Liebeskugeln gegen Beckenbodenschwäche, der Booster für mehr Bauchgefühl

Über den Ursprung, die Anwendung und den Effekt von Liebeskugeln

Liebeskugeln gegen Beckenbodenschwäche

Liebeskugeln gehören zu den meistverkauften Artikeln der Erotik-Branche. Sie sind in zahlreichen Ausführungen erhältlich und lassen sich auf vielfältige Weise nutzen. Doch während einige Personen beim Gebrauch der runden Objekte auf Lustgewinn setzen, schätzen andere den Regenerations-Effekt von Liebeskugeln. Wer recht(er) hat, erfährst Du hier:

Was sind Liebeskugeln?

Falls Du noch nie von diesen Tools gehört hast oder sie nur oberflächlich kennst, werden Dich die nachfolgenden Ausführungen in Staunen versetzen. Liebeskugeln sind nämlich schon seit Jahrhunderten bekannt und haben sich seitdem praktisch kaum verändert.

Ihre Wurzeln liegen im alten Japan. Hier benutzten viele Frauen eine Art Tampon, an dessen Rückholbändchen kleine Metallkugeln befestigt waren. Sie saßen in ganz bestimmten Abständen auf der Schnur, um genau den Effekt zu erzielen, den ihre Trägerinnen beabsichtigten:

In ihrer Ursprungs-Variante dienten Liebeskugeln dazu, die Unterleibsmuskulatur zu stärken um Beschwerden in diesem Bereich vorzubeugen oder entgegenzuwirken.

Diesen Zweck erfüllen die Tools bis heute; zusätzlich werden sie aber auch als Stimulans eingesetzt, denn ihr Einfluss auf die Unterleibsmuskeln ist äußerst vielfältig. Die eingangs gestellte Frage, wer Liebeskugeln erfindungsgemäß(er) nutzt, ist also schon beantwortet:

Die Kugeln wirken auf den gesamten Beckenbereich und entfalten hier sowohl Haupt- als auch Nebenwirkung. Beide können das Wohlbefinden der Anwender*innen nachhaltig steigern.

So fix wie wir zum Kern vorgedrungen sind, geht es aber nicht weiter – denn die letzte Aussage wirft zahlreiche weitere Fragen zum Thema Liebeskugeln auf. Sie sollen nachfolgend behandelt werden; zunächst kehren wir aber noch einmal zur ursprünglichsten Variante des Sex-Toys zurück:

Der grundlegende Aufbau von Liebeskugeln

Der grundlegende Aufbau von Liebeskugeln

Im alten Japan waren die Tools unter der Bezeichnung Rin-no-tama bekannt. Das bedeutet so viel wie klingendes Glöckchen und spielt auf die Geräusche an, die antike Liebeskugeln verursachten. Jede umschloss ein Gewicht, das etwas kleiner war als die umgebende Hülle. Dadurch konnte es sich frei bewegen und das einzelne Objekt der Kugel-Kette in Schwingung versetzen. Da alle Teile aus Metall gefertigt waren, erzeugten sie den namengebenden Ton.

Innovative Weiterentwicklungen

Diesem Aufbau folgen klassisch gestaltete Liebeskugeln noch immer. Allerdings kommt dabei meist eine innovative Material-Kombination zum Einsatz. Während im Inneren ein Edelstahl-Kern steckt, besteht die äußere Hülle aus Silikon. Das macht die Toys handlicher und pflegeleichter. Darüber hinaus weicht die Gestaltung zunehmend von der Kugelform ab.

Immer mehr Liebeskugeln haben einen ergonomischen Korpus mit eingearbeiteten Kammern, in denen sich die Gewichte bewegen. Außerdem besitzen viele moderne Ausführungen eine Vibrator-Funktion, die die grundlegende Wirkung des Tools verstärkt bzw. zum Sex-Spielzeug erweitert.

Ein Produkt, das diese Innovationen vorbildlich vereint, findest Du im Liebeskugel-Set der Marke YICOCO (Amazon).

Besser gedacht als gemacht

Ein ebenfalls häufig genutztes Gestaltungselement sind Noppen. Auch sie sollen die Wirkung von Liebeskugeln erhöhen, indem sie den Vaginalbereich stimulieren und Lustgefühle wecken. Dieser Effekt muss jedoch stark angezweifelt werden, denn die Scheidenwände besitzen keine Nervenzellen und sind daher berührungsunempfindlich.

