Cuckolding: Partner*in beim Sex Zuschauen – Alles, was Du wissen musst

Wir setzen Dir die Hörner auf

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“Cuckold” ist zwar noch nicht in den TOP 10s der Suchergebnisse der bekanntesten Pornowebseiten angekommen. Die Fetisch-Variante wird jedoch immer populärer: So berichtete der Sexclip-Anbieter PornHub, dass neben “Hentai”, “Romance” und “Group Sex” auch “Swapping” zu den Suchanfragen, die das Jahr 2021 definiert haben, gehörte.

Swapping, also Partnerwechsel, ist in verschiedenen Formen möglich. Eine hiervon ist eben das sogenannte “Cuckolding”. Suchanfragen nach diesem Begriff stiegen 2021 um ganze 168 % an. Höchste Zeit also, sich diese spannende Spielart mal ein wenig genauer anzuschauen.

Hierzu haben wir drei ExpertInnen eingeladen, die Dir präzise erklären werden, was Du beim Cuckolding beachten solltest, wie man es praktiziert und warum es manche Menschen ganz wuschig macht. Los geht’s.

Welche anderen Pornhub-Suchbegriffe legten 2021 am meisten zu?

Was bedeutet Cuckolding?

“Cuckolding bedeutet, dass einer der Partner einer romantischen Paarbeziehung es erregend findet, wenn der andere Partner Sex mit einer dritten Person hat. Jeder, der Sex liebt, kann Cuckolding ausführen; es hat nichts mit der Geschlechtsidentität zu tun. Manchmal besteht eine Cuckold-Beziehung aus einem Mann, seiner Frau oder Freundin, und einem anderen Mann”, erklärt Beziehungsexpertin Katina Tarver.

Der Begriff “Cuckold” beziehe sich jedoch klar auf einen Mann, der es genießt, seine Frau beim Fremdgehen mit einem anderen Mann zu beobachten. “Hierdurch wird er erregt und es hilft ihm, eine Erektion zu bekommen”, so Tarver.

“Traditionell bezieht sich Cuckold auf einen Mann, dessen Frau ohne sein Wissen Sex mit einem anderen Mann hat”, ergänzt Dr. Sarah Melancon, Soziologin und Sexologin. “Der Cuckold wurde im Allgemeinen als schwach und unmännlich angesehen. Heutzutage wird der Begriff eher dazu verwendet, um Fantasien und Sexualpraktiken zu beschreiben, bei welchen ein Partner dadurch erregt wird, dass der andere Partner vor seinen Augen Sex mit einer dritten Person hat, oder ihm später hiervon erzählt.”

Das weibliche Pendant zum Cuckold ist die “Cuckquean”. Es kommt zwar deutlich seltener vor, doch auch manche Frauen werden dadurch erregt, dass ihr Partner Sex mit einer anderen Frau/mit einem anderen Mann hat.

Natürlich ist Cuckolding aber auch unter homosexuellen, polysexuellen oder pansexuellen Paaren möglich. “Schwule Männer haben auch Spaß an Cuckolding-Fantasien oder -Aktivitäten”, weiß Melancon, die sich auf eine Untersuchung von Justin Lehmiller beruft.

Der US-amerikanische Wissenschaftler, der am berühmten Kinsey Institute der Indiana University forscht, hatte zuvor bereits ein Buch mit dem Titel “Tell me what you want” veröffentlicht, in welchem er die Ergebnisse einer Umfrage unter über 4000 AmerikanerInnen vorstellt. Hieraus geht hervor, dass 58 % der befragten Männer und 1/3 der befragten Frauen Fantasien haben, die Cuckolding beinhalten. Überhaupt gehöre laut Lehmiller eine nicht-monogame Partnerschaft zu den “7 häufigsten sexuellen Fantasien”.

Woher kommt der Begriff “Cuckolding”

Das Wort “Cuckolding” leitet sich von dem englischen Wort für Kuckuck, “Cuckoo”, bzw. dem französischen Äquivalent, “Coucou”, ab. Bereits im Mittelalter war bekannt, dass das Kuckucksweibchen seine Eier in fremde Nester legt, sodass der Begriff schnell auf Situationen übertragen wurde, in welchen eine Frau ihrem Ehemann ein Kind unterschiebt (Kuckuckskind).

