Was ist Edging? Vorteile, Risiken und Tipps zum Praktizieren der Orgasmuskontrolle

Entscheide selbst, wann es Zeit für einen Orgasmus ist

In diesem Artikel

Hast du schon einmal etwas vom Begriff Edging gehört? Wenn nicht, sei ganz unbesorgt, damit bist du nicht allein. Edging klingt erst einmal so gar nicht sexuell, dahinter versteckt sich aber eine Methode, die deine Orgasmen auf ein ganz neues Level heben können. Das Geheimnis lautet Orgasmuskontrolle! Also einmal alles ganz anders als sonst: Nicht dein Höhepunkt kontrolliert, wann es vorbei ist, sondern du entscheidest, wann dein Höhepunkt kommt. Wir verraten dir, was die Vorteile vom Edging sind, worauf du achten musst und welche Risiken es geben kann.

Was genau ist eigentlich Edging?

Edging = Orgasmuskontrolle bzw. Verzögerung, so weit, so gut – aber ist das nicht eigentlich nur so ein Männerding? Denn: Es sind doch meist Männer, die über einen zu frühen Orgasmus klagen, oder? Falsch: Zwar ist die vorzeitige Ejakulation ein Männerding, aber auch als Frau kannst du durchaus von Edging profitieren. Denn das Ziel ist ja nicht nur, den Orgasmus auf die lange Bank zu schieben, sondern einen wahren Wow-Effekt am Ende zu erzielen, wenn du dann endlich loslässt und den Höhepunkt zulässt.

Stell dir vor: Du stehst auf dem 10-Meter Turm im Schwimmbad. Du läufst nach vorn, gehst wieder zurück. Du läufst wieder nach vorn, gehst wieder zurück. Beim dritten Mal nimmst du Anlauf und springst. Eine Mega-Fontäne schießt über den Beckenrand und dein Adrenalin schlägt Purzelbäume! Genauso funktioniert Edging. Indem du den Orgasmus immer wieder in die Schranken weißt, verstärkst du ihn, bis er sich in einer gewaltigen Lust-Fontäne entlädt und dich mental ins Orbit schießt!

Eine Publikation im Journal of Sexual Medicine zeigt, dass schon vor Jahren die Stopp-and-Go Methode als probate Behandlungsmethode der frühzeitigen Ejakulation beim Mann erwähnt wurde. Dass diese Methode auch bei Frauen für intensive Höhepunkte sorgen kann, wurde seinerzeit nicht berücksichtig.

Der Weg zum Orgasmus

Gerade einmal 27 % aller Frauen gaben in dieser Umfrage an, dass sie bei jedem Sex zum Höhepunkt kommen. Viel zu wenig, wie wir finden und Grund genug, sich den Weg des weiblichen Orgasmus einmal etwas genauer anzuschauen. Eingeteilt ist der sexuelle Höhepunkt sowohl bei Frauen als auch bei Männern in 4 Phasen, wie dieser Bericht gut verdeutlicht.

Die Phase der Erregung

Die erste Phase auf dem Weg zum Höhepunkt ist die Erregungsphase. Sie ist von vielen Faktoren abhängig und kann auch ohne gezielte Stimulation einsetzen. Eine erotische Fantasie, ein sexy Roman oder auch die Vorfreude auf das Date mit dem Partner sind ausreichend, um die sexuelle Lust zu fördern. Kommt es dann zu sexuellen Handlungen, steigt auch die körperliche Erregung. Der Puls schießt in die Höhe, als Frau wirst du feucht, die Brustwarzen werden hart.

Die Phase des Plateaus

Wenn die Erregungskurve steil nach oben gelaufen ist, bleibt sie irgendwann auf einem Plateau. Stell es dir vor wie eine Bergwanderung, auf der du eine ganze Weile, in luftiger Höhe, geradeaus laufen kannst. Deine sexuelle Lust ist in dieser Phase ziemlich stabil, es gibt wenig, was deine Lust jetzt noch einschränken kann.

