15 Fetische und Sexuelle Vorlieben, von Denen Du Noch Nie Gehört Hast

Bist auch Du ein Kinkster?

15 Fetische und Sexuelle Vorlieben
In diesem Artikel

Worauf stehst Du? Bist Du ein Kinkster? – Hä, ein waaas? Ein „Kink“ ist laut dem US-amerikanischen Psychologie-Wissenschaftler Samuel Hughes eine weite, vorurteilsfreie Umschreibung für „eine große Vielfalt an einvernehmlichen, nicht-traditionellen, sinnlichen und intimen sexuellen Verhaltensweisen wie etwa Sadomasochismus, Dominanz und Unterwerfung, erotisches Rollenspiel, Fetischismus und erotische Formen der Disziplinierung.“

Ein Kinkster kann also ein Fetischist sein. Fetischismus bedeutet wiederum, dass Männer oder Frauen ein „erotisches oder intimes Interesse an nicht-genitalen Körperteilen, Materialien, Gerüchen, Flüssigkeiten, Kostümen oder anderen nicht-menschlichen Objekten haben.“ Kommt Dir das bekannt vor?

Dieser Artikel dreht sich vor allem um Fetische, soll aber auch andere Kinks nicht außer Acht lassen. Lehne Dich also bequem zurück und rege Deine Fantasie mit 15 sexuellen Vorlieben, von denen Du wahrscheinlich noch nichts gehört hast, an. Aber Vorsicht – es wird ganz schön schlüpfrig!

Was genau sind Fetische oder sexuelle Vorlieben?

Dies aufzuschlüsseln, gestaltet sich als ein wenig kompliziert, da viele unterschiedliche Oberbegriffe und Subkategorien im Umlauf sind. Außerdem ist sich selbst die Wissenschaft nicht einig darüber, was genau als „anormal“ angesehen wird. Zudem unterliegt diese Frage auch dem ständigen gesellschaftlichen Wandel.

Du kannst Dir zunächst merken, dass die Umschreibung „sexuelle Vorlieben“, auch Sexualpräferenzen genannt, als Oberbegriff für alle zumindest ein wenig von der Norm abweichenden sexuellen Praktiken, Fantasien, Wünsche oder Neigungen dient. Einige dieser Vorlieben sind ganz harmlos; wahrscheinlich hat sie sogar jeder Mensch.

Andere Präferenzen weichen dahingegen stärker von dem ab, was die Gesellschaft gemeinhin als „normal“ betiteln würde. Treten sie wiederholt auf (mindestens 6 Monate), sind sehr intensiv oder dranghaft und beziehen sie sich etwa auf ungewöhnliche Gegenstände, nicht-genitale Körperteile, auf Kinder oder auf Aktivitäten wie eine Erniedrigung des Partners werden sie auch als „Paraphilie“ bezeichnet.

Paraphilien sind also in unterschiedlichen Ausprägungen möglich. Das „Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information“ unterscheidet grob folgende Störungen der Sexualpräferenz:

Fetischismus

Eine Person fühlt sich durch bestimmte Objekte sexuell stimuliert. Infrage kommen beispielsweise bestimmte Kleidungsstücke wie Stilettos oder Seidenunterwäsche, Materialien wie Lack oder Leder sowie Körperteile wie Füße oder Haare.

Fetischistischer Transvestitismus

Eine Person wird dadurch erregt, dass sie die Kleidung des anderen Geschlechts trägt. Ein Mann masturbiert beispielsweise stets in den Stringtangas seiner Partnerin.

Hiervon zu unterscheiden ist der „transsexuellen Transvestitismus“, denn hierbei geht es nicht vordergründig um sexuelle Stimulation.

Exhibitionismus

Eine Person findet es erregend, ihre Geschlechtsteile in der Öffentlichkeit zu präsentieren oder sogar vor fremden Menschen zu masturbieren.

Voyeurismus

Eine Person findet Gefallen daran, andere Menschen beim Sex oder bei anderen intimen Tätigkeiten zu beobachten, ohne dass diese Menschen davon wissen. Zumeist kommt es hierbei ebenfalls zur Selbstbefriedigung.

