Zeit für eine erotische Schneeballschlacht! – Was ist Snowballing?

Flüssigkeitsaustausch der ganz besonderen Art

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Du bist gerade dabei, den Blowjob Deines Lebens zu geben. Plötzlich merkst Du, dass sich Dein Schatz anspannt, er lustvoll aufstöhnt und sein Penis ganz hart wird und vor Erregung zuckt. Da ist er, der Orgasmus! Und wie das bei Männern nun mal so ist, spritzt etwas Sperma aus dem besten Stück Deines Liebsten, im Normalfall 2 bis 6 Milliliter. Jetzt musst Du Dich entscheiden: schlucken oder spucken?!

Im wahrsten Sinne des Wortes ist dies reine Geschmackssache. Manche Menschen lieben es, Sperma im Mund zu haben und zu schlucken. Andere finden die Konsistenz und den Geschmack der Samenflüssigkeit nicht gerade prickelnd und spucken sie daher aus oder bitten ihren Partner, erst gar nicht in ihrem Mund zu kommen.

„Ich schlucke, weil er sich dann wertgeschätzt fühlt, und es turnt mich selbst auch an, wenn er zum Orgasmus kommt und stöhnt.“

„Ich möchte ihm während unseres Liebesspiels den größten Beweis dafür geben, dass ich ihn und seinen Körper respektiere. Ich fühle mich sogar noch enger mit ihm verbunden. Ich fühle mich mit ihm vereint. Ich fühle enormes Glück, ihm diese Freude zu bereiten.“

„Wenn es zu viel Sperma ist, dann spucke ich es aus. Mich überkommt dann so ein Würgereiz, sodass es schwierig wird zu schlucken. Das Schlucken muss schnell passieren, ohne viel nachzudenken, und die Konsistenz des Spermas hilft auch dabei, die Entscheidung zu treffen.“

„Ich mag den Geschmack nicht. Es liegt aber auch daran, wie ich mich fühle. Ich habe ihn schon ein- oder zweimal in meinem Mund kommen lassen, aber ich liebe es mehr, wenn er sein Sperma über meinem ganzen Körper verteilt (nicht auf meinem Gesicht).“

Dies sind nur vier der insgesamt 97 verschiedenen Meinungen der FollowerInnen des Online-Magazins „Bad Girls Bible„, die sich zum Thema „schlucken oder spucken“ äußerten. Falsch oder richtig gibt es also bei Spermafragen nicht. Es ist vielmehr Deine ganz individuelle Entscheidung, wie Du mit der Samenflüssigkeit Deines Schatzes verfährst.

Neben den Varianten ausspucken oder herunterschlucken gibt es übrigens auch noch eine dritte Möglichkeit: Snowballing. Was genau es mit dieser mysteriösen Spielart auf sich hat, erklären wir Dir in diesem Artikel.

Was genau ist Snowballing?

Beim Snowballing geht es darum, dass Sperma während eines intensiven Kusses von einem Mund in den anderen wandert. Hierbei wird zusätzlich Speichel ausgetauscht, sodass der „Sperma-Schneeball“ immer größer wird. Letztlich kann ein Partner die glitschige Kugel herunterschlucken oder ausspucken.

Falls Du diese Sexpraktik genauer inspizieren möchtest und hierzu auf einschlägigen Porno-Websites nach „Snowballing“ suchst, wirst Du unter Umständen nicht auf so viele Ergebnisse stoßen wie bei dem Suchgriff „Cumswapping“. Die Techniken sind sich sehr ähnlich. Beim Snowballing wird das Sperma jedoch gewöhnlich an den freundlichen Spender zurückgegeben. Bei einem Cumswap dürfen dahingegen alle Beteiligten in den Genuss der gallertartigen Flüssigkeit kommen. So ist es beispielsweise bei einem Flotten Dreier möglich, dass der männliche Part in den Mund einer der beteiligten Frauen ejakuliert und diese das Sperma dann mit der anderen Frau austauscht.

Wie kann ich Snowballing mit meiner Partnerin/meinem Partner ausüben?

Wir bedienen uns eines Negativbeispiels aus der Natur: Buntbarsche sind sogenannte Maulbrüter. Dies bedeutet, dass die Weibchen ihre Eier nach dem Laichen mit dem Mund aufsammeln und nach der Besamung auch dort ausbrüten. Doch wie erfolgt die Befruchtung? Nun, die Afterflosse der Männchen sieht wie Buntbarscheier aus, sodass Buntbarschweibchen danach schnappen. Öffnen sie hierzu ihren Mund, so reagieren die Männchen blitzschnell und spritzen ihr Sperma hinein.

Diese List der Natur solltest Du nach Möglichkeit nicht übernehmen. Falls Du die Fantasie hast, mit Deinem Schatz Sperma auszutauschen, dann sprich zuvor mit ihm/ihr. Denn nicht jeder mag Sperma und noch weniger Menschen möchten es beim Küssen zwischen den Lippen spüren und schmecken.