Die Phase des Orgasmus

Wenn sich plötzlich all deine Muskeln erst anspannen, um dann plötzlich nachzulassen, nennt sich dieses sekundenlang andauernde Phänomen Orgasmus. So trocken, wie das gerade klingt, ist es aber nicht. Der Orgasmus gilt nicht umsonst als der intensivste körperliche Genuss, den ein Mensch haben kann. Umso erschreckender ist übrigens diese Statistik, die besagt, dass 68 Prozent der Frauen davon ausgehen, dass nahezu jede Frau ihren Orgasmus schon einmal vorgespielt hat! Mädels: Lasst euch das Vergnügen des echten großen „O“ nicht entgehen.

Die Phase der Rückbildung

Viel zu schnell ist er vorbei, der sexuelle Höhepunkt und jetzt fängt der Körper an, wieder in den Zustand vor der Erregungsphase zurückzukehren. Die Kurve des Mannes fällt steil ab, die Refraktionsphase macht es beinahe unmöglich, noch einmal sofort zum Höhepunkt zu kommen. Als Frau hingegen kletterst du über ein Plateau wieder in Ausgangsstimmung zurück. Deswegen ist es für Frauen auch leichter, einen multiplen Orgasmus zu bekommen. Wenn das bei dir nicht klappt, keine Sorge. Es gibt zahlreiche Mädels, die keinen multiplen Höhepunkt bekommen können, den klassischen Orgasmus aber dennoch sehr genießen!

Deine Vorteile durch Edging

Die gute Nachricht zuerst: Edging ist nicht nur beim Sex mit deinem Partner ein echtes Hilfsmittel, sondern eignet sich auch für heißen Solosex mit dir allein. Und es gibt einige gute Gründe, warum du es wirklich ausprobieren solltest!

Einfacher zum Höhepunkt

Eine Studie mit 96 Frauen aus dem Jahr 2014 zeigte, dass Frauen bei der Masturbation eher zum Orgasmus kommen als zusammen mit dem Partner. Einer der Hauptgründe scheint zu sein, dass beim Sex mit dem Partner zu viel Druck herrscht, weil du ihn unbedingt glücklich machen möchtest und weil du dir viel zu viel Sorgen darüber machst, ob du auch wirklich „gut im Bett“ bist. Beim masturbieren hast du diese Sorgen nicht, denn hier geht es nur um dich, deinen Körper, dein Vergnügen! Mit Edging kannst du deinen Körper, dein Verlangen und deine Lust auf sinnliche Weise kennenlernen und dir so zu mehr Selbstvertrauen verhelfen.

Das Kennenlernen der Klitoris

Hättest du gedacht, dass es noch immer Männer gibt, die glauben, dass der Penis allein ausreicht, um eine Frau zum Höhepunkt zu führen? Sorry Jungs, so schön es mit euch auch ist, die Klitoris gehört beim Liebesspiel einfach dazu. Ein glasklares Ergebnis liefert diese Studie, aus der hervorgeht, dass gerade einmal 18 Prozent der Frauen beim Geschlechtsverkehr zum Höhepunkt kommen, wenn die Klitoris nicht stimuliert wird.

Die gezielte Orgasmuskontrolle ermöglicht es dir, dich kennenzulernen, dich intensiv deiner Klitoris zu widmen, aber auch herauszufinden, ob du auf G-Punkt und sogar U-Punkt Stimulation genauso intensiv reagierst, wenn du dir nur genug Zeit dafür lässt.

Endlich zur Praxis – so funktioniert Edging im Solomodus

Theorie ist manchmal staubtrocken und jetzt wird es Zeit, dass wir uns mit der Praxis beschäftigen. Auch wenn du jetzt schon weißt, dass es bei der Orgasmus Verzögerung darum geht, am Ende einen echten WOW-Moment zu erleben, sind die Schritte bislang noch nicht ganz klar. Die folgenden sieben Stepps führen dich zu deinem individuellen Magic Moment, egal ob du eine Frau bist oder ein Mann.

1. Die Wohlfühlzone

Wohlfühlen ist die Basis, denn sonst funktioniert es mit der Orgasmus Kontrolle nicht. Kein Smartphone, keine Türklingel, kein Zeitdruck. Vielleicht hast du Lust auf sanfte Musik oder möchtest eine sinnliche Duftkerze anzünden, um dich vollkommen entspannt und relaxt zu fühlen.