Pädophilie

Eine Person zeigt sexuelles Interesse an Kindern. Diese Art der Paraphilie stellt wohl die am meisten geächtete dar. Sie steht unter Strafe und sollte ohne Umschweife von einem Psychologen oder Psychiater behandelt werden.

Sadomasochismus

Eine Person findet es stimulierend, dass ihr Schmerzen zugefügt werden oder dass sie erniedrigt, gefesselt oder anderweitig bestraft wird (Masochismus).

Das Gegenteil, nämlich der Sadismus, liegt vor, wenn eine Person sexuelle Lust dabei empfindet, andere Menschen zu erniedrigen, zu schlagen, zu fesseln oder ihnen auf andere Weise Leid zuzufügen.

Sadomasochismus

Multiple Störungen der Sexualpräferenz

Eine Person vereint mehrere sexuelle Auffälligkeiten in sich; mag es beispielsweise, ausgepeitscht zu werden und dabei ein Latex-Outfit zu tragen.

Sonstige Störungen und Sexualpräferenzen ohne nähere Bezeichnung
Hierunter fallen alle Neigungen, die nicht exakt in oben genannte Kategorien passen, vielleicht weil sie sehr spezifisch oder selten sind. Hierzu gehört beispielsweise die Nekrophilie. Dies bedeutet, dass eine Person sich von toten Menschen- oder Tierkörpern angezogen fühlt. Auch Telefonsex oder Pornosucht wird von einigen Medizinern und Psychologen unter diese Kategorie gefasst.

Ist es „krank“ einen Fetisch oder eine gewisse sexuelle Vorliebe zu haben?

Nein, so pauschal lässt sich das nicht sagen. Solange Du Dich wohlfühlst und Deine sexuelle Vorliebe sich nicht negativ auf Dein Seelenleben oder die Psyche bzw. den Körper anderer Menschen auswirkt, ist Deine Neigung nicht krankhaft und Du musst auch keinen Psychologen oder Psychiater aufsuchen.

Selbst wenn Du also darauf stehst, getragene Unterwäsche anzuziehen, Dich in die Badewanne zu legen, mit Vanillepudding einzureiben sowie einen Analdildo in Deinen Po einzuführen, besteht kein Grund zur Sorge. Wenn Du jedoch durch Deine sexuelle Vorliebe Dein Leben oder das Leben anderer beeinträchtigst oder sogar gefährdest, dann sollte eine Behandlung erfolgen.

Früher wurde Homosexualität als Paraphilie betrachtet

Dass die Frage, ob eine Paraphilie als behandlungsbedürftig einzustufen ist, einem ständigen Wandel durch gesellschaftliche Ansichten unterliegt, zeigt am besten das Beispiel der Homosexualität. Bis 1990 wurde die gleichgeschlechtliche Liebe von der WHO noch als psychische Krankheit eingestuft. In Deutschland wurde der Straftatbestand der „Widernatürlichen Unzucht“ zwischen Männern zudem erst 1994 aus dem Strafgesetzbuch gestrichen.

Heutzutage ist Homosexualität zumindest in der westlichen Welt weitgehend anerkannt und wird nicht mehr als krankhaft angesehen. Im Gegenteil, schwulen Männern und lesbischen Frauen werden weitgehend dieselben Rechte wie heterosexuellen Menschen zugestanden. Gleichgeschlechtlicher Analsex zwischen zwei Männern oder erotische Strap-on-Spielchen zweier Frauen locken also schon lange keinen Psychologen mehr hinterm Ofen hervor.

Was sind die häufigsten Kinks?

Laut einer Studie der „National Coalition for Sexual Freedom“ Gründerin Susan Wright sind folgende Kinks besonders häufig anzutreffen (in 75 bis 90 % der Fälle):

  • Bondage
  • Disziplinierung
  • Dominanz
  • Unterwerfung
  • Spanking
  • Leder
  • Rollenspiele
  • Exhibitionismus
  • Polyamory
  • Kleidungsfetisch
  • Voyeurismus

Damit Du Bescheid weißt: Da es sich bei oben genannten Neigungen also um besonders häufig vorkommende sexuelle Vorlieben handelt, wir Dir jedoch die 15 außergewöhnlichsten Kinks vorstellen möchten, werden wir sie in nachfolgender Liste nicht mehr aufführen. Es können jedoch leichte Abwandlungen und Unterkategorien der aufgelisteten Neigungen vorkommen.

