Skoliosexualität: Was bedeutet es, Skoliosexuell zu sein?

Alles Wissenswerte zu dem nicht ganz unumstrittenen Begriff

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Die regenbogenfarbene Pride-Flagge kennst Du sicherlich. Doch wusstest Du, dass jede sexuelle Orientierung und jede Geschlechtsidentität sowie romantische Präferenz ihre ganz eigene Fahne hat?

Auf seinem YouTube-Kanal hat Tommy Toalingling zum fröhlichen Flaggenquiz geladen. Unter anderem schwenkt er auch eine gelb-grün-weiß-schwarze Fahne, die mit einem roten Herzen in der Mitte versehen ist. „Das heißt skoliosexuell“, erklärt der homosexuelle Influencer. Hättest Du das erkannt? Wenn Du jetzt Deinen Kopf schüttelst und Dich fragst, was zum Henker „skoliosexuell“ bedeutet, dann haben wir nachfolgend einige Infos zu der – zugegebenermaßen – eher unbekannten sexuellen Orientierung zusammengestellt.

Ich habe noch nie etwas von skoliosexuell gehört. Was bedeutet das?

Skoliosexuell ist ein Ausdruck für eine sexuelle Orientierung. Er bedeutet, dass sich ein Mensch zu nicht-binären und trans* Personen hingezogen fühlt. Eine etwas andere Definition besagt, dass sich skoliosexuell auf Menschen bezieht, die auf alle Geschlechter stehen außer auf Cismänner bzw. -frauen.

In seiner weitesten Auslegung umschließt der Begriff auch die Anziehung zu Cisgendern, jedoch nur dann, wenn diese genderqueer sind, sich also auf einem nicht-heteronormativen Genderspektrum befinden. Dies kann etwa auf Crossdresser zutreffen.

Was bedeutet Transgender und nicht-binär noch gleich?

Der Begriff „transgender“ beschreibt Menschen, die sich nicht mit ihrem Geburtsgeschlecht identifizieren. Nicht-binäre Personen fühlen, dass ihre geschlechtliche Identität irgendwo zwischen Mann und Frau oder ganz abseits jeglicher Genderspektren liegt. Die Begriffe überschneiden sich häufig. Allerdings kann es auch sein, dass sich ein Transmann (ein Mann, der als Frau geboren wurde) gänzlich als Mann fühlt, sodass er zwar Transgender, aber nicht nicht-binär ist. Einige Transmänner/Transfrauen lehnen sogar das Label „trans“ ab. Es ist also wichtig, dass Du eine Person immer fragst, was „nicht-binär“ oder „trans“ für sie bedeutet.

Für Marcel-Jana, der/die sich selbst als nicht-binär einstuft, bedeutet es zum Beispiel, dass er/sie seinen/ihren Namen im Pass sowie den Geschlechtseintrag ändern lassen möchte. Denn er/sie will nicht mehr ausschließlich als Mann angesehen und angesprochen werden.

Skoliosexuell entstammt dem nicht-binären Genderspektrum

„Nicht-binäre“ Geschlechter sind also solche abseits von nur männlich und ausschließlich weiblich; unter den Begriff fallen Menschen, die sich als bigender, transgender, demigender, agender, neutrois, pangender, genderfluid usw. bezeichnen. Cisfrauen und -männer sind dahingegen binäre Geschlechtsidentitäten.

Da Begriffe wie „homosexuell“, „bisexuell“ oder „heterosexuell“ gerade auf dem binären Geschlechtermodell aufbauen, werden sie von vielen nicht-binären Menschen abgelehnt. Sie nutzen vielmehr die offeneren, weitgreifenderen Geschlechtsidentitäten „androsexuell„, „gynosexuell“ oder eben „skoliosexuell“, da es hierbei nicht auf das Geburtsgeschlecht ankommt.

Ein nicht ganz unproblematischer Begriff

„Skolio“ kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie „krumm“. Da dies eine etwas negative Konnotation hat, scheuen sich viele Menschen davor, skoliosexuell in ihren Wortschatz einzubauen.

Darüber hinaus merken einige kritische Stimmen an, dass manche Menschen, die auf Transgender oder nicht-binäre Personen stehen, diese quasi als Fetisch-Objekt benutzen würden. Zwar sind viele Skoliosexuelle ebenfalls trans oder nicht-binär, sodass diese Kritik oftmals nicht zutrifft. Jedoch hinterlässt der Fetisch-Gedanke bei vielen Mitgliedern der LGBTQ+ Community einen schalen Beigeschmack, sodass sie nicht auf den Begriff „skoliosexuell“ zurückgreifen.

Sie nutzen vielmehr lieber das Wort „ceterosexuell“. Der lateinische Begriff „cetero“ bedeutet „andere“ oder „übrige“ – denke nur an den Ausdruck „et cetera“ für „und so weiter“.

Letztlich stoßen sich einige Menschen auch an Folgendem: Vor allem Trans-Menschen ordnen sich ja häufig einem Geschlecht zu, nur eben nicht ihrem Geburtsgeschlecht. Sie sind also Männer oder Frauen, sodass die Nutzung von „skoliosexuell“ eigentlich überflüssig ist.

Fazit – Alles klar?!

Rimming, Snowballing, Agender, demiromantisch, Neutrois, skoliosexuell – Manche Begriffe sind wirklich kryptisch und nicht einfach zu verstehen. Lasse Dich jedoch gerade im Falle von Skoliosexualität nicht von dem ungewöhnlich klingenden Namen abschrecken. Er bedeutet einfach, dass eine Person Menschen sexuell attraktiv findet, die sich nicht oder jedenfalls nicht vollständig in männlich oder weiblich einteilen lassen. Alles klar?!

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