Auch heute noch wird “Cuck” im Englischen als Schimpfwort für einen unterwürfigen Mann, dem die Hörner aufgesetzt wurden, gebraucht. Die Silbe “quean” in Cuckquean ist ebenfalls also Schimpfwort gebräuchlich. Obwohl sie wie “Queen”, also Königin, klingt, bedeutet queAn doch “Hure” oder “Prostituierte”.

Warum mögen manche Menschen Cuckolding?

Affäre, Seitensprung, Fremdgehen – All diese Begriffe sind eigentlich nicht positiv konnotiert. So ergab denn auch eine Umfrage des Verkupplungs-Portals “ElitePartner”, welches 2017 die Meinung von rund 6500 Männern und Frauen einholte, dass 77 % der Befragten eine längere Affäre und 50 % einen Seitensprung nicht verzeihen könnten. Es würde also unweigerlich zur Trennung kommen.

Weitere häufige Trennungsgründe laut der ElitePartner-Studie 2017:

  • Partner lässt mir kaum Freiraum 65,7 %
  • Partner vernachlässigt sein Äußeres/seine Körperhygiene 59,7 %
  • Partner ist zu eifersüchtig 52,8
  • Nur wenig Zärtlichkeiten 46,7 %
  • Kein kommunikativer Austausch mehr 46,4 %
  • Unterschiedlicher Umgang mit Geld 22,5 %
  • Länger andauernde Sexflaute 21,9 %
  • Zu wenig Zeit füreinander 20,1 %
  • Partner hat sich äußerlich verändert (beispielsweise starke Gewichtszunahme) 16,9 %
  • Partner ist beruflich lange erfolglos/arbeitslos 10,8 %
  • Partner arbeitet zu viel/zu viele Überstunden 5,9 %

Was ist also der Reiz am Cuckolding? Ist es nicht eigentlich sehr schmerzhaft und unangenehm, seinem Partner/seiner Partnerin dabei zuzuschauen, wie er/sie eine andere Frau leckt, mit einem Hammertypen einen unglaublichen Orgasmus erlebt, einen fremden Penis mit dem Mund beglückt oder lauter neue Stellungen ausprobiert, die zuvor niemals zur Diskussion standen?

“Cuckolding wird oft als eine Art von Kräftespiel und weiblicher Dominanz gesehen”, erklärt Dr. Sarah Melancon. “Der Gedanke, dass die eigene Partnerin sich ganz ihren Gelüsten hingibt, ist sehr erregend für viele Männer. Dies bricht auch mit dem Stereotyp, dass üblicherweise Männer einen stärker ausgeprägten Geschlechtstrieb haben.

Cuckolding-Fantasien und -Aktivitäten beinhalten manchmal Elemente wie Dominanz, Erniedrigung, Crossdressing, BDSM und/oder “erzwungene” Bisexualität. Für Männer, die dies mögen, ist Cuckolding also ein erniedrigender Akt, welcher durch das Verhalten der scheinbar betrügerischen Ehefrau erzeugt und durch welchen ihre vermeintlich fehlende Männlichkeit offenkundig wird. Manche Männer werden sogar dazu “gezwungen” den “Bull”, also den anderen Mann, zu befriedigen oder dessen Sperma aus der Vagina der Partnerin zu “trinken”. Cuckolding kann ferner Keuschheitsgürtel oder ähnliches Zubehör umfassen, sodass der Cuckold daran gehindert wird, selbst sexuell auf seine Kosten zu kommen.”

Bitte beachte, dass der Cuckold oder die Cuckquean natürlich nicht wirklich zu oben genannten Praktiken gezwungen werden. Auch im BDSM gibt es Spielregeln und eine hiervon lautet, dass der devote Part stets “Stopp!” sagen kann. Der Zwang ist also Teil des Spiels, kann jedoch jederzeit aufgelöst werden.

Wenn Du also kein Sperma trinken möchtest oder es Dir doch zu viel wird, Deinem Partner/Deiner Partnerin beim Sex mit einer anderen Frau/einem anderen Mann zuzuschauen, dann ist es völlig in Ordnung dies zu kommunizieren und das Cuckolding abzubrechen.

“Die Sexspielart muss jedoch nicht zwangsläufig etwas mit Dominanz und Erniedrigung zu tun haben”, erklärt Melancon weiter. “Viele Cuckolding-Paare freuen sich darauf, miteinander intimen Sex zu haben, nachdem der Bull gegangen ist. Manche Psychologen sehen Cuckolding ferner als einen stereotypischen maskulinen Konkurrenzwettbewerb an, bei welchem der Cuckold die heiße, sexy Partnerin am Ende doch noch für sich gewinnt.