Weitere Gegenargumente sind das Handling und die Hygiene. Zum einen lassen sich Liebeskugeln mit strukturierter Oberfläche (Amazon) nur schwer einführen; zum anderen behindern die Erhebungen den natürlichen Abfluss von Sekret und Gewebepartikeln durch die Scheide.

Sonderformen für erhöhte Ansprüche

Wesentlich mehr Sinn machen die zahlreichen Variationen in Größe, Gewicht und Anordnung der Liebeskugeln. Sie garantieren, dass jede Frau das geeignete Modell findet – denn die Ansprüche an das Tool variieren ebenso wie

  • der Körperbau,
  • die Empfindungsfähigkeit,
  • der Trainingszustand und
  • der gewünschte Effekt

einzelner Anwenderinnen.

Auch Männer werden im breitgefächerten Sortiment von Liebeskugeln fündig, denn mit Analketten und Analvibratoren stehen ihnen ganz besondere Ausführungen dieses Tools zur Verfügung.

Nicht zuletzt existieren auch Modelle, die die Wirkung von Liebeskugeln überhöhen. Sie finden vor allem im BDSM-Bereich Anwendung. Hier dienen die Tools häufig zur Disziplinierung oder zur Steigerung des Lustschmerzes. Dafür werden sie größer und/oder deutlich schwerer gearbeitet als gewöhnliche Liebeskugeln – und lehnen sich manchmal bewusst an populäre Vorbilder des Medienbetriebs an.

Bei Interesse an dieser anspruchsvollen Erotik-Variante findest Du in den Liebeskugeln der Marke Fifty Shades of Grey ein sehr ästhetisch gestaltetes Modell (Amazon); für erfahrene Praktikant*innen halten wir demnächst weitere Tipps zu typischen BDSM-Toys bereit.

Die Wirkung von Liebeskugeln

Die Wirkung von Liebeskugeln

Aus dem prinzipiell gleichen Aufbau folgt der Effekt von Liebeskugeln. Ganz gleich, welcher Art und Größe sie sind oder aus welchem Material sie bestehen: immer sind es die frei lagernden Gewichte, die den Tools ihre Wirkung verleihen.

Da sie kleiner bemessen sind als die umgebende Außenhülle, berühren sie bei jeder Bewegung deren Ränder. Das versetzt die Liebeskugeln in Schwingung und bewirkt einen Ping-Pong-Effekt; das heißt, sie stoßen sich gegenseitig immer wieder an.

Der Sinn des Ganzen ist ein mechanischer Reiz. Indem die Liebeskugeln unaufhörlich herumrollen, erzeugen sie auf dem Untergrund Reibung und durch ihr Gewicht entsteht zusätzlicher Druck.

Das gleicht einem Massage-Effekt, wie ihn Physiotherapeuten oder Wellness-Dienstleister spenden.

Doch statt die Schulter- und Rückenpartie zu bedienen, kommen Liebeskugeln im Inneren des Körpers zur Anwendung. Auch hier sitzen Muskeln, die verspannen, verhärten oder schwächeln können. Durch den Druck und die Rollbewegungen des Tools erhalten sie Impulse, die durchblutungsfördernd und stärkend wirken.

Von draußen nach drinnen und von innen heraus

Die Muskeln, die von den Liebeskugeln besonders angesprochen werden, sitzen am tiefsten Punkt der Hüftknochen, rings um den sogenannten Beckenboden. Hier ist normalerweise kein Rankommen, denn der Bereich ist von anderen Muskeln, Fettgewebe, Adern und Haut umgeben.

An einigen Stellen aber hat die Natur Löcher gelassen, die Dir Zugang gewähren. Über die Vaginal- oder Analöffnung gelangst Du in unmittelbare Nähe des Beckenbodens und hast so die Möglichkeit, ein Trainingsprogramm für die hier sitzenden Muskeln zu starten. Das geeignete Fitness-Gerät für diese Zwecke haben wir Dir bereits vorgestellt…

Indem Du die erwähnten Liebeskugeln in die Vagina einführst, massieren sie Deine Beckenbodenmuskeln. Das geschieht quasi von allein, denn durch die innenliegenden Gewichte kommen die Tools in Schwung und kreisen rhythmisch an den Scheidenwänden entlang. Von hier übertragen sich die Vibrationen auf benachbarte Muskelpartien und sprechen schließlich den gesamten Beckenboden an.