15 Kinks, die Du Dir in Deinen wildesten Träumen nicht ausmalen könntest

1. Plushophilie

Wir fangen mit einem Fetisch der etwas harmloseren Art an – man könnte ihn fast schon als zuckersüß bezeichnen. Manche Menschen stehen auf Stofftiere, werden also dadurch erregt, dass sie beispielsweise putzige Plüschhäschen berühren, mit schnuckeligen Wollschafen kuscheln oder ihre Genitalien an flauschigen Teddybären reiben.

Übrigens gibt es auch die sogenannte Autoplushophilie. Hierbei geht es darum, dass sich eine Person selbst als riesengroßes Plüschtier oder als tierische Cartoonfigur verkleidet und dadurch sexuelle Erregung erfährt.

2. Petplay

Ähnlich wie die Plushophilie, aber eben doch nicht ganz identisch, gestaltet sich das sogenannte Petplay, auch Animal Play oder Zoomimik genannt. Hierbei übernimmt ein Partner die Rolle eines Tieres, der andere tritt dann im Normalfall als sein/ihr Besitzer auf.

Während es sich bei der Plushophilie um einen waschechten Fetisch handelt, ist das Petplay eher dem Bereich „Bondage und Discipline, Dominance und Submission, Sadism und Masochism (BDSM)“ zuzuordnen. Es geht also vor allem darum, dass ein Part sich zum Beispiel als Pferd, Hund oder Schwein in eine unterwürfige Rolle begibt und daraufhin die Befehle seines Herrn/seiner Herrin ausführen muss.

Petplay

Eine Petplay-Session könnte beispielsweise so aussehen, dass ein Mann sich nackt auszieht, ein Halsband anlegt, auf allen Vieren durch die Wohnung krabbelt, zwischendurch mal hechelt oder bellt und von seiner Herrin gestreichelt, gefüttert, aber auch diszipliniert wird. Dieses als Dogplay bekannte Rollenspiel kann mit Sex verbunden werden, muss es aber nicht.

3. Urophilie

Jetzt wird es schon etwas heikler, denn der nächste Kink ist nur etwas für echte „Feinschmecker“. Bei der Urophilie geht es darum, dass Frauen oder Männer auf Urin stehen. Diese sexuelle Vorliebe zeigt sich etwa darin, dass sie es mögen, angepinkelt zu werden oder sogar den Urin einer anderen Person zu trinken (Urophagie).

In der Szene spricht man auch von Natursekt, NS, Golden Shower oder Watersports. Oftmals, aber nicht notwendigerweise, wird Urophilie im Bereich des BDSM praktiziert. So kann es beispielsweise dazu kommen, dass der dominante Part auf den Sklaven/die Sklavin uriniert, um ihn/sie zu demütigen oder zu bestrafen. Sollte der/die Unterwürfige dahingegen auf Natursekt stehen, dann kann es auch eine Belohnung für sie/ihn darstellen, wenn beispielsweise eine Herrin ihm/ihr in den Mund pinkelt.

Domina Contessa Juliette findet in folgendem Video noch eine andere Umschreibung für Urophilie: „Es ist einfach ein Zeichen der Hingabe; das Intimste vom anderen annehmen zu wollen.“ Das klingt doch eigentlich ganz nett, oder?

Ist Natursekt gesundheitsschädlich?

Wenn der Urin frisch ist und von einer gesunden Person stammt, dann ist Watersports im Normalfall ungefährlich. Steht der Urin jedoch längere Zeit an der Luft, so wird er von Bakterien besiedelt. Außerdem können Menschen mit Hepatitis A, einer Blasenentzündung oder anderen Krankheiten bei Natursekt-Spielen zu Überträgern werden. Sollte eine Person zudem Medikamente nehmen, ist von diesem Kink ebenfalls abzusehen.

HIV kann allerdings nicht durch Urin übertragen werden, da die Viruslast in der Flüssigkeit nicht hoch genug ist. Ist ihr allerdings Blut, Sperma oder Vaginalsekret beigemischt, so besteht trotzdem ein Ansteckungsrisiko.

Falls Du Golden Showers also ausprobieren möchtest, tue dies am besten mit einem Partner/einer Partnerin, dem/der Du vertraust und von dem/der Du weißt, dass er/sie gesund ist.