Cuckolding kann außerdem ethnische Elemente beinhalten. Typischerweise handelt es sich hierbei um ein Szenario mit einem weißen Cuckold, einer weißen Frau und einem dunkelhäutigen Bull (mit großem Penis). Im Rahmen dieser Fantasie wird der Cuckold im Normalfall dadurch erregt, dass er durch einen dunkelhäutigen Mann, der “mehr Männlichkeit besitzt” als er, gedemütigt wird. Interracial Cuckold-Fantasien werden häufig kritisiert, da sie farbige Männer als hypersexuell darstellen und diese einzig auf ihr großes Geschlechtsteil reduzieren”, so die Sexologin.

Beziehungsexpertin Katina Tarver fügt einen weiteren Ansatz für den Siegeszug von Cuckolding hinzu: “Viele Paare genießen Cuckolding, da die Sexspielart Langweile aus ihrem Schlafzimmer sowie die Monotonie in ihrer Beziehung vertreibt. Außerdem lässt sich so sehr gut herausfinden, auf was der Partner/die Partnerin steht. Auch die Eifersucht, die zu brodeln beginnt, wenn man die bessere Hälfte beim Sex mit einem anderen Mann/einer anderen Frau beobachtet, ist für viele Menschen höchst aufregend. Es fügt ihrem Sexleben einfach eine völlig neue Dimension hinzu.

Der wichtigste Grund ist jedoch, dass Cuckolding die Kommunikation und die Verbundenheit innerhalb einer Beziehung stärkt, denn die Partner sprechen plötzlich über ihre sexuellen Fantasien, Wünsche, Eifersucht oder Unbehagen. Darüber hinaus wird Sex durch ehrliche Gespräche und nicht-gefakte Orgasmen viel besser und auch die Beziehung selbst erhält einen Vertrauensschub.”

Gründe für Cuckolding in der Kurzübersicht:

  • Eine weitere heiße Spielart für Freunde des BDSM; insbesondere von Dominanz- und Unterwürfigkeits-Spielen
  • Menschen mit voyeuristischer oder exhibitionistischer Ader kommen voll auf ihre Kosten
  • Adrenalinschub durch die Konkurrenzsituation mit dem dritten Mann/der dritten Frau; Eifersüchteleien heizen die Stimmung an
  • Nachdem alle so richtig schön erregt sind, kann der Bull verschwinden und Ihr könnt Euch Eurer eigenen Lust hingeben
  • Bringt Pepp in eingeschlafene Beziehungen
  • Eine tolle Methode, bisexuelle oder omnisexuelle Neigungen auszuleben
  • Findet heraus, was Eure bessere Hälfte im Bett am liebsten mag; neuer Input durch die dritte Person
  • Stärkt die Kommunikation und Verbundenheit innerhalb einer Beziehung
  • Es wird mit einem gesellschaftlichen Tabu gebrochen, was manche Menschen als sehr reizvoll empfinden

Was ist der Unterschied zwischen Cuckolding und Polyamorie?

Konstellationen mit mehreren Personen sind auf viele verschiedene Weisen möglich. Oftmals stellen sich Interessierte daher die Frage, was eigentlich der Unterschied zwischen Cuckolding und Polyamorie ist.

“Bei der Polyamorie geht es darum, mehrere Menschen gleichzeitig, mit gegenseitigem Einverständnis und ohne vertragliche Verpflichtungen zu lieben. Menschen, die in einer polyamoren Beziehung leben, suchen sich die Anzahl an intimen oder romantischen PartnerInnen aus und akzeptieren den gesellschaftlichen Standard, dass man nur mit einem Menschen in einer romantischen Beziehung sein sollte, nicht”, erklärt Katina Tarver. “Im Gegensatz dazu dreht sich Cuckolding darum, dass der eigene Partner mit einer anderen Person intim wird und der Cuckold/die Cuckquean dies beobachtet. Cuckolding lenkt den Fokus also eher auf das Fremdgehen als auf Romantik.”

Dem stimmt auch Dr. Sarah Melancon zu: “Cuckolding legt den Fokus typischerweise auf Sex. Das Paar ist üblicherweise in einer primären Beziehung und der/die Dritte ist eine zwanglose Bekanntschaft, die keinerlei Verpflichtungen gegenüber dem Pärchen hat.

