Selbst ist der Mann (oder die Frau!): mit dieser Anleitung stellst du dein Gleitgel selbst her!

Schnapp' Dir schon 'mal Deine Eiswürfelform!

mit dieser Anleitung stellst du dein Gleitgel selbst her

Gleitgel sorgt für noch mehr aufregende Erlebnisse zwischen den Laken. Außerdem ist es mitunter erforderlich, wenn du oder deine Partnerin unter vaginaler Trockenheit leiden – dann bei jedem Liebesspiel. Idealerweise greifst du dafür zu einem der Gleitgele aus unserem Kaufratgeber, denn diese überzeugen durch ihre reduzierte Rezeptur ebenso wie dank der exzellenten Gleiteigenschaften, sehr guten Verträglichkeit und einige davon sogar noch durch spezielle Eigenschaften.

Du wartest gerade schon auf deine Bestellung? Vielleicht ist die Tube unverhofft leer, du möchtest aber loslegen? Oder aber du möchtest dich rein aus Interesse am DIY-Verfahren üben? Alles kein Problem, denn mit der nachfolgenden Anleitung kannst du dir Gleitgel selbst herstellen. Das ist zwar aufwändiger als einfach ein Qualitätsprodukt zum überschaubaren Preis zu kaufen, aber manchmal sorgen eben äußere Umstände dafür, dass du selbst Hand anlegen musst – in diesem Fall dann meist gleich doppelt, wenn du verstehst!

Das benötigst du: Einkaufsliste für dein eigens hergestelltes Gleitgel

Dein DIY-Gleitgel wird, wenn es einmal fertig ist, auf Wasserbasis bestehen. Die Silikonwirkstoffe lassen sich weitaus schwieriger und kaum mit einem guten Ergebnis in der eigenen Küche oder dem Bad anrühren, außerdem besitzen wasserbasierte Gleitgele traditionell die größte Verträglichkeit. Trotzdem musst du wohl zwangsläufig den Weg in die Apotheke antreten, denn viele der Stoffe sind nicht unbedingt solche, die du kontinuierlich im Haushalt lagern wirst.

Für das selbstgemachte Gleitgel benötigst du:

  1. 30 g Glycerin aus der Apotheke
  2. 2 EL Xanthan, ebenfalls aus der Apotheke
  3. 2 g Fluidlecithin Super, zum Beispiel von Amazon oder aus dem Kosmetik-Fachhandel
  4. Dose oder kleine Flasche, in der du das fertige Gleitgel später abfüllst
  5. 70 ml abgekochtes, abgekühltes Wasser

Anhand der Einkaufsliste wirst du bereits feststellen, dass wohl mindestens das Fluidlecithin Super, Glycerin und Xanthan fehlen werden – also eigentlich jede Zutat. Du wirst diese nicht in den passenden Packungsgrößen kaufen können, du musst später aber darauf achten, sie in diesen exakten Mengen zu vermischen – oder diese alternativ an eine größere Menge, aber dafür im identischen Verhältnis, anzupassen. Wenn du davon abweichst, wirst du kein zufriedenstellendes Gleitgel erhalten, es ist dann entweder zu schnell flockig, zu dünnflüssig oder besitzt nicht die Gleiteigenschaften, die du dir erhoffst.

Je nachdem, welche Packungsgrößen du in deiner Apotheke vorfindest, kannst du die Mengen auch halbieren. Dann würdest du beispielsweise 15 g Glycerin und 1 EL Xanthan zusammen mit 1 g Fluidlecithin Super verwenden und alle Zutaten mit 35 ml abgekochtem Wasser vermischen. Meistens sind die Packungsgrößen aber so groß, dass du auch direkt eine größere Menge Gleitgel produzieren kannst – so musst du später nicht noch einmal tätig werden.

Einen großen Vorteil hat dein Gleitgel in jedem Fall: es verwendet keine Mineralöle, die für die Haut eine Gefahr darstellen, wie beispielsweise auch die Stiftung Warentest in einem Bericht über Mineralöle in Kosmetika kritisiert.

Schritt für Schritt zum eigenen Gleitgel: los geht’s!