2. Mach dich scharf

Erinnerst du dich an die Erregungsphase? Genau diese wird jetzt gestartet. Lehn dich zurück, lass deine Fantasie kreisen, verwöhne deine erogenen Zonen mit einem Massagestab oder mit einer sinnlichen Selbst-Massage, tu alles was dir gut tut und was dich in sexuelle Stimmung versetzt. Lass deinen Intimbereich dabei noch außen vor, sondern beschäftige dich mit dem Rest deines Körpers.

3. Und los geht’s:

Und jetzt ist es auch schon so weit. Wenn du spürst, dass deine Brustwarzen hart, deine Vagina feucht ist, dann beginne wie gewohnt zu masturbieren. Fokussiere dich dabei auf deine Klitoris, stimuliere sie mit dein Fingern, nutze einen Druckwellenvibrator, massiere sie mit einem erotischen Massageöl. Tu all das, was du auch sonst tust, um zum Höhepunkt zu kommen. Als Mann kannst du natürlich deine Fleshlight benutzen, alles ist erlaubt, was deine Masturbation schöner macht.

4. Aufhören, sofort!

Jetzt wird es entscheidend. Du spürst, dass dein Penis härter wird und langsam zu pumpen beginnt? Deine Vagina zieht sich zusammen, deine Klitoris pocht und du bist kurz davor? Dann Stopp! Nimm deine Hände weg, atme tief ein und aus und lasse deinen Puls einen Moment lang herunterfahren.

5. Die innere Zwiesprache

Höre in dich hinein, was dein Körper dir sagt. Der Druck, das Verlangen zum Höhepunkt zu kommen, steigt. Streichle deinen Körper, fahre über die Brustwarzen, deine erogenen Zonen, fühle das Pulsieren deines Geschlechts.

6. Die nächste Runde

Fange nun wieder an zu masturbieren, schneller, heftiger, so, dass du normalerweise nicht lange durchhalten kannst. Wenn du spürst, dass du erneut vor dem Höhepunkt stehst, unterbrich das Spiel noch einmal. Fokussiere dich wieder auf deine Gefühle, komme zur Ruhe und mach weiter.

7. Auf den Gipfel

Du kannst den Höhepunkt so oft unterbrechen, wie du möchtest. Als Einsteigerin solltest du aber 1-3-mal nicht überschreiten. Jetzt lass dich treiben. Masturbiere genauso, wie du es magst, schließe deine Augen, fühle die Gier in dir, die Lust darauf, endlich zu explodieren und dann lass es zu. Dein Orgasmus wird sich stärker, tiefer und intensiver anfühlen, weil du ihn so sehr herbeigesehnt hast.

Edging mit dem Partner

Auch zusammen mit dem Partner ist die Start-Stopp Methode möglich, allerdings müsst ihr eure Körpersignale gut kennen und deuten können. Der Moment, wenn er dich oral verwöhnt und nur wenige Zungenschläge zu häufig über deine Klitoris gleitet, kann bereits zu spät sein. Sprecht vorher darüber, wie ihr euch den Point of no Return signalisieren könnt, damit ihr rechtzeitig mit der Stimulation aufhört. Wenn ihr euch gegenseitig gut genug einschätzen könnt und es euch gelingt, im richtigen Moment zu unterbrechen, könnt ihr euch gleichzeitig auf einen intensiven Lustgipfel bewegen und euch zusammen entladen!

Wann ist es Zeit für den Orgasmus beim Edging

Einmal, zweimal, zehnmal? Wie oft ist Start und Stopp sinnvoll und wann wird es einfach zu viel? Pauschal lässt sich die Frage nicht beantworten, denn deine individuellen Gefühle stehen im Fokus. Höre auf das, was dein Körper dir sagt. Wenn du spürst, dass sich deine Lust langsam in Wut umwandelt, weil du es nun wirklich nicht mehr abwarten kannst, dann lass los. Lass dich gehen und lass den Orgasmus zu. Solange du aber spürst, dass die Erregung immer weiter ansteigt und du den Druck in deinen Lenden und dem ganzen Körper noch aushältst, mache weiter mit Masturbation – Pause – Masturbation – Pause.