Den nötigen Anstoß liefert ihnen Dein Körper. Er ist selbst in Ruhephasen ein unstoppable system und hält verschiedene Funktionen permanent aufrecht. Dazu gehören die unwillkürlichen Kontraktionen der Fortpflanzungs- und Verdauungsorgane, in deren Nähe Du die Liebeskugeln platzierst. Durch Vaginal-, Uterus- und Darmbewegungen kommen sie ins Rollen und nehmen dadurch ihre Massage-Arbeit auf.

Unter Alltagsbedingungen verstärkt sich die Wirkung der Tools. Gehen, Bücken, Tragen, Aufstehen und Hinsetzen oder sonstige Tätigkeiten verleihen den Liebeskugeln noch mehr Schwung und lassen den sanften Druck auf innenliegende Muskelpartien steigen.

Wozu dient der Beckenboden?

Wie oben bereits erwähnt, kräftigt dieser Reiz das Gewebe rund um den Beckenboden. Es besteht aus sieben verschiedenen Muskeln, die sich gegenseitig ergänzen und begrenzen. Gemeinsam bilden sie eine zwei bis drei Zentimeter dicke Platte, die den Bauchraum nach unten hin abschließt. Dadurch hält der Beckenboden einige Organe an Ort und Stelle.

Weitere Aufgaben der Muskelgruppe bestehen im An- und Entspannen. Verspürst Du Harn- oder Stuhldrang, musst Du husten oder niesen, hebst Du etwas an, springst Du irgendwo herunter bzw. brichst Du in herzhaftes Lachen aus, hält der Beckenboden dagegen – und verhindert, dass Du unbeabsichtigt Urin oder Kot ausscheidest.

Auch beim Sex spricht Dein Körper die Muskeln dieses Bereiches an, sodass sie sich abwechselnd an- und entspannen. Das sorgt dafür, dass sich die Scheide oder der Anus verengt und den Penis Deines Partners enger umschließt bzw. das Glied unter Kontraktionen „massiert“. Diese Fähigkeit des Beckenbodens erhöht Euer beider Lustempfinden.

Beckenbodenschwäche und ihre Folgen

Beckenbodenschwäche und ihre Folgen

Soweit ganz praktisch; doch leider ist das System recht störanfällig. Die Spannkraft der Muskeln wird durch zahlreiche Faktoren beeinflusst und kann dadurch nachlassen oder ganz verloren gehen.

Diesen Zustand bezeichnen Mediziner als Beckenbodenschwäche. Sie schränkt die Fähigkeiten der multifunktionalen Körperpartie ein, so dass es zu Ausfallerscheinungen kommt.

Zu den häufigsten Begleiterscheinungen nachlassender oder fehlender Spannkraft im Beckenboden gehören

  • häufiger Harndrang, ohne dass eine bakterielle Infektion vorliegt
  • Belastungs-Inkontinenz, zum Beispiel beim Husten oder Lachen
  • generelle Inkontinenz, wobei Blase und Darm gleichermaßen betroffen sein können
  • Lageveränderung von Unterleibsorganen, die vom „einfachen“ Absinken bis zum partiellen oder kompletten Vorfall reichen können

Was schwächt den Beckenboden?

Dass die Spannkraft der vielfach wirksamen Muskelgruppe im Laufe des Lebens nachlässt, wussten schon die „Erfinderinnen“ von Liebeskugeln. Doch erst der US-amerikanische Gynäkologe Arnold Henry Kegel konnte die Ursachen auch belegen.

Allgemeine Risiken für die Beckenbodenmuskulatur

Die Neigung zu Bindegewebsschwäche

Die Wahrscheinlichkeit, Cellulite auszubilden liegt bei weiblichen Personen um ein Vielfaches höher als bei Männern. Ein Grund dafür ist die grundsätzlich andere Beschaffenheit des feinen Stützgewebes. Bei Frauen ist es horizontal strukturiert, damit sie es leichter haben, Fettreserven für Schwangerschaften und Notzeiten anzulegen.

Übergewicht

Auch hier sind Frauen klar im Nachteil, denn es ist nicht das Mehr allein, das ein Risiko darstellt – sondern auch seine Lokalisation. Während Männer fast ausschließlich am Bauch „ansetzen“, sammeln sich unverbrauchte Kalorien bei Frauen bevorzugt an Schenkeln, Hüfte und Po. Also genau dort, wo sie dem Beckenboden am nächsten sind.