Falls Dein Schatz jedoch grünes Licht gibt, dann nichts wie los! Snowballing ist eine recht einfache Sextechnik, die eigentlich nur gutes Timing verlangt. Am besten und einfachsten ist es, wenn Dein Liebster/Deine Liebste Dir einen Blowjob gibt, da Dein Penis sich dann schon in seinem/ihrem Mund befindet. Gib ihm/ihr ein Zeichen, kurz bevor Du zum Höhepunkt kommst, damit er/sie vorbereitet ist und Dein Sperma nicht versehentlich sofort herunterschluckt oder ausspuckt. Setzt Euch dann aufs Bett und gebt Euch einem intensiven Zungenkuss hin. Dein Partner/Deine Partnerin kann sich auch über Dich beugen und das Ejakulat ganz langsam in Deinen Mund laufen lassen.

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Schmeckt Sperma nicht komisch?

Einige Frauen und Männer scheuen sich davor, Sperma in den Mund zu nehmen, weil sie denken, dass es komisch schmecken könnte. Sperma ist jedoch nicht gleich Sperma. Je nach Ernährungsweise schmeckt und riecht es ganz unterschiedlich.

Die Pornostars in diesem Video beschreiben es beispielsweise als „warme, salzige Schnecke“ oder „manchmal süß“ (vor allem nach dem Genuss von Ananassaft) und erklären: „wenn du nur McDonalds, fettiges Fast Food und Dinge, die voll von mehrfach gesättigten Fettsäuren sind, isst, wird dein Sperma schrecklich schmecken.“ Achte also auf einen gesunden Lebensstil und trinke viel Wasser, sodass jede/r Deiner SexualpartnerInnen Dein Sperma mit Genuss aufnehmen wird.

Falls Du nicht nur den Geschmack, sondern auch die Qualität Deines Spermas verbessern möchtest, dann schaue Dir diesen Artikel an. Vielleicht hilft auch etwas Gleitgel mit Geschmack, das Bouquet Deines Ejakulats zu verbessern.

Ist Snowballing sicher?

Jein. Grundsätzlich ist es nicht schädlich, Sperma in den Mund zu nehmen oder es sogar herunterzuschlucken, denn die Flüssigkeit setzt sich nur aus folgenden, recht harmlosen Bestandteilen zusammen:

  • Spermien und Sperma-Eiweiß aus den Nebenhoden (auf das Eiweiß kann in seltenen Fällen eine allergische Reaktion erfolgen)
  • Prostatasekret (eine kalium- und kalziumreiche Salzlösung, die Enzyme, Magnesium, Zink, Citrat sowie Spermin enthält)
  • Sekret aus den Samenbläschen (enthält Fruktose und Prostaglandine)

Das Problem ist jedoch, dass durch den Flüssigkeitsaustausch beim Snowballing Geschlechtskrankheiten übertragen werden können. Zwar ist das Übertragungsrisiko beim Oralverkehr mit Aufnahme nicht so hoch wie beim Vaginal- oder Analsex. Eine Ansteckung mit Krankheiten wie HIV, HPV, Genitalherpes, Syphilis, Gonorrhoe oder Chlamydien ist beim Cumswapping jedoch zweifelsohne ebenfalls möglich.

Andere Spermaspiele für Sperma-FetischistInnen

Snowballing ist längst nicht die einzige Möglichkeit, sich mit Sperma zu vergnügen. Hier sind einige weitere Praktiken und Fetische, die sich rund um die schneeweiße Flüssigkeit drehen:

  • Felching: Hierbei wird Sperma (oder unter Umständen auch andere Körpersäfte wie Urin) aus dem Anus oder der Vagina herausgesaugt.
  • Cumshot/Moneyshot: In Pornofilmen ist es wichtig, einen Beweis für die Erregung der Akteure zu erbringen. Hierzu dient häufig der sogenannte „Cumshot“. Dies bedeutet, dass der männliche Darsteller vor der Kamera zum Orgasmus kommt, sodass Zuschauer sein Sperma sehen und hierdurch denken, dass er sehr erregt gewesen sein muss.
  • Facial: Feuert der Darsteller sein Sperma auf das Gesicht der Darstellerin/des Darstellers ab, so wird dies als „Facial“ bezeichnet.
  • Pearl Necklace: Wird der Cumshot dahingegen auf das Dekolletee einer Frau abgegeben, so spricht man von „Pearl Necklace“, also Perlenkette.
  • Creampie: Dieser Begriff wird ebenfalls häufig in Pornofilmen verwendet. Er beschreibt eine Sexualpraktik, bei welcher der männliche Darsteller sein Sperma in die Vagina oder den Anus der Darstellerin/des Darstellers spritzt. Danach zieht er sich zurück, sodass die Kamera einfangen kann, wie das Ejakulat aus der jeweiligen Körperöffnung herausläuft.

Fazit zum Snowballing – Nur etwas für ausgesuchte Connaisseurs

Snowballing ist sicherlich nicht so mainstreamtauglich wie beispielsweise ein Handjob oder eine erotische Massage. Viele Menschen können Körperausscheidungen – egal in welcher Form – nicht viel abgewinnen. Das erotische Spiel mit einer der intimsten Flüssigkeiten des Mannes ist daher nur für Paare geeignet, die dem Austausch von Körpersäften offen gegenüberstehen. Ist dies der Fall und ist eine Geschlechtskrankheit ausgeschlossen, kann Cumswapping jedoch höchst erregend sein und noch mehr Intimität sowie ein tiefes Vertrauen zwischen Euch schaffen.

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