4. Liquidophilie

Dieser Fetisch richtet sich an alle Menschen mit einem Penis. Liquidophilie bedeutet, dass ein Mann es besonders heiß findet, sein bestes Stück in eine Flüssigkeit zu tauchen. Du wirst Dich sicherlich fragen, welche Flüssigkeiten das sein könnten? Naja, es gibt keine genauen Studien oder ausführlichen Beschreibungen zu dieser sexuellen Neigung – Wir raten mal: Sprudelwasser, Pudding, lauwarme Schokolade, zerflossenes Erdbeereis, Schlagsahne, Honig, Apfelmus, Milch – fällt Dir noch etwas ein?

Falls Du Deinen Penis selbst gerne in Flüssigkeiten tunkst bzw. Dein Liebster Dir gestanden hat, dass er eine liquidophile Vorliebe hat, dann trifft sich dies hervorragend. Lasse Dein bestes Stück doch einfach in geschmolzenes Vanilleeis gleiten und dieses dann genüsslich von Deiner Freundin ablecken, bevor sie Dir einen wahnsinnig guten Blowjob gibt.

5. Acrotomophilie

Diese sexuelle Vorliebe wird auch Amelotatismus genannt. Hinter diesem Fachbegriff verbirgt sich eine erotische Neigung zu Menschen, denen ein oder mehrere Körperteile fehlen. Besonders reizvoll finden die sogenannten „Amelos“ also beispielsweise den Stumpf eines Beines oder Armes.

Da sich diese Neigung, die häufiger bei Männern vorkommt als bei Frauen, also auf etwas bezieht, was nicht existiert, wird sie nicht unter den Fetischismus-Begriff gefasst. Solange fehlende Gliedmaßen zudem nicht zur Obsession werden und nur noch das Handicap gesehen wird, nicht aber die Person dahinter, können sich hieraus vielversprechende Möglichkeiten für Partnerschaften zwischen Menschen mit einer Behinderung und Amelos ergeben.

Probleme können allerdings entstehen, wenn während des Geschlechtsverkehrs einzig der Stumpf ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt oder wenn der Amelo einen Partner/eine Partnerin nur deshalb ausgewählt hat, weil ihm/ihr ein Körperteil fehlt.

6. Trichophilie

„Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herunter!“ – Dieser Satz bzw. diese Vorstellung wird wohl jeden Menschen mit einer Trichophilie triggern. Die auch als „Haarfetisch“ bekannte Neigung widmet sich ganz der menschlichen Körperbehaarung, wobei sowohl Kopfhaare als auch Scham-, Achsel-, Rücken-, Bauch- oder Beinhaare ins Zentrum dieser Vorliebe rücken können. Meistens geht es jedoch um das Haupthaar von Frauen und/oder Männern.

Der Fetisch kann sich je nach Vorliebe in viele kleinere Neigungen aufspalten. So lieben einige Haarfetischisten besonders kurzes oder langes Haar, andere finden dahingegen schwarzes oder blondes Haar erotisch, wieder andere mögen lockiges oder glattes Haar. Darüber hinaus kann Trichophilie auch spezielle Handlungsweisen wie das Berühren, Streicheln, Kämmen oder Essen von Haaren umfassen.

Welche Körperteile und körperlichen Besonderheiten stehen in der Gunst der Fetischisten besonders hoch im Kurs?

Im Jahre 2007 durchforsteten italienische Wissenschaftler das Internet und erkundeten, welche Fetisch-Websites und -Gruppen besonders großen Zulauf genießen. Durch die Mitgliederanzahl sowie die Kommentare auf einschlägigen Seiten ermittelten sie ein Ranking beliebter Körperregionen oder -merkmale:

  • Füße, Zehen (47 %)
  • Körperflüssigkeiten wie Blut oder Urin (9 %)
  • Besondere Körpermerkmale wie groß, dick, klein (9 %)
  • Haare (7 %)
  • Muskeln (5 %)
  • Körpermodifikationen wie Tattoos oder Piercings (4 %)
  • Genitalien (4 %)
  • Bauch oder Bauchnabel (3 %)
  • Ethnische Herkunft (3 %)
  • Brüste (3 %)
  • Beine und Po (2 %)
  • Mund, Lippen, Zähne (2 %)