Chronische körperliche Überlastung

Neben der eigenen Leibmasse können auch andere „schwerwiegende“ Komponenten auf den Beckenboden drücken. Ständig Schweres zu tragen, zu heben oder zu bewegen überanstrengt nicht nur Rücken, Schultern und Arme – sondern auch die Muskeln des Unterleibs. Zudem solltest Du darauf achten, Lasten aus der Hocke heraus aufzunehmen und dabei auszuatmen.

Haltungsfehler beim Stehen und Sitzen

Nicht zuletzt spielt auch Deine Körperhaltung eine Rolle bei der Belastung des Beckenbodens. Bei längerem Stehen oder Sitzen in ein und derselben Position können sich die ringförmig gelagerten Muskeln verspannen. Bemühe Dich, den Rücken und die Schultern stets gerade zu halten und verschränke Deine Beine weder beim Stehen noch beim Sitzen.

Spezielle Risiken für die Beckenbodenmuskulatur von Frauen

Das Sexualhormon Östrogen

Dieses Mitglied der Steroidhormone macht die Haut von Frauen weicher und ihre Kurven runder, lässt den Gang geschmeidiger wirken und die Stimme höher klingen. Zudem ermöglicht es die Fortpflanzung – denn unter dem Einfluss von Östrogen reifen die Eizellen heran, aus denen sich ein Baby entwickeln kann.

Schwangerschaften

Ist es zur Schwangerschaft gekommen, wird der Beckenboden vor allem im letzten Drittel belastet, denn das größer und schwerer werdende Kindchen drückt immer stärker auf die Muskeln. Hinzu kommt das Gewicht der flüssigkeitsgefüllten Fruchtblase und des Mutterkuchens. Nach den Senkwehen lässt der Druck spürbar nach, weil Hormone dafür sorgen, dass die Muskeln etwas weicher und nachgiebiger werden.

Vaginale Geburten

Dieses Phänomen ist jedoch nur das Vorspiel für die stärkste Belastung, die der Beckenboden aushalten muss: das Baby dort herauszulassen, wo der Samen seines Vaters hineingekommen ist. Da es zur grundlegenden Aufgabe der Ringmuskeln gehört, den Unterleib „dicht“ zu halten, müssen sie stark gedehnt werden, damit das Köpfchen des Kleinen hindurchpasst.

Die Sorge um Deinen Beckenboden muss jedoch kein Grund sein, auf die Vorteile einer natürlichen Geburt zu verzichten. Prinzipiell ist der weibliche Körper diesem Vorgang gewachsen und auch das Baby beherrscht allerlei Tricks um zur Welt zu kommen.

Durch eine raffinierte Kombination aus unveränderlichen Gegebenheiten und flexiblen Fähigkeiten meistern Mutter und Kind diese Herausforderung gemeinsam. Zudem können verschiedene Gebärpositionen den Druck auf innere Organe mindern und damit zugleich das Risiko von Beckenboden-Schäden verringern.

Gene und Erbmasse

Nicht zuletzt spielt auch Deine familiäre Prägung eine Rolle für die Ausbildung einer Beckenbodenschwäche. Haben schon Mutter und Großmutter Probleme dieser Art, liegt die Wahrscheinlichkeit dass Dir Ähnliches widerfährt ungleich höher als bei genetisch unbelasteten Frauen.

Letztlich ist der ausschlaggebende Faktor jedoch zweitrangig. Er zeigt lediglich an, welche Maßnahmen das Beckenbodentraining sinnvoll begleiten können. Den eigentlichen Effekt übernehmen die Liebeskugeln – sofern Du sie richtig anwendest.

Ein Sex-Toy als Trainingsgerät – und umgekehrt

Ein Sex-Toy als Trainingsgerät – und umgekehrt

So fortschrittlich der Gynäkologe Kegel bei der Ursachenforschung auch war: Im Bemühen, die seinerzeit vorherrschende Behandlung von Beckenbodenschwäche zu revolutionieren, hat er das Fahrrad neu erfunden. Die von ihm entwickelten Vaginalkonen sind ein unschätzbares medizinisches Trainingsgerät; beruhen aber auf dem altbekannten Prinzip der Liebeskugeln.