Polyamorie beinhaltet dahingegen mehrere feste, romantische und liebevolle Beziehungen. Diese umfassen im Normalfall auch Sex, jedoch nicht immer. Polyamore Trios können sich natürlich ebenfalls Cuckolding-Fantasien hingeben oder Rollenspiele ausüben, jedoch wissen wir nicht genau, wie häufig dies vorkommt.”

Cuckolding ist also keine romantische Präferenz, sondern eine Sexspielart oder ein Fetisch. Hinter Polyamorie und Cuckolding stehen demnach verschiedene Konzepte. Gemeinsam haben die Vorlieben nur, dass bei beiden mehrere Personen involviert sind.

Wie können wir Cuckolding in unser Liebesleben integrieren?

“Schatz, ich will, dass Du vor meinen Augen mit dem Nachbarn Sex hast. Das würde mich so richtig anmachen! Ich habe schon mit ihm gesprochen. Er hat zugestimmt.” Wer seinem Partner/seiner Partnerin derart die Pistole auf die Brust setzt, wird eher auf Unverständnis als auf Jubelrufe stoßen.

Da Cuckolding keine Mainstream-Fantasie ist, die viele Menschen haben, solltest Du behutsam vorgehen, wenn Du sie Deinem Schatz vorschlägst. Stelle Deine Liebste/Deinen Liebsten keinesfalls vor vollendete Tatsachen. Wie immer beim Thema Sexualität kommt es auf eine gute Kommunikation an.

“Wenn Du Cuckolding in Deine Beziehung integrieren möchtest, musst Du vorher unbedingt mit Deinem Partner/Deiner Partnerin darüber sprechen”, sagt Sextherapeutin und Psychologin Tatyana Dyachenko. “Die Spielart spricht natürlich nicht jedermann an und kann nur dann funktionieren, wenn beide Partner zu 100 % an Bord sind. Im Allgemeinen neigen eher Männer zu Cuckolding-Fantasien als Frauen.

Ein guter Weg anzutesten, ob Dein Partner auch auf Cuckolding steht, ist, zunächst ein Gespräch über Deine früheren Sexerfahrungen zu führen und zu schauen, wie Dein Gegenüber darauf reagiert. Falls Dein Schatz hierdurch erregt wird, könnte (Konjunktiv!) er/sie auch für Cuckolding offen sein. Falls Dein Liebster/Deine Liebste jedoch den Gedanken, dass Du mit einer anderen Person Sex hattest, eher abschreckend findet, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er/sie Cuckolding ablehnen wird.”

Mithilfe von Beziehungscoach Katina Tarver haben wir eine Liste zusammengestellt, an welcher Du Dich entlanghangeln kannst, wenn Du Cuckolding mit Deiner besseren Hälfte ausleben möchtest:

  • Kommunikation und Transparenz sind enorm wichtig.
  • Beantworte alle Fragen, die Dein Partner/Deine Partnerin stellt, geduldig.
  • Redet auch über Verhütungsmethoden und Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.
  • Besprecht, was Eure No-Gos sind. Ist beispielsweise Analsex mit der dritten Person ok? Darf Euer Ehebett benutzt werden? Sind extremere Praktiken wie Spanking oder Rimming in Ordnung? Soll der Cuckold ins Liebesspiel mit einbezogen werden oder ausschließlich zuschauen?
  • Beginnt zunächst damit, Cuckolding-Videos zu schauen. Wenn sich Dein Gegenüber damit wohlfühlt, könnt Ihr einen Schritt weitergehen.
  • Erkläre Deinem Schatz, warum Dich Cuckolding anmacht. Teile Deine Gelüste mit.
  • Sei nicht ungeduldig. Pushe Dein Gegenüber nicht. Akzeptiere auch ein “Nein”.
  • Wenn nötig, könnt Ihr auch mit einem Beziehungscoach oder einer anderen neutralen Person über Eure sexuellen Wünsche sprechen und Euch beraten lassen.
  • Stellt Euch darauf ein, dass Gefühle wie Scham oder Eifersucht aufkommen werden. Dies ist ganz normal und macht beim Cuckolding sogar einen gewissen Reiz aus.
  • Cuckolding muss nicht unbedingt bis zum Äußersten führen. Dein Liebster/Deine Liebste kann Dir auch zunächst eine (ausgedachte) Story von einem Sexabenteuer in der Vergangenheit erzählen.
  • Wenn Ihr Euch dazu entschieden habt, Cuckolding auszuprobieren, dann denkt Euch ein Stoppwort aus, welches Ihr jederzeit nutzen könnt, um die Cuckolding-Session abzubrechen.