7. Asphyxiophilie

Du hast in der Badewanne oder im Schwimmbad sicherlich schon einmal versucht herauszufinden, wie lange Du unter Wasser die Luft anhalten kannst, oder? Dann hast Du bestimmt auch dieses beklemmende Gefühl bemerkt, welches sich einstellt, sobald der Sauerstoffgehalt in Deinem Blut zu niedrig wird und Du zu ersticken drohst. Einige Menschen stehen genau auf dieses Erstickungsgefühl bzw. den dadurch ausgelösten Adrenalinkick und die erhöhte sexuelle Empfindlichkeit.

Atemkontrolle wird vor allem im Bereich des BDSM als Züchtigungsmittel und zur Steigerung des Gefühls des Ausgeliefertseins eingesetzt. Es versteht sich von selbst, dass hierbei äußerste Vorsicht geboten ist. Wird die Luft beispielsweise durch das Überziehen einer Plastiktüte, das Anlegen einer Gasmaske, das Einatmen bestimmter Gase oder manuelles Erdrosseln zu lange abgedrückt, so besteht ein hohe Gefahr der Gesundheitsschädigung. Asphyxiation sollte daher nur von erfahrenen Herren/Dominas durchgeführt werden.

Besonders gefährlich ist ferner die autoerotische Asphyxiation, wenn sich eine Person also selbst stranguliert. Oftmals werden hierzu nämlich fehlerhafte Vorrichtungen verwendet, aus welchen sich die jeweilige Person nicht mehr eigenständig befreien kann. In zwei Fällen aus dem Jahre 2016 starb ein Mann beispielsweise durch Propangas, ein anderer dadurch, weil er sich selbst mit einem Gürtel erwürgt hatte.

8. Feeding

Schokoladentorte, Käsepizza, Chips, Lasagne, Currywurst, Softdrinks, Gummibärchen – Klingt zwar unglaublich lecker, doch wenn Du all diese Leckereien an einem Tag verputzt und das über mehrere Wochen hinweg, wird sich dieses Essverhalten wohl oder übel auf der Waage bemerkbar machen.

Beim Feeding, auch als Feederism oder Fat Fetishism bekannt, geht es aber genau darum: Der Feeder, zumeist ein Mann, mästet seinen Partner/seine Partnerin so lange, bis er/sie zahlreiche Kilos zugelegt hat. Ziel ist es, dass der Feedee so dick wird, dass der Feeder mit seiner/ihrer Körperfülle zufrieden ist. Einerseits liegt hier also ein Fetisch vor, welcher sich auf die Rundungen des/der Gemästeten bezieht. Andererseits geht es auch um Kontrolle und Unterwerfung. Feeding ist daher eine Kombination aus mehreren Paraphilien.

Da starkes Übergewicht zahlreiche negative gesundheitliche Folgen haben kann, beispielsweise Diabetes, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Fettleber, Hormonschwankungen oder Bluthochdruck, ist diese Neigung ebenfalls mit Vorsicht zu genießen.

9. Vampirismus

Sie sind untot, geheimnisvoll, stark, mysteriös, können fliegen, haben kein Spiegelbild und ernähren sich von Blut. Vampire faszinieren uns seit jeher. Kein Wunder also, dass manche Menschen in die Rolle der Blutsauger schlüpfen und ihr Unwesen treiben, sobald die Sonne untergeht.

Vampirismus

In Deutschland gibt es ungefähr 1000 Menschen, die sich dem Vampirismus verschrieben haben. Bei diesem Kink geht es vornehmlich darum, einen anderen Menschen in den Hals zu beißen und sein/ihr Blut zu trinken – natürlich alles einvernehmlich und mit Spender- oder Tierblut. Aber auch vermeintliche Vampir-Verkleidungen wie etwa Lack- und Leder-Outfits oder Fangzähne sind in der Szene weit verbreitet.

10. Somnophilie

Diese Paraphilie ist auch als „Sleeping Beauty Syndrome“ bekannt. Gemeint ist hiermit, dass eine Person durch schlafende oder bewusstlose Menschen sexuell erregt wird. Diese Neigung kann sich beispielsweise darin zeigen, dass ein Mann neben seiner schlafenden Frau masturbiert.

