und für wen sich diese Therapieform eignet, muss jedoch noch weiter erforscht werden. Darüber hinaus sind die Anwendungsbereiche für Hypnose sehr vielfältig und ihre Wirkung ist höchst individuell. Daher kann nicht pauschal gesagt werden, dass Hypnose in jedem Fall hilft. Mithilfe eines guten und seriösen Therapeuten oder geschulten Arztes kannst Du es jedoch unbesorgt ausprobieren.

Wie funktioniert eine Hypnose?

Eine Hypnose, die allein oder mithilfe eines Therapeuten durchgeführt werden kann, dauert etwa eine halbe Stunde und gliedert sich zumeist in folgende Schritte:

Kennenlerngespräch/Vorgespräch (falls Therapeut vorhanden): Hier wird geklärt, warum die Hypnose erfolgen soll, ob Du bestimmte psychische oder physische Vorerkrankungen hast, was Deine Erwartungen an die Hypnose sind etc.

Bequeme Körperhaltung: Du setzt Dich bequem hin oder legst Dich beispielsweise auf ein Sofa. Im Hintergrund kann Entspannungsmusik erklingen.

Induktion: Du wirst durch verschiedene Techniken langsam in Trance versetzt. Der Hypnotiseur bittet Dich beispielsweise, tief ein- und auszuatmen, Deine Augen zu schließen, Dich auf eine bestimmte Körperregion zu konzentrieren, Deinen Geist zu entspannen, die Arme ganz locker zu lassen oder von 100 rückwärts zu zählen. Darüber hinaus weckt er positive Gedanken, kreiert Fantasiegebilde oder malt angenehme Situationen aus, beispielsweise dass Du Dich an einem einsamen Strand befindest. Der Therapeut kann auch seine Hand beruhigend auf Deine Schulter legen oder Dich bestärken, dass Du alles richtig machst.

Dieser Schritt ist im Falle der Selbsthypnose der schwerste und bedarf einiger Übung. Am besten kannst Du zunächst mit einem Therapeuten zusammenarbeiten oder Dich von einer Hypnose-CD leiten lassen.

Der Vater der Hypnotherapie, Milton Erickson, nutze unter anderem die sogenannte „Handschlag-Technik“ zur Induktion. Hierzu reichte er seinem Patienten die Hand. Dieser dachte natürlich, dass Erickson seine Hand wie zur Begrüßung schütteln wolle. Tatsächlich griff der Therapeut jedoch nach dem Handgelenk des Patienten, sodass dieser durch die ungewohnte Geste sein Unterbewusstsein öffnete.

Eine andere Technik von Erickson ist die „Schwebender-Arm-Technik“. Hierzu suggerierte er dem Patienten zunächst, dass einer seiner Arme sich anders anfühle als der andere – beispielsweise sollte sich Ericksons Patient darauf konzentrieren, dass sich sein linker Arm schwer anfühlt und der rechte leicht. Erickson sagte ihm dann, dass der rechte Arm immer leichter werden würde und der Patient sich vorstellen solle, wie sein Arm anfängt zu schweben. Häufig führt dies dazu, dass der Patient seinen Arm unbewusst wirklich anhebt. Dies ist ein Zeichen für den Therapeuten, dass seine Induktion gewirkt hat.

Entfernen von der Wirklichkeit: Durch die Induktion denkst Du bald schon nicht mehr an Deine reale Situation. Atmung und Blutdruck verlangsamen sich. Es kommt zu einer vollkommenen Entspannung, die Trance genannt wird.

Suggestionen: Wenn Du Dich in Trance befindest, kann der Hypnotiseur/kannst Du durch positive Glaubenssätze, schöne Vorstellungen und viele andere Techniken auf Dein Unterbewusstsein einwirken und hierbei unter anderem Deine Selbstheilungskräfte aktivieren, Dein Selbstbewusstsein stärken, Schmerzen lindern oder Ängste ganz klein erscheinen lassen. Hierzu sagt Dein Therapeut/sagst Du zum Beispiel:

  • Bei Selbstbewusstseinsproblemen: „Du bist wie ein Berg. Stark, mächtig, unbesiegbar.“
  • Wenn Du unter einem Putzzwang leidest, weil Du Putzen mit Kontrolle gleichsetzt: „Stelle Dir vor, Du verlässt Deine Wohnung, ohne zu putzen. Du entscheidest, nicht zu putzen. Du hast diese Entscheidung selbst in der Hand.“
  • Du hast gerade eine Migräneattacke: „Du kannst den Schmerz herunterdrehen wie die Lautstärke eines Radios.“

NLP-Techniken: Manchmal wird im Rahmen der Hypnotherapie auch von „NLP (Neuro-Linguistisches Programmieren)“ gesprochen. Hierbei handelt es sich um bestimmte Kommunikationsmethoden, welche – grob gesagt – eine Änderung Deines eigenen Verhaltens oder des Verhaltens einer anderen Person hervorrufen sollen. Auch NLP-Techniken können also bei der Hypnose eingesetzt werden.