Was, wenn mir Cuckolding nicht gefällt?

Obwohl Ihr vor Eurer Cuckolding-Session intensiv diskutiert habt und Du die Idee, Deinem Schatz beim Sex mit einer anderen Person zuzuschauen, zunächst sehr reizvoll fandest, kann es natürlich sein, dass Du Dich in der realen Situation unwohl fühlst und die ganze Aktion sogar abbrechen möchtest. Ferner könnte es dazu kommen, dass Du Dich nach dem Cuckolding beschämt fragst, was Du da eigentlich gemacht hast.

“Es ist ganz normal, intensive Schamgefühle zu haben, nachdem du sexuell etwas Neues ausprobiert hast. Das gilt vor allem für nicht-normative Aktivitäten wie Cuckolding. Sei nachsichtig mit dir selbst”, rät Sarah Melancon. Die klinische Sexologin schlägt außerdem vor, sich vor dem Cuckolding einen groben Notfallplan zurechtzulegen sowie sich nach dem Akt genügend Zeit zu nehmen, um das ganze zu verarbeiten – In der BDSM-Welt werde dies auch “Aftercare” genannt, so die erfahrene Expertin.

“Du kannst natürlich nicht wissen, was du in dem Moment fühlen wirst, aber du kannst schon vorher darüber nachdenken, welche Dinge dich beruhigen, wenn du aufgebracht bist. Möglich ist beispielsweise, zu kuscheln, einen Tee oder ein anderes warmes Getränk zu trinken, ein heißes Schaumbad zu nehmen, eine Massage zu genießen, sich in eine kuschelige Therapiedecke einzumummeln oder gemeinsam witzige Filme anzuschauen.

Wenn Du und Dein Partner/Deine Partnerin dann runtergekommen seid und Ihr Euch vollkommen wohlfühlt, könnt Ihr Eure Cuckolding-Session Revue passieren lassen. “Besprecht und diskutiert, was funktioniert hat und was nicht. Redet auch darüber, was ihr beim nächsten Mal machen wollt (oder ob es überhaupt ein nächstes Mal geben soll)”, sagt Sarah Melancon. Die Soziologin fügt zudem hinzu: “Manchmal ist die Fantasie besser als die Realität. Wenn Cuckolding nichts für dich ist, dann ist das vollkommen ok.”

Fazit – Cuckolding also einfach mal ausprobieren?

Cuckolding “einfach mal so” auszuprobieren, ist mit Sicherheit keine gute Idee. Der Kink ist mit Vorsicht zu genießen, da in der Gesellschaft monogamen Beziehungen der Vorzug gegeben wird, sodass die Vorstellung von Sex mit Dritten bei vielen Männern und Frauen starke negative Gefühle auslöst. Anders als beim Flotten Dreier, bei welchem alle Parteien aktiv mitmachen, kommt beim Cuckolding noch hinzu, dass eine Person dem heißen Treiben nur passiv beiwohnen darf oder sogar dazu “gezwungen” wird, den Bull zu befriedigen bzw. sein Sperma abzulecken. Cuckolding hat also eine klare erniedrigende Note.

All dies führt dazu, dass die Spielart nicht für alle Paare geeignet ist. Wenn Ihr jedoch für Euch herausgefunden habt, dass Ihr eine devote/dominante Ader habt und auch damit klarkommt, dass Euer Schatz Sex mit anderen Menschen hat, dann kann Cuckolding wirklich sehr reizvoll für Eure Beziehung sein.

Die voyeuristischen und exhibitionistischen Elemente des Kinks lösen einen wahren Adrenalinschub in Gehirn aus und regen all Eure Sinne an. Als Cuckold/Cuckquean könnt Ihr quasi Euren privaten Live-Porno anschauen, Euch hierbei selbst befriedigen und Sextoys benutzen, es sei denn, der dominante Part hat Euch dies verboten. Für den anderen Teil ist es verführerisch, mit einer nahezu unbekannten Person Sex zu haben, einen anderen Körper zu spüren und neue Techniken auszuprobieren. Natürlich ist auch der Gedanke, dass der Partner/die Partnerin zuschaut, für viele Fans von Cuckolding äußerst erregend.

Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn Ihr zur zweiten Gruppe gehört, dann lasst es beim Cuckolding ordentlich krachen!

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