Somnophilie kann aber auch bizarre Züge annehmen. So stand ein 34-jähriger Mann beispielsweise darauf, schlafenden Frauen eine Maniküre zu verpassen. Was zunächst noch harmlos klingt, stellte sich später vor allem für seine Frau als echter Alptraum heraus. Denn im Verlaufe der Jahre verlor ihr Ehemann immer mehr die Kontrolle über seine Neigung und verabreichte ihr ohne ihr Wissen Beruhigungsmittel, um sie gefügig zu machen. Letztlich zog er sich sogar eine Latexmaske über, überfiel seine Frau, als sie von der Arbeit nach Hause kam, und wollte sie mit Pfefferspray schachmatt setzen.

Ein berühmter Fall angeblicher Somnophilie ist der des US-amerikanischen Komikers Bill Cosby. Zahlreiche Frauen beschuldigten ihn des sexuellen Missbrauchs und berichteten auffallend häufig, dass sie von Cosby zunächst unter Drogen gesetzt und dann missbraucht wurden. Somnophilie kann also auch kriminelle Züge annehmen.

11. Agalmatophilie

Jetzt kommt wieder etwas zum Schmunzeln: Die Agalmatophilie ist ein echter Objektfetisch, bei welchem sich eine Person zu (unbekleideten) Statuen oder auch zu lebensechten Puppen sowie Personen auf Gemälden hingezogen fühlt.

Diese Neigung wird mitunter auch als Pygmalionismus bezeichnet. Pygmalion ist eine Gestalt aus der griechischen Mythologie. Angeblich verliebte er sich in eine Statue aus Elfenbein und hatte mit dieser sogar Sex. Dies ist vielen Agalmatophilisten natürlich nicht vergönnt, denn zahlreiche Statuen dürfen nicht berührt werden. So kommt es, dass oftmals allein der Anblick der Venus von Milo oder des Davids von Michelangelo einen Orgasmus auslöst.

12. Katoptronophilie

Schminken, stylen, rasieren, Outfit kontrollieren – ohne Spiegel wären wir wohl alle aufgeschmissen. Einige Menschen benutzen die reflektierenden Glasflächen jedoch nicht nur für die Körperpflege und zur Überprüfung ihrer Kleidung, vielmehr erregt es sie, sich beim Sex oder bei der Masturbation im Spiegel zu beobachten.

Sex vor einem Spiegel klingt vielleicht etwas selbstverliebt. Doch wer sich und seinen Partner/seine Partnerin beim Doggy-Style oder bei anderen Stellungen beobachtet, wird schnell feststellen, dass dies dem Liebesspiel einen ganz besonderen Kick verleiht. So erhältst Du einen zusätzlichen visuellen Reiz, welcher Dein erotisches Zentrum im Gehirn anregt.

13. Autonepiophilie mit Windelfetisch

Noch ein Mal Baby sein dürfen, rührend umsorgt und in den Schlaf gewiegt werden, die Windel gewechselt bekommen, warme Milch trinken und mit Mama kuscheln dürfen – Dies wünschen sich wohl viele Menschen.

Wer sich der Autonepiophilie verschrieben hat, wird jedoch nicht nur in Gedanken zum Kleinkind, sondern schlüpft auch in der Realität in die Rolle eines etwa einjährigen Wonneproppens. Autonepiophilie wird daher auch als adultes Babysyndrom bezeichnet. Hierbei tragen erwachsene Männer und Frauen beispielsweise Windeln (Windelfetisch, Diaper Lover, DL), ziehen sich Babykleidung an, spielen mit Puppen, krabbeln durch die Wohnung und brabbeln munter vor sich hin.

Dieses erotische Ageplay kann natürlich auch zu zweit gespielt werden: Der Partner des „Säuglings“ wird hierbei zu einem Elternteil, welcher den süßen Fratz ins Bettchen bringen, ihm die Windeln wechseln und ihn unter Umständen sogar stillen muss (erotischen Laktation). Da so ein Dominanz-Unterwerfungs-Verhältnis entsteht, kommt Autonepiophilie häufig im BDSM-Bereich zum Zuge.

Kommt ein Windelfetisch häufig vor?