Ein Beispiel ist etwa die „Verankerung“, bei welcher zunächst ein Gefühl wie Freude oder Selbstbewusstsein ausgelöst, verstärkt und dann durch einen imaginären Anker abgesichert wird. Ein solcher Anker kann beispielsweise das Ziehen am Ohrläppchen sein. Solltest Du nach der Verankerung dann in Selbstzweifel verfallen, brauchst Du nur an Deinem Ohrläppchen zu ziehen und schon bist Du voller Selbstbewusstsein.

Analyse: Im Falle einer Hypnotherapie, die durch einen Psychologen oder Psychotherapeuten durchgeführt wird, kann auch eine Psychoanalyse erfolgen. Dies bedeutet, dass der Therapeut in Deinem Unterbewusstsein nach versteckten Traumata, verschollenen Erinnerungen oder anderen Gründen für psychische Störungen sucht. Dies kann später dabei helfen, Deine psychischen Probleme zu bekämpfen.

Posthypnotische Suggestionen: Du/Der Hypnotiseur kann außerdem versuchen, Dein Verhalten für die Zukunft zu ändern. Hierzu helfen beispielsweise folgende Suggestionen:

  • Du willst mit dem Rauchen aufhören: „Wenn Du morgen wieder nach einer Zigarettenschachtel greifen möchtest, greifst Du stattdessen nach einem Apfel.“
  • Du hast Angst vorm Zahnarzt und wurdest dort bereits einmal hypnotisiert: „Wenn Du Dich das nächste Mal auf diesen Zahnarztstuhl setzt, wirst Du sogleich wieder in Hypnose verfallen.“
  • Du möchtest abnehmen: „Von nun an, nimmst Du immer die Treppe, wenn Du ins Büro gehst.“

Rückholphase: Ist beispielsweise die Zahnbehandlung vorbei oder wurden alle Suggestionen ausgesprochen, so beginnt die Rückholphase. Hierbei wachst Du langsam aus der Hypnose auf und fühlst Dich danach üblicherweise ausgeruht, entspannt und frisch.

Nachgespräch: Wurde die Hypnose durch einen Fachmann/eine Fachfrau durchgeführt, so kommt es danach häufig noch zu einem kurzen Nachgespräch, im Rahmen dessen Fragen beantwortet werden oder der weitere Verlauf der Therapiesitzung diskutiert wird.

Eigenständige Anwendung im Alltag: Du solltest dann das unterbewusst Gelernte im Alltag anwenden, sodass Du Deinem zuvor gesetzten Ziel Stück für Stück näher kommst.

Darüber hinaus kann Dir Dein Therapeut auch hilfreiche Tipps zur Selbsthypnose an die Hand geben, sodass Du Dich selbstständig in diesen herrlich entspannten Zustand versetzen kannst.

Was ist nun eine erotische Hypnose?

Bei einer erotischen Hypnose geht es darum, sexuelle Erregung auszulösen oder zu steigern. Sie kann auch dazu genutzt werden, einen Orgasmus hervorzurufen. Möglich ist es außerdem, dass die Technik der Bewusstseinveränderung bei gewissen Sexualpraktiken wie BDSM oder bei Rollenspielen zum Einsatz kommt.

Wofür werden erotische Hypnosen eingesetzt?