Beide Tools zielen darauf ab, den Musculus pubococcygeus zu fordern. Er wird auch Schambein-Steißbein-Muskel oder kurz PC-Muskel genannt – und vor allem dann aktiv, wenn Du starken Harndrang zurückhalten musst oder möchtest. Ihn zu trainieren hat positive Wirkung auf einige Formen der Inkontinenz und die Rückbildung nach einer Schwangerschaft.

Doch Du musst weder „undicht“ sein noch ein Baby zur Welt gebracht haben, um von Liebeskugeln zu profitieren. Sie haben ganz nebenbei, überhaupt und sowieso einen umwerfenden Effekt auf die Empfindungen beim Sex.

Während Du Dich auf gut Deutsch enger anfühlst und stärker wahrnehmbare Kontraktionen aussendest, hat das Training bei Männern eine noch größere Wirkung: Bei genügend Übung und ausreichender Körperkontrolle kann das Anspannen des PC-Muskels den Höhepunkt hinauszögern und die „Standhaftigkeit“ erhöhen.

Allerdings müssen die Herren der Schöpfung zu diesem Zweck ein eigenes Trainingsprogramm absolvieren – und sollten spätestens jetzt aus diesem Beitrag aussteigen, denn nachfolgend weihen wir unsere geschätzten Leserinnen in ein buchstäblich tiefes Geheimnis ein…

Das Einsetzen der Liebeskugeln

Aus der Packung, fertig, los… Das mag bei einem leckeren Cupcake noch verzeihlich sein; beim Einsetzen von Liebeskugeln solltest Du Dir etwas mehr Muße gönnen – erst recht, wenn Du dieses Tool zum ersten Mal benutzt. Immerhin kommt es mit Deinen intimsten Stellen in Berührung und sollte daher entsprechend gecheckt werden.

Zunächst gilt natürlich, was bei allen neu erworbenen Sex-Toys greift: Entferne sämtliche Verpackungsmaterialien, prüfe die Liebeskugeln auf eventuelle Schäden und unterziehe sie einer ersten Reinigung. Erst dann sind sie wirklich bereit für die nächsten Schritte.

Nun sorgst Du für eine entspannte Atmosphäre und machst Dich mit den optischen und haptischen Eigenschaften der Liebeskugeln vertraut. Viele Erstanwenderinnen sind erstaunt über den Umfang und das Gewicht, das ein Pärchen auf die Waage bringt und fragen sich, wie das „da rein“ passen soll.

Keine Sorge – das geht! Deine Scheide ist sehr dehnfähig. Sie kann Phalli unterschiedlichster Maße aufnehmen, gynäkologische Untersuchungen absolvieren und bei Bedarf ein Menschlein durchtreten lassen. Da sind durchschnittlich bemessene Liebeskugeln die wortwörtlich kleinere Herausforderung.

Außerdem sollen sie ja auch „drin“ bleiben und erst dann wieder herauskommen, wenn Du es willst. Also entspann Dich und führe die Kugeln nacheinander vorsichtig, aber bestimmt ein – so tief, bis nur noch das Rückholbändchen aus der Scheide ragt. Dabei kann etwas Gleitmittel nützlich sein, bei dessen Auswahl Du Dich nach dem Material der Liebeskugeln richten musst.

Ob das Tool „richtig sitzt“, erkennst Du daran, dass Du es nicht oder nur unwesentlich spürst. Es sollte wie ein Tampon völlig unbemerkt in der Scheide liegen – und wenn es nicht gerade nach Rin-no-tama-Art gefertigt ist, gelingt das auch bei größeren Modellen.

Das Tragen der Liebeskugeln

Grundsätzlich brauchst Du nun nichts weiter tun, denn die Liebeskugeln wirken vollkommen selbsttätig. Durch Stehen und Gehen kannst Du die Eigenbewegungen des Tools anregen; Du musst dafür aber keine besonderen Moves machen.

Anfangs solltest Du die Kugeln maximal 15 Minuten tragen, um Deine Beckenbodenmuskeln nicht zu überlasten. Nach ein- bis zweimaliger Anwendung pro Tag wirst Du bereits in wenigen Wochen eine spürbare Veränderung bemerken.

Nun kannst Du die Liegedauer der Liebeskugeln sukzessive erhöhen und sie schließlich den ganzen Tag tragen. Hierfür ist es jedoch erforderlich, dass Du Dich gelegentlich bewegst. Zum Schlafen oder vor einer längeren bewegungslosen Ruhephase musst Du das Tool herausnehmen!