Oben bereits genannte italienische Studie befasste sich auch mit Objektsexualität und ermittelte, welche Gegenstände bei Fetischisten besonders beliebt sind:

  • Objekte, die an den Beinen oder am Po getragen werden wie etwa Strümpfe, Röcke etc. (33 %)
  • Schuhe (32 %)
  • Unterwäsche (12 %)
  • Ganzkörper-Textilien wie Kostüme, Mäntel etc. (9 %)
  • Objekte, die um die Körpermitte getragen werden wie Jacken, Westen etc. (9 %)
  • Objekte, die um den Hals oder auf dem Kopf getragen werden wie etwa Hüte, Ketten etc. (3 %)
  • Stethoskope (1 %)
  • Armbanduhren, Armbänder etc. (<1 %)
  • Windeln (<1 %)
  • Hörgeräte (<1 %)
  • Katheter (<1 %)
  • Schrittmacher (<1 %)

Ein Windelfetisch kommt also nicht ausgesprochen häufig vor. Dennoch existiert eine kleine Community, die dieser Art der Sexualität viel abgewinnen kann.

14. Koprophilie

Jetzt musst Du nochmal ganz stark sein! Wir hatten im Rahmen der Urophilie ja bereits festgestellt, dass es Menschen gibt, die auf Urin stehen. Die Koprophilie geht noch einen Schritt weiter, denn sie umschließt Männer und Frauen, die von menschlichem Kot erregt werden.

Die auch als Kaviar, KV, Nougat oder Scat bekannte Paraphilie besteht aus vielen Varianten. So mögen es einige Liebhaber von Kaviar, dem Partner/der Partnerin beim Ausscheiden von Kot zuzuschauen. Andere lieben es, ihren Körper mit Exkrementen einzureiben. Wieder andere erfreuen sich beispielsweise bei einem Rim-Job daran, dass noch ein wenig Nougat am Anus haftet. Die Koprophagie, also der Verzehr von Kot, ist wohl die extremste Art dieser sexuellen Neigung. Sie ist zudem nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, denn Bakterien und Pilze können ernsthafte Erkrankungen auslösen.

15. Cuckolding

Zum Schluss noch ein vergleichsweise harmloser Kink, das Cuckolding. Hierbei geht es darum, dass (im Normalfall) ein Mann, der sogenannte Cuckold, dadurch sexuell erregt wird, dass er seiner Partnerin/seinem Partner beim Sex mit einem anderen Mann/einer anderen Frau zuschaut.

Einerseits kann ihn dies stimulieren, da er voyeuristisch veranlagt ist. Andererseits ist das Cuckolding auch als BDSM-Spielart beliebt. Denn dadurch, dass dem Cucki die Hörner aufgesetzt werden, erfährt er ein hohes Maß an Demütigung durch den dominanten Part. Diese Demütigung kann sogar noch vertieft werden, indem der Cuckold beispielsweise den Gespielen seiner Frau/seines Mannes oral befriedigen oder mit einem Prostatavibrator stimulieren muss. Zudem kann seine Herrin ihm befehlen, trotz höchster Erregung nicht zum Orgasmus zu kommen, obschon der Gespiele einen heftigen Höhepunkt erlebt.

Fazit – Sollte nicht jeder einen kleinen Fetisch haben?

Psychologen kennen über 500 Paraphilien, sodass sicherlich sehr viele Menschen über eine spezielle sexuelle Vorliebe verfügen. Dies ist auch gar nicht schlimm, denn zahlreiche Neigungen sind völlig harmlos. Wenn Du zudem weißt, dass es Dich anmacht, Latex-Outfits zu tragen oder vor einem Spiegel Sex zu haben, dann ist dies ein wahrer Segen; denn dann kannst Du Gleichgesinnte suchen und Deine Vorliebe voll ausleben. So gestaltet sich Dein Sexleben viel authentischer und erregender, sodass lustvolle Orgasmen vorprogrammiert sind.

Solltest Du dahingegen unter Deinem Fetisch leiden oder andere Menschen damit gefährden, dann ist es ratsam, einen Psychologen/eine Psychologin aufzusuchen. Solange Dein Kink jedoch nicht zu extrem wird, möchten wir Dich darin unterstützen, Deine Neigungen nicht zu verstecken.