Ist Kokosöl als Gleitgel sicher?

Worauf musst du bei der Verwendung achten?

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Gleitgel ist doch was für alte Leute“. Dieser Ausspruch ist ebenso gängig, wie falsch, denn Gleitgel ist eine wichtige Möglichkeit, wie du dein Sexleben noch besser gestalten kannst. Vagina Trockenheit ist nicht ausschließlich ein Problem des Alters, auch wenn es jenseits des 50. Geburtstags häufiger dazu kommt. Verantwortlich ist die Menopause, die bei mehr als 50 Prozent aller Frauen zu einer generellen vaginalen Trockenheit führt.

Um schmerzhafte Einrisse in der Schleimhaut zu vermeiden und den Spaß beim Sex hochzuhalten, sind Gleitgele die perfekte Lösung.

Auf dem Markt gibt es zahlreiche verschiedene Sorten, angefangen von Anal-Gleitgelen, über natürliche und vegane Gleitgele, bis hin zu Orgasmus-Gleitgelen, die die Stimulation erhöhen sollen. Wenn du allerdings aus Hausmittel setzt, ist Kokosnuss Öl möglicherweise eine Alternative für dich.

Was ist Kokosnuss Öl

Seit der Antike gehört Kokosnuss Öl zu den wichtigsten Bestandteilen der Naturheilkunde und auch als Gleitgel kann es Verwendung finden.

Kokosnuss Öl ist das aus dem Nährgewebe der Frucht gewonnene Pflanzenfett, was in vielen Bereichen Verwendung findet. Die Fettsäuren stehen im Ruf, antiviral, antimykotisch und antimikrobiell zu wirken. In der Kosmetik findet das Öl vor allem dann Anwendung, wenn die Haut zu trocken ist und klassische Kosmetik nicht gut vertragen wird.

Kokosöl als natürliches Gleitmittel

Wenn du keine Lust auf Chemie an deiner empfindlichsten Region hast, kannst du auf natürliches Kokosöl setzen. Es enthält keine reizenden Stoffe und wird von der Vaginalschleimhaut sehr gut aufgenommen. Aufgrund seines Öl-Gehalts bleibt die Reibung sehr lang erhalten und du kannst Sex haben, ohne dass es zu Schmerzen kommt. Denn Schmerzen ist einer der Gründe an denen du erkennst, dass du dringend ein Gleitgel brauchst.

Sicherheitshinweise für die Anwendung von Kokosöl

Eine Studie hat gezeigt, dass ein klassisches Mineralöl rund 60 Sekunden braucht, um 90 Prozent der Oberfläche eines Latexkondoms zu zerstören. Was bedeutet das für die Anwendung des Kokosnussöls?

  • Verwende Kokosnussöl nicht gemeinsam mit Kondomen
  • Führe keine Vaginalspülungen damit durch
  • Achte bei der Verwendung von Sexspielzeugen darauf, dass sie nicht aus Silikon hergestellt sind

Die Vor- und Nachteile von Kokosnussöl als Gleitgel-Ersatz

Natürliche Ersatzmittel zum Gleitgel sind sehr beliebt, denn immer mehr Menschen setzen auf Natürlichkeit und chemiefreie Kosmetikprodukte. Kokosnussöl schadet deinem Körper nicht, du kannst es aus rein medizinischer Sicht bedenkenlos als Gleitgel verwenden. Doch wie alles im Leben, hat auch Kokosnussöl seine Vorteile und seine Nachteile.

Die Vorteile von Kokosöl als Gleitgel

  • sehr angenehmer Duft nach Kokos
  • Kokosöl steigert die Durchblutung und erhöht damit die vaginale Sensibilität
  • Entzündungshemmende und pilzhemmende Wirkung, beugt Erkrankungen vor
  • Günstig in der Anschaffung und in Bio-Qualität erhältlich

Die Nachteile von Kokosöl

  • Zieht schnell in die Haut ein, dann musst du nachlegen
  • Kann nicht mit Latexkondomen kombiniert werden
  • Hinterlässt einen leicht öligen Film, der stören kann

Ist Kokosöl für jeden geeignet?

Sicherheit geht immer vor, auch beim Sex. Daher natürlich die Frage, ob jeder problemlos Kokosöl verwenden kann. Prinzipiell ja, vorausgesetzt, du hast keine Allergie dagegen. Manchmal bemerkt man solche Allergien erst während der Verwendung. Daher kann es helfen, wenn du 24 Stunden vor der ersten Verwendung einen kleinen Test durchführst.

Verteile etwas Kokosöl in deiner Ellenbeuge und lasse es da. Wenn du nach 24 Stunden keine Reaktionen bekommen hast und keine Hautreizungen, bist du mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht allergisch auf Kokosöl. Warum die Ellenbeuge? Dort ist die Haut sehr dünn und das Kokosöl zieht schnell ein. So merkst du am schnellsten, wenn du es nicht verträgst.