Alternativ kannst Du die Größe und Schwere der Liebeskugeln variieren. Im On- und Offline-Handel sind zahlreiche Maße vertreten, die von klein und fein bis fast schon beängstigend gehen. Achte bei allen Variationen auf das angegebene Gewicht, denn mitunter verbergen sich hinter Micro-Ausgaben überraschend schwere Tools.

Mehr Informationen dazu findest Du in unserem [Beitrag über die 10 besten Liebeskugel-Modelle] [LINK, wenn Artikel online].

Das Training mit Liebeskugeln

Sobald Dir der Gebrauch der Liebeskugeln vertraut geworden ist, kannst Du während des Tragens zusätzliche Übungen durchführen, um das Trainingsprogramm zu intensivieren. Wirklich sexy wirkt keine davon – doch diesen Aspekt erfüllt das Tool ja auch erst über Umwege.

  1. Erste Zusatzübung für das Training mit Liebeskugeln
    Setz Dich auf die vordere Kante eines Stuhls und stütze die Handflächen seitlich vom Po ab. Die Füße stehen parallel nebeneinander. Nun spannst Du den Beckenboden an und hebst sie für etwa 30 Sekunden vom Boden. Danach absetzen, entspannen und mehrmals wiederholen.
  2. Zweite Zusatzübung für das Training mit Liebeskugeln
    Leg Dich auf den Rücken und winkle die Beine soweit an, dass Deine Fußsohlen den Boden berühren. Dann hebst Du den Po, bis Oberschenkel und Rücken eine Linie bilden. In dieser Stellung verharrst Du 30 Sekunden, ohne ins Hohlkreuz zu fallen. Wenn Du Dich steigern willst, löst Du einen Fuß vom Boden und streckst das dazugehörige Bein gerade in die Luft.
  3. Dritte Zusatzübung für das Training mit Liebeskugeln
    Zunächst geht es wieder mit angezogenen Beinen in die Rückenlage; doch diesmal lässt Du die Knie auseinanderfallen, bis sich Deine Fußsohlen berühren. Wer das nicht schafft, darf mit zwei untergelegten Kissen mogeln. Jetzt heißt es einatmen, bis der untere Rücken den Boden berührt. Dabei die Sohlen fest gegeneinander drücken so lange die Luft hält. Ausatmen, lockern, wiederholen.

Die Pflege von Liebeskugeln

Die Pflege von Liebeskugeln

So, wie Du Dich vor dem Einsetzen mit den Liebeskugeln beschäftigt hast, musst Du es auch nach dem Herausnehmen tun. Deine Scheide ist eine sehr empfindlich Körperöffnung, in der ein fein austariertes Mikrobiom herrscht.

Durch unzureichend gepflegte Tools können (zu viele) schädigende Mikroorganismen eindringen und schwerwiegende Gesundheitsschäden bzw. Funktionsstörungen verursachen.

Das verhinderst Du schon durch eine einfache Reinigung mit warmem Wasser und Seife. Ergänzend dazu kannst Du Toy-Cleaner einsetzen. Nach dem vollständigen Trocknen bewahrst Du Deine Liebeskugeln am besten in einem eigens dafür bestimmten Beutel oder Etui auf. So sind sie auch vor neugierigen Blicken geschützt.

Einen weiteren wichtigen Beitrag zu Deiner Gesunderhaltung leistest Du, indem Du bereits beim Kauf der Liebeskugeln auf ihre Zusammensetzung achtest. Das Material muss unempfindlich gegenüber Keimbefall sein – weswegen Modelle aus unbehandeltem Holz prinzipiell ausscheiden. Um eine Schadstoffbelastung in Kunststoffen auszuschließen, darfst Du nur Produkte von zertifizierten Herstellern verwenden; bei Metallkugeln musst Du auf ein „Reinheitssiegel“ achten.

Im engen Zusammenhang damit steht die Beschaffenheit und Pflege des Rückholbändchens. Es ist DIE Keimquelle schlechthin, da es am Übergang zu den Liebeskugeln nur schwer zu reinigen bzw. zu trocknen ist. Aus diesem Grund sollte die Schnur aus möglichst glattem Material gearbeitet sein und am besten nahtlos in das eigentliche Tool übergehen.

Last, but not least darfst Du aus Deinen Liebeskugeln keine Switcher machen. Sex-Toys, die im Analbereich zur Anwendung gekommen sind, haben in der Scheide nichts mehr zu suchen!