  • Stimulation: Durch eine erotische Hypnose kannst Du sexuell erregt werden. Hierzu ruft der Hypnotiseur beispielsweise eine erotische Fantasie hervor.
  • Orgasmen: Triggert Dich diese Fantasie sehr stark und bist Du in der richtigen Stimmung, dann kann die Hypnose sogar bis zum Orgasmus führen.
  • BDSM: Während einer dominanten Hypnose im Bereich des BDSM übernimmt der Dom/die Domina durch Hypnose die Kontrolle und kann seinem/r bzw. ihrem/r Sub befehlen, was er/sie zu tun hat.
  • Ausleben bestimmter Sexualfantasien/Fetische: Vielleicht wolltest Du schon immer mal Rimming oder Pegging ausprobieren, hast Dich jedoch nie getraut, Dich Deinen früheren Partnern/Partnerinnen zu offenbaren? Während der Hypnose kannst Du Deine wildesten Fantasien ausleben, die im Trancezustand höchst realistisch wirken.
  • Rollenspiele: In Trance kannst Du Dich zudem viel besser in bestimmte Rollen hineinversetzen. Eine besondere Variante des Rollenspiels ist das Genderplay. Verwandle Dich also durch Hypnose in eine Frau bzw. in einen Mann.
  • Herstellung einer tiefen Verbindung: Während einer Hypnose öffnet sich Dein Geist und Du bist bereit, eine tiefe Verbindung mit einer anderen Person einzugehen. Wenn Du Dich von Deinem Partner/Deiner Partnerin hypnotisieren lässt, ist dies zudem ein großer Vertrauensbeweis, welcher Euch enger zusammenschweißt.
  • Gegen Scham, Ängste, Hemmungen, Selbstzweifel: Durch eine erotische Hypnose werden kritische, verschämte oder ängstliche Stimmen stumm geschaltet, sodass Du besser loslassen und Dich ganz Deinem Partner/Deiner Partnerin hingeben kannst. Während der Hypnose können zudem Suggestionen wie „mein Körper ist erotisch“ oder „ich bin es wert, einen Orgasmus zu erleben“ ausgesprochen werden.

Hast Du die Erotische Hypnose schon einmal ausprobiert?

Kann ich durch eine Hypnose wirklich (leichter) zum Höhepunkt kommen?

Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Wissenschaftliche Studien zu erotischen Hypnosen gibt es noch nicht, sodass wir keine Orgasmusgarantie aussprechen können. Darüber hinaus kommt es darauf an, ob Du überhaupt hypnotisiert werden kannst bzw. willst.

Lässt Du Dich auf die Hypnose ein, so kann sie jedenfalls dafür sogen, dass Du Dich entspannst und dass sich Dein Kopf sozusagen ausschaltet. Dies ist gerade für Frauen hilfreich, denn zumeist machen sie sich vor oder während dem Sex zu viele Gedanken und hemmen so ihre Orgasmusfähigkeit. Darüber hinaus können bei einer Hypnose gezielt Fantasien suggeriert werden, sodass zumindest eine Luststeigerung erzielt werden kann.

Denke daran, dass Du ja auch durch eine erotisch flüsternde Stimme, spezielle Gerüche, eine heiße Geschichte, aufreizende Gedanken oder Pornoclips erregt werden kannst, ohne dass Du Deine Vagina bzw. Deinen Penis berühren musst. Auch wissenschaftliche Untersuchungen zeigten bereits, dass Orgasmen nicht nur durch die Stimulation der Genitalien erzielt werden und sogar rein imaginativ sein können.

Hypnose hat also sicherlich das Potenzial, Orgasmen herbeizuzaubern. Allerdings braucht es hierfür Geduld, die richtige Einstellung, eine gute Technik und viel Übung. Am besten fokussierst Du Dich während der Hypnose also nicht nur auf den Orgasmus, sondern sorgst dafür, dass Du Dich frei fühlst, entspannen und loslassen kannst. Dies hilft Dir dann dabei, leichter zum Höhepunkt zu kommen, wenn Du das nächste Mal selbst Hand anlegst oder mit Deinem Partner/Deiner Partnerin intim wirst.

Wo und wie kann ich eine erotische Hypnose ausprobieren?

Eine erotische Hypnose ist auf vielfältige Weise möglich. Wenn Du Dich von anderen Personen hypnotisieren lassen willst, dann informiere diese jedoch zuvor über eventuelle medizinische Vorerkrankungen, sexuelle Traumata, starke Trigger, Deine Gründe für die Hypnose sowie ob Du angefasst werden möchtest oder nicht.

Achtung! Sollte ein akutes Trauma, eine psychische Störung oder ein ähnliches Leiden bei Dir vorliegen, dann sehe am besten von einer Hypnose ab, solange der Zustand andauert.

Überlege Dir zudem ein Stoppwort und nenne es Deinem Hypnotiseur vor der Session. Das Wort kann etwa „Stopp!“, „Genug!“ oder „Kirsche!“ lauten. Wichtig ist, wenn dieses Wort fällt, sollte Dein Gegenüber sofort mit der Hypnose aufhören.