Zum Vermischen der Zutaten benötigst du eine kleine Schale. Beachte, dass diese groß genug sein muss, damit später auch die 70 ml Wasser darin ihren Platz finden. Außerdem sollte sie hinsichtlich ihrer Form so beschaffen sein, dass du alle Zutaten vermischen und rühren kannst, ohne dass die Hälfte davon neben der Schale landet. Das wäre nicht nur eine große Sauerei, auch würde sich dadurch das Verhältnis der Zutaten zueinander verändern, was wiederum zu einem schlechten Ergebnis führt.

Gleitgele immer unter hygienischen Bedingungen herstellen!

Beachte bitte: Gegenstände, die du zum Anrühren verwendest, sollten zuvor in kochendem Wasser desinfiziert worden sein. Ebenso solltest du deine Hände mit einer pH-neutralen Seife waschen oder alternativ Latexhandschuhe verwenden. In dein Gleitgel dürfen keine Bakterien gelangen, denn das fertige Produkt “desinfizierst” du nicht, da das zuvor abgekochte Wasser kalt zum Anrühren genutzt wird. Alles, was an Verschmutzungen in das Gleitgel gelangt, während du es herstellst, bleibt später darin enthalten!

Schritt fuer Schritt zum Gleitgel

Schritt #1 – (Fast) alles vermischen!

Das Glycerin, zugleich für seine feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften bekannt, vermischst du nun mit den zwei Esslöffeln Xanthan und dem Fluidlecithin Super. Verrühre alles so, bis sich in der Schale nur noch eine einzige Masse befindet.

Schritt #2 – Jetzt das Wasser!

Das Wasser sollte, wie oben beschrieben, abgekocht aber auch bereits abgekühlt sein. Bitte gib auf keinen Fall noch kochendes oder heißes Wasser in die zuvor angerührte Masse, denn selbiges würde einzelne Inhaltsstoffe zersetzen. Das Wasser lässt du gleichmäßig in die Schale laufen, du kannst es währenddessen schon sanft anrühren.

Schritt #3 – Rühren, rühren, rühren!

In deiner Mix-Schale sind nun alle Zutaten, die du für das Gleitgel benötigst. Nun musst du im wahrsten Sinne “Hand anlegen”, denn das Wasser gehört mit der zuvor angerührten Masse vermischt. Das kann einige Minuten dauern, nimm dir dafür lieber etwas mehr Zeit. Wichtig ist vor allem, dass sich das Xanthan gleichmäßig in dieser Masse verteilt, denn dieser Wirkstoff ist dafür verantwortlich, dass sich Glycerin und Wasser verdicken. Wird es nicht korrekt eingerührt, ist ein Teil deines Gleitgels sehr flüssig, ein anderer eher zäh.

Sobald du alles angerührt hast, ist deine Arbeit schon fast getan. Nun musst du die homogene Masse nur noch in den dafür vorgesehenen Behälter schütten.

Was gibt es bei dem selbstgemachten Gleitgel zu beachten?

Wenn du dir eine größere Menge herstellst, solltest du am besten zwei Behälter verwenden. Dein in Eigenregie hergestelltes Gleitgel besitzt keine Konservierungsstoffe und ist daher nur wenige Tage haltbar. Die Portionen, die du nicht direkt benötigst, kannst du im Gefrierschrank lagern – da aber auch nicht länger als vier Wochen. Eine weitere Alternative wäre übrigens, das Gleitgel nicht in einen Behälter, sondern in lose Eiswürfelformen abzufüllen. Dann kannst du dir nach Bedarf immer eine der Formen herausnehmen und musst die Kühlkette des restlichen Gleitgels nicht unterbrechen.

Sofern du das möchtest, könntest du auch noch eine kleine Menge Jojobaöl hinzugeben. Aus chemischer Sicht ist das kein Öl, sondern ein Wachs. Trotzdem solltest du spätestens nach der Zugabe von Jojobaöl bedenken, dass sich selbiges negativ auf den Verhütungsschutz des Kondoms auswirken kann. Das trifft übrigens auch auf andere, professionelle Gleitgele zu. In einem separaten Artikel zeigen wir dir auf, welches Gleitmittel bei welcher Praktik zwischen den Laken besonders überzeugt!