Tabuzone für Liebeskugeln

Weil wir gerade beim Thema sind, weisen wir Dich gleich noch auf ein paar weitere No-Gos im Gebrauch von Liebeskugeln hin – denn so positiv ihr Effekt auch ist, hat die Anwendung des Tools gewisse Grenzen.

Unmittelbar nach einer Operation im Beckenboden-Bereich oder gleich nach der Geburt

Hierfür braucht es wohl keine nähere Erklärung; doch offenbar gibt es Frauen, die darüber nachdenken. Ärzte aber raten in beiden Fällen für mindestens sechs Wochen vom Einsetzen und Tragen der Liebeskugeln ab.

Bei vaginalen Infekten

Störungen des Scheidenmilieus werden durch Bakterien, Pilze oder Viren verursacht. Sie geben dem Körper bereits genug zu tun, sodass Du das Risiko weiterer Einschleppungen soweit wie möglich minimieren solltest. Sowohl Tampons, Sex und Liebeskugeln, aber auch andere vaginal anzuwendende Erotik-Toys sind bis zum vollständigen Abklingen der Symptome tabu!

Bei den meisten mechanischen Verhütungsmitteln

Ob Scheidenpessar, Portiokappe oder Verhütungsring: Die Wirkung der meisten mechanischen Verhütungsmittel beruht auf ihrem richtigen und sicheren Sitz. Bei zusätzlich eingeführten Liebeskugeln besteht die Gefahr, dass etwas verrutscht und den Schutz vor ungewollter Schwangerschaft gefährdet.

Fazit/Schlussfolgerung/Wichtige Infos zum Mitnehmen

Auch wenn unser Beitrag über Liebeskugeln mit ein paar Einschränkungen für die Tools geschlossen hat, können wir sie Dir nur empfehlen. Sie sind ein vielseitig wirksames, diskretes Hilfsmittel gegen zahlreiche Unterleibsbeschwerden – und können Dein Liebesleben ganz schön auf Trab bringen. Am besten, Du probierst den Effekt gleich mal „am eigenen Leib“ aus und teilst die positiven Erfahrungen, die Frauen schon vor Jahrhunderten mit Liebeskugeln gemacht haben.

  1. WIKIPEDIA-Eintrag „Newton-Wiege“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kugelsto%C3%9Fpendel
  2. WIKIPEDIA-Eintrag „Beckenboden“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Beckenboden
  3. WIKIPEDIA-Eintrag „Geburtsmechanik“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Geburtsmechanik
  4. WIKIPEDIA-Eintrag „Vaginalkonen“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Vaginalkugeln#Vaginalkonen_von_Kegel,_Kegeltraining
  5. Online-Auftritt des Wochen-Magazins stern: „Cellulite – wer sie bekommt und was dagegen hilft“
    https://www.stern.de/gesundheit/haut/aesthetik/cellulite—beinfreiheit-3755610.html
  6. DocCheck Flexikon-Eintrag „Östrogen“
    https://flexikon.doccheck.com/de/%C3%96strogen
  7. DocCheck Flexikon-Eintrag „Prolaps“
    https://flexikon.doccheck.com/de/Prolaps
  8. DocCheck Flexikon-Eintrag „Mikrobiom“
    https://flexikon.doccheck.com/de/Mikrobiom
  9. Online-Auftritt der Fachzeitschrift Die Hebamme mit kritischen Anmerkungen zum Gebären in Rückenlage
    https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/html/10.1055/s-0042-108304
  10. Online-Auftritt vom Geburtshaus Zürcher Oberland: „Warum natürlich gebären?“
    https://geburtshaus-zho.ch/natuerliche-geburt/natuerlich-gebaeren-definition-vorteile/
  11. netdoktor.at: „Anatomie der Vagina“
    https://www.netdoktor.at/anatomie/vagina-7188
  12. Translate des englischsprachigen WIKIPEDIA-Eintrags „Arnold Henry Kegel“
    https://translate.google.com/translate?hl=de&sl=en&u=https://en.wikipedia.org/wiki/Arnold_Kegel&prev=search&pto=aue
  13. Sammlung von Studien-Ergebnissen britischer, schwedischer und neuseeländischer Gynäkologen; zusammengestellt von Don Wilson, James Dornan, Ian Milsom und Robert Freeman
    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24740445/