Folgende Personen können eine erotische Hypnose ausführen:

Hypnosetherapeut

Einige professionelle Psychotherapeuten nutzen Hypnose, um in Dein Unterbewusstsein vorzudringen und herauszufinden, warum Du beispielsweise sexuelle Hemmungen hast oder nicht zum Orgasmus kommst. Wenn Du vermutest, dass psychische Probleme hinter Deinem schlechten Sexleben stecken, dann ist ein Psychotherapeut mit Hypnoseerfahrung Deine erste Anlaufstelle. Die „Deutsche Gesellschaft für Hypnose und Hypnotherapie e. V.“ hilft Dir im Zweifelsfall, einen passenden Hypnotherapeuten zu finden.

Hypnose durch Dominas, Prostituierte, Cam-Girls etc.

Einige Frauen und Männer im „Business“ haben sich ebenfalls auf erotische Hypnosen spezialisiert. Falls es Dir bei einer Hypnose also vor allem um den erotischen Kick geht bzw. das Ausleben Deiner sexuellen Vorlieben, dann findest Du online sicherlich einige Dominas oder andere Ladys/Gentlemen, die Dir zur Erfüllung Deiner heißen Träume verhelfen. Dies ist jedoch nicht kostenlos und auch nicht ganz ungefährlich, denn hier sind tatsächlich viele ungeübte Scharlatane am Werk. Finde also zunächst heraus, ob es sich um ein seriöses Angebot handelt.

Hypnose durch den Partner/die Partnerin

Wenn es sich um eine rein erotische Hypnose handelt, dann kann auch Dein Partner/Deine Partnerin einspringen und Dich in Trance versetzen sowie verführen. Der Vorteil hierbei ist, dass Du Deine Liebste/Deinen Liebsten gut kennst und ihr/ihm vertrauen kannst. Andererseits haben nur die wenigsten Menschen Erfahrung als HypnotiseurIn, sodass es wahrscheinlich nichts bringen wird, wenn Dein ungeübter Partner/Deine ungeübte Partnerin plötzlich versucht, Dich zu hypnotisieren.

Falls sich Deine Frau/Dein Mann jedoch sehr für Hypnose interessiert, dann kann sie/er sich zunächst in das Thema einlesen und unter Umständen sogar Hypnose-Seminare besuchen. Wenn sie/er dann mit dem Prozedere vertraut ist, geht es zum praktischen Teil im Schlafzimmer über.

Erotische Hypnose Online

Du kannst Hypnosen auch als Audiodateien in bestimmten Onlineshops herunterladen. Hierzu musst Du einfach nur „erotische Hypnose“ bei Google eingeben und schon werden Dir zahlreiche Treffer angezeigt. Darüber hinaus ist es möglich, sich Hypnosevideos auf gewissen Videoportalen anzuschauen.

Diese Art der Hypnose ist vor allem für Anfänger geeignet, die auf günstige Weise einfach mal ausprobieren möchten, was auf sie zukommt. Meistens laufen solche Audiodateien jedoch eher auf erotische Geschichten hinaus, die Dich zwar entspannen und erregen, jedoch nicht unbedingt – oder jedenfalls nicht ohne Übung – in Trance versetzen.

Hypnosen auf Videoportalen werden ferner oftmals von Laien oder sogenannten Influencern erstellt, sodass sie nicht unbedingt höchst professionell sind, wobei es natürlich auch Ausnahmen gibt.

Suche einfach online nach Audiodateien, die Dich überzeugen. Oftmals besteht die Möglichkeit einer Hörprobe, sodass Du im Vorhinein abschätzen kannst, ob das Produkt Deinen Ansprüchen genügt.

Selbsthypnose

Du kannst Dich auch selbst hypnotisieren und dann in Trance imaginäre Anker setzen, Dich erotisch stimulieren oder Dich sogar zum Orgasmus bringen. Die Selbsthypnose bedarf jedoch einiger Übung, da die unterschiedlichen Phasen alle selbst erlernt und durchgeführt werden müssen. Es empfiehlt sich also, dass Du Dich zunächst mit dem Thema auseinandersetzt, Bücher liest, an Seminaren teilnimmst oder einen Therapeuten besuchst, der Dir zeigt, wie es geht.