Wenn es doch zu allergischen Reaktionen während der Anwendung kommt, können diese wie folgt ausfallen:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • brennendes Gefühl an der Nutzungsstelle
  • Durchfall und Magen-Darm-Beschwerden
  • Hautrötungen und Ekzem-Bildung
  • Allergischer Schock (bitte rufe den Rettungsdienst

Nicht immer führt eine Allergie zu einem allergischen Schock. Es kann durchaus passieren, dass du Hautreizungen bekommst, die von selbst wieder abklingen. Nach einer solchen Erfahrung wende bitte keinesfalls erneut Kokosöl an, sondern wende dich an einen Allergologen, um einen Allergietest durchzuführen.

Kondome, Sexspielzeuge und Bettlaken – hier musst du aufpassen

Wie schon angedeutet, verträgt sich Kokosöl nicht mit Kondomen, sondern lässt die Oberfläche porös werden. Das bedeutet, dass du keinen sicheren Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten, aber auch einer ungewollten Schwangerschaft mehr hast.

Auch deine Sextoys sind Kokosnussöl gegenüber eher „kritisch“ eingestellt. Aus TPE-Kunststoff hergestellt, kannst du das Öl in der Regel problemlos anwenden, um die Gleitfähigkeit zu erhöhen. Bestehen deine Sexspielzeuge hingegen aus Silikon, solltest du ausschließlich wasserbasiertes Gleitgel nutzen, um die Oberfläche nicht zu beschädigen.

Und, wie jedes Öl, kann auch Kokosöl für Fettflecken auf der Bettwäsche oder im Bereich der Kleidung sorgen. Um das zu vermeiden, solltest du immer ein altes Handtuch unterlegen. Wenn es doch passiert ist und deine Wäsche Flecken abbekommen hat, weiche die Wäsche für rund eine Stunde in einem Backpulver-Wasser-Gemisch ein, um die Flecken zu lösen. Anschließend kannst du sie in die Waschmaschine stecken und normal waschen.

Mögliche Anwendungsbereiche von Kokosöl

Beim Sex mit Kondom ist Kokosöl als Gleitgel tabu. Du solltest auch keinesfalls aufs Kondom verzichten, nur damit du Kokosöl verwenden kannst. Es gibt jedoch eine Menge Möglichkeiten, wie du das Öl einsetzen kannst.

Bei der Lingam- oder Yoni-Massage

Du möchtest deiner Partnerin oder deinem Partner eine Yoni-Massage oder eine Lingam-Massage spendieren? Dann ist Kokosöl ein wunderbares Mittel, um die Stimulation zu erhöhen und für gleitende Finger auf der Haut zu sorgen. Das Öl ist sehr hautverträglich (wenn du keine Allergie hast) und du kannst immer wieder nachnehmen, wenn der Gleitfilm verschwindet. Außerdem entfaltet sich ein angenehmer Duft, was die Massage noch spannender gestaltet.

Für einige Sextoys geeignet

Silikonhaltige Sextoys solltest du zwar nicht mit Kokosöl in Berührung bringen, doch wenn du beispielsweise einen Glasdildo verwendest oder einen klassischen Vibrator aus Kunststoff, kann das Öl die Gleitfähigkeit erhöhen und dir jede Menge Spaß bei der Masturbation liefern.

Für die Ganzkörpermassage geeignet

Es kann herrlich sein, wenn dein Partner dich mit einer erotischen Massage verwöhnt. Nacken, Rücken, Po, Oberschenkel und natürlich auch der Intimbereich freuen sich sehr über entspannende Handgriffe. Mit Kokosöl wird nicht nur die Haut geschmeidig, sondern sie wird zusätzlich gepflegt und mit Feuchtigkeit versorgt. Als Alternative zum klassischen Massageöl ist Kokosöl daher eine sehr gute Option.

Für die Masturbation ohne Hilfsmittel

Beim Masturbieren braucht es nicht immer einen Dildo oder einen Masturbator, manchmal reicht das Glück der eigenen Hand. Um für noch bessere Feelings zu sorgen, kannst du mit Kokosöl deinen Intimbereich geschmeidiger und gleitfähiger machen. Jetzt fühlt es sich noch besser an, wenn deine Finger deine Klitoris verwöhnen oder wenn sich deine Hand um deinen Penis schließt.

Fazit: Kokosnussöl kann eine Alternative sein

Für einige Anwendungsbereiche kann Kokosöl eine Alternative zum Gleitgel sein, obwohl wir dennoch spezielle Gleitgels empfehlen. Es gibt keine wissenschaftlichen Untersuchungen bezüglich der langfristigen Sicherheit bei der Anwendung. Gleitgele hingegen sind geprüft und kontrolliert und es gibt sie ebenfalls in natürlicher, veganer und parfümfreier Variante.

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