Für Männer – die Squeeze Methode

Vielleicht hast du von der Squeeze Methode schon einmal was gehört. Sie wird gern genutzt, um einen frühzeitigen Orgasmus zu unterdrücken. Bei der Masturbation drückst du, kurz bevor du kommst, einmal kräftig jenen Punkt zusammen, an dem Eichel und Vorhaut miteinander verbunden sind. Durch diesen Druck wird der Ejakulationsdrang kurzfristig unterbrochen und der Samenerguss verzögert. Wenn du jetzt weiter masturbierst, braucht es einen Moment, bis sich der Samen wieder auf den Weg ans Tageslicht macht. Die Squeeze Methode kannst du nicht nur beim Sex nutzen, um länger durchzuhalten, sondern auch beim Masturbieren, um deinen Orgasmus zu verzögern.

Für Frauen – mit diesen Toys hebt ihr richtig ab

Sextoys sind eine grandiose Erweiterung eures Sexlebens, die ihr nicht außen vor lassen solltet. Beim Edging kannst du nicht nur die Finger nutzen, um dich an den Rand des Wahnsinns zu treiben, sondern auch jede Menge deiner Lieblingstoys, die die Stimulation noch verstärken. Die besten Sexspielzeuge, die du unbedingt ausprobieren solltest, verraten wir dir!

Der Rabbit-Vibrator

Dein ganz persönlicher „Hase“ ist ein echter Freudenspender, dem du den Einzug in den Schlafzimmer unbedingt gestatten solltest. Die Besonderheit dieses Vibrators liegt darin, dass du ihn nicht nur einführen kannst, sondern er zusätzlich einen Reizarm für deinen Kitzler besitzt. Während du also von innen deinen G-Punkt stimulierst, wird außen deine Klitoris gnadenlos unter einen Luststrom gesetzt.

Der Womanizer

Deine Klitoris wird es dir danken, wenn du ihr einen Womanizer spendierst. Es gibt nur wenige Frauen, die der direkten und intensiven Stimulation dieses Sextoys widerstehen können. Die Technologie des Womanizers macht es möglich, dass die Klitoris-Berührungen nie unangenehm sind, aber dennoch so lustvoll, dass du den Moment des Stopps auf keinen Fall verpassen solltest. Denn dieses Toy bringt dich schneller zum Höhepunkt als du glaubst.

Der Butterfly-Vibrator

Er sieht unschuldig aus, hat es dabei aber faustdick hinter den Ohren. Der Butterfly-Vibrator hat den Vorteil, dass du ihn auf deine Vulva legst, dann aber die Hände frei hast. Steuern kannst du die meisten Modelle mit der Fernbedienung, so dass du kurz vorm Höhepunkt einfach nur die „Stopp-Taste“ drücken musst. Wenn du dich dann wieder auf den Weg Richtung Orgasmus machst, wähle dein favorisiertes Programm und es geht wieder los.

Achtung Gesundheit: Ist Edging gefährlich?

Immer wieder wird von einem Phänomen bei Männern gesprochen, was als potenziell gefährlich erachtet wird. Die Rede ist von „Blue Balls“. Bei diesem Symptom staut sich das Blut in den Nebenhoden, was sie zum anschwellen bringt. Blue Balls werden mit starker, sexueller Erregung ohne Erlösung in Verbindung gebracht. Die Wahrscheinlichkeit, dass es beim Edging passiert, ist verschwindend gering. Doch selbst wenn es dazu kommt, verschwinden die Symptome ohne Behandlung nach rund 30 Minuten. Dennoch gilt: Gern treiben, nicht übertreiben! Dich tagelang mit Edging am Orgasmus zu hindern, würde vermutlich dazu führen, dass du in der Nacht spontan ejakulierst. Wenn du also spürst, dass es Zeit für den Höhepunkt wird, dann gönn ihn dir.

Fazit: Edging einfach mal ausprobieren

Edging gehört definitiv zu den Sexmethoden, die du einfach mal ausprobieren solltest. Du brauchst dafür nichts als Lust und Zeit und mit etwas Glück erlebst du einen deutlich intensiveren Orgasmus als jemals zuvor. Wie lange du deinen Höhepunkt hinauszögerst, ob du Hilfsmittel nutzt oder nicht und ob du es allein oder mit deinem Partner probierst, ist ganz deinem persönlichen Geschmack überlassen.