Der Weibliche A-Punkt: Suchtipps, Fundort und Gute Gründe zur Stimulation

Du würdest gerne multiple Orgasmen erleben? Du wärst gern feuchter beim Sex? Dann musst Du dieses Geheimnis kennen!

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Der weibliche G-Punkt hat ein geheimnisvolles Image. Alle paar Jahre taucht das Thema mal wieder auf und dann macht sich gefühlt die halbe Welt auf die Suche. Leider wollen viele Suchende einfach nicht fündig werden. Andere hingegen sind sich sicher, diese nach einem gewissen Herrn Gräfenberg benannte Stelle entdeckt und erfolgreich bis zum Orgasmus stimuliert zu haben. Das ist wohl kaum eine Lüge, denn nicht umsonst sind G-Punkt-Vibratoren der Renner bei Frauen.

Trotzdem ist der G-Punkt ein schwer greifbares Mysterium. Er löst zum Teil mehr Frust als Lust aus, denn die erfolglose Suche wird schnell langweilig. Inzwischen gibt es sogar Studien, die belegen sollen, dass es sich um einen Mythos handelt.

In diesem Beitrag soll es eigentlich nicht um den G-Punkt gehen. Wir erwähnen ihn trotzdem, denn vielleicht ist diese frustrierende Enttäuschung der Grund, warum bisher kaum jemand über den A-Punkt spricht. Wer will denn schon wieder einen Punkt suchen, nur damit am Ende wenig Sinnvolles dabei herumkommt?

Nur so viel vorweg: Der A-Punkt ist nicht der neue G-Punkt. Doch seine Existenz und seine wirklich erstaunlichen Funktionen sind tatsächlich durch eine Studie gesichert.

Möglicherweise ist der A-Punkt sogar der Schlüssel zur Antwort auf die Frage, warum Frauen Orgasmen haben, obwohl sie aus biologischer Sicht eigentlich nicht erforderlich sind. Aber lies selbst!

Was ist der A-Punkt?

Der A-Punkt ist eine besondere Körperstelle, die tief in der Vagina liegt. Es handelt sich um eine erogene Zone der Frau.

Der A-Punkt ist auch bekannt als Deep Spot, A-Spot oder AFE-Zone. AFE ist die Abkürzung für Anterior Fornix Erogenous Zone. Auf deutsch heißt das so viel wie „vordere erogene Gewölbebogen-Zone“.

Erogene Zone bedeutet, dass wenn die Stelle stimuliert wird, Du besondere Lust empfindest. Doch der A-Spot ist mehr als das.

Laut dem malayischen Gynäkologen Chua Chee Ann, der die AFE-Zone im Jahr 2003 zum ersten Mal medizinisch beschrieben hat, löst das Stimulieren stärkere Empfindungen aus als beim G-Punkt. Das geht so weit, dass ohne zusätzlichen Gebrauch der Klitoris Orgasmen ausgelöst werden können. Sogar von multiplen Orgasmen ist die Rede.

Allerdings sollen nur bei einem kleinen Teil der Frauen derart umwerfende vaginale Orgasmen möglich sein. Und leider ist nicht bei jeder Frau die AFE-Zone erreichbar, es kommt auch auf die Lage des Uterus an. Es lohnt sich trotzdem, selbst einmal zu testen, ob man zu dieser Gruppe gehört. Später im Text erfährst Du, wie Du den Punkt findest und stimulieren kannst.

Der Einfluss auf die vaginale Feuchtigkeit

Das Stimulieren der sensiblen AFE-Zone fördert offenbar die Lubrikation. Das ist der Vorgang, mit dem Drüsen Deine Vagina bei sexueller Erregung befeuchten, damit der Penis beim Sex problemlos rein und raus gleitet. Es gibt viele Drüsen bei der Frau, die diese Funktion besitzen.

Selbst wenn Du zu der Mehrheit der Frauen gehörst, denen der A-Spot keine multiplen Orgasmen beschert, könnte sich das Wissen um diese Stelle also lohnen, um angenehmeren Sex zu haben. Es scheint so zu sein, dass Du auf diesem Weg etwas mehr Kontrolle über die Feuchtigkeit Deiner Vagina erlangst. Viele Frauen kämpfen mit dem Problem, dass sie nicht ausreichend feucht werden.

Doktor Chua betont die