Eine Selbsthypnose könnte beispielsweise so ablaufen:

  1. Ziehe bequeme Kleidung an und sorge dafür, dass es nicht zu kalt im Raum ist. Du kannst auch Duftkerzen anzünden oder sanfte Musik auflegen.
  2. Schalte Dein Handy und andere Störenfriede aus. Auch Deine Kinder, Deine Partnerin/Dein Partner, Deine Haustiere etc. sollten während der Hypnose nicht in den Raum platzen.
  3. Setze oder lege Dich auf Dein Bett oder Dein Sofa. Eine sitzende Position hilft dabei, nicht einzuschlafen. Nimm eine bequeme Haltung ein, die Du für einen längeren Zeitraum beibehalten kannst.
  4. Halte nun noch kurz inne, um zu definieren, warum Du die Hypnose machen willst. Möchtest Du Dich gern vor dem Sex entspannen, geht es Dir um Dein Selbstbewusstsein oder planst Du, einen Orgasmus zu erzielen? Lege Deine Ziele fest und überlege Dir passende Suggestionen/Affirmationen.
  5. Versuche nun, Dich zu fokussieren. Wie bei einer Meditation solltest Du alle Gedanken loslassen. Stelle Dir beispielsweise vor, Deine Gedanken wären Wolken. Schaue sie Dir an und lasse sie dann vorüberziehen. Du kannst auch auf das Licht einer Kerze schauen und Dich immer dann, wenn Deine Gedanken zu wandern beginnen, auf das Licht dieser Kerze konzentrieren.
  6. Atme tief und gleichmäßig. Schließe Deine Augen. Stelle Dir vor, wie jedes einzelne Deiner Körperteile nach und nach ganz leicht wird. Du kannst etwa daran denken, dass ein attraktiver Masseur/eine attraktive Masseurin Dich massiert. Er/Sie fängt mit Deinen Füßen an und arbeitet sich langsam an Deinem Körper hinauf. Sobald er/sie eine bestimmte Körperstelle berührt, wird sie ganz leicht.
  7. Dein Masseur/Deine Masseurin führt Dich nun zu einer riesengroßen Badewanne, in welcher ein heißes Schaumbad auf Dich wartet. Gleite langsam in das warme Wasser hinein. Zähle von 100 rückwärts. Mit jeder Zahl sinkst Du tiefer in das Becken hinab, warmes Wasser umgibt Dich, Du fühlst Dich geborgen und gleichzeitig frei. Spüre, wie Du tiefer und tiefer in Deinem Inneren versinkst.
  8. Wenn Du merkst, dass Du einen veränderten, entspannten Bewusstseinszustand erreicht hast, dann arbeite nun auf Dein zuvor festgelegtes Ziel hin. Wenn Du einen Orgasmus erreichen willst, dann denke etwa an eine Sexfantasie, die Dich so richtig anmacht. Male Dir beispielsweise aus, wie Dein Schwarm sich anfühlt, wie er/sie riecht, wie er/sie aufreizend über Deinen Körper streicht und Dich leidenschaftlich küsst. Nutze all Deine Sinne und koste den Moment voll aus.
  9. Wenn Du Dein Selbstbewusstsein für Sex im realen Leben stärken möchtest, dann sprich jetzt die Suggestionen/Affirmationen aus, die Du Dir zuvor ausgedacht hast. Flüstere etwa: „Ich bin eine Sexgöttin!“ oder „Ich kann meinem Partner beim Sex voller Selbstbewusstsein und auf ganz natürliche Weise sagen, was ich möchte.“ Du kannst Dir auch vorstellen, wie Du eine Schatzkiste öffnest, in welcher sich Selbstbewusstsein verbirgt.
  10. Solltest Du während der Orgasmus-Hypnose stark erregt sein, kannst Du auch einen Anker setzen, beispielsweise indem Du Deine Lippen mit Zeige- und Mittelfinger berührst. Wiederholst Du diese Bewegung im realen Leben, wirst Du an Deine Lust und Erregung erinnert.
  11. Mache Dich nun bereit, Deine Fantasiewelt zu verlassen. Stelle Dir beispielsweise vor, wie Du wieder in der Badewanne liegst und das Wasser langsam etwas kühl wird. Du zählst wieder von 100 rückwärts und steigst langsam aus dem Becken heraus. Dein Körper fühlt sich wieder schwerer an. Du bist angenehm entspannt, ausgeruht und glücklich.
  12. Bleibe nun noch ein wenig sitzen bzw. liegen und atme ruhig ein und aus. Öffne langsam Deine Augen und sage laut: „Ich bin wach!“

Hat eine (erotische) Hypnose auch Risiken?

Vor allem, wenn eine therapeutische Hypnose von einem Laien oder selbsternannten „Wunderheiler“ durchgeführt wird, kann das negative Folgen haben. Denn eine solche Hypnose geht sehr tief, sodass durch eine unsachgemäße Ausführung beispielsweise Erinnerungen falsch vernetzt oder verborgen liegende Traumata hervorgeholt werden können. Wenn dann zudem kein professionelles Nachgespräch und keine Aufarbeitung stattfinden, wird unter Umständen eine psychische Störung ausgelöst oder vertieft. Falls Du also aufgrund einer Krankheit, egal ob körperlicher oder seelischer Art, hypnotisiert werden möchtest, dann wende Dich an eine Fachfrau/einen Fachmann.

Weitere negative Auswirkungen können ferner sein:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Müdigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Unwohlsein
  • Angst
  • Negative Auswirkungen durch unpassende Suggestionen

Was, wenn es nicht klappt?

Etwa 10 bis 20 % aller Menschen lassen sich äußerst einfach in Trance versetzen, 10 % können dahingegen nicht hypnotisiert werden. Bei allen anderen kommt es vor allem auf das Vertrauensverhältnis zum Hypnotiseur sowie auf die eigene Einstellung an. Wer absolut nicht hypnotisiert werden möchte bzw. glaubt, dass alles nur Hokuspokus ist, der wird nur schwerlich loslassen und in einen anderen Gemütszustand hinübergleiten können.

Falls es mit der Hypnose also nicht sofort klappt, dann musst Du zunächst nicht verzagen. Frage Dich, ob Du wirklich bereit bist, Dich auf diese Methode der Bewusstseinsveränderung einzulassen. Vielleicht hast Du ja doch noch Bedenken oder vertraust Deinem Hypnotiseur/Deiner Hypnotiseurin bzw. Deinem Partner/Deiner Partnerin nicht richtig.

Die Selbsthypnose bedarf zudem noch mehr Geduld, da es hierbei keinerlei Anleitung oder Anregung von außen gibt. Probiere erst einmal weniger intensive Entspannungsübungen wie eine Meditation oder Muskelentspannung aus und taste Dich langsam an erotische Hypnosen heran.

Gibt es Hilfsmittel oder andere Dinge, die die erotische Hypnoseerfahrung verstärken?

Du kannst Hypnose auch einfach unterstützend während des Vorspiels oder bei der Selbstbefriedigung anwenden. Wenn Du Dich bzw. Deine Liebste/Dein Liebster sich dann in Trance befindet, hole folgende Accessoires hervor oder führe folgende Handlungen durch und bringe Dich selbst oder Dein Gegenüber zu einem granatenstarken Höhepunkt:

P.S.: Sprecht am besten vor der Hypnose ab, dass auch Sextoys zum Einsatz kommen sollen, damit sich niemand überrumpelt fühlt.

Gibt es Alternativen zum Orgasmus durch Hypnose?

Vielleicht ist Dir diese ganze Sache mit der Hypnose nicht wirklich geheuer, weil Du Angst hast, Du könntest in einem Trancezustand steckenbleiben. Falls Du eine Hypnose aus diesen oder ähnlichen Gründen ablehnst, ist dies natürlich vollkommen in Ordnung. Du solltest Dich nur hypnotisieren (lassen), wenn Du hundertprozentig hinter dieser Methode stehst.

Wenn dies nicht der Fall ist, dann versuche doch folgende, etwas weniger intensive Varianten der psychischen Erotikstimulation:

  • Autonomous Sensory Meridian Response
  • Audiopornos
  • Erotische Geschichten
  • Meditation
  • Yoga
  • Tantra
  • Autogenes Training

Fazit – Orgasmus und Hypnose, passt das zusammen?

Ja, durchaus. Sich tief zu entspannen, seinen sexuellen Fantasien freien Lauf zu lassen und sich hierfür nicht zu schämen, kann ein mächtiges Tool sein und einen Orgasmus ganz ohne eine Stimulation der Genitalien auslösen. Allerdings solltest Du hierfür nur auf seriöse Therapeuten, Deinen Partner/Deine Partnerin oder Dich selbst vertrauen. Außerdem ist Hypnose sicherlich kein Allheilmittel. Es ist möglich, dass Du nicht hypnotisiert werden oder dass Du zumindest keinen Orgasmus erreichen kannst. Setze Deine Erwartungen also nicht zu hoch an, sondern nutze Hypnose als Mittel zur Entspannung, Bewusstseinserweiterung, psychischen Stärkung – ach ja, und als erotischen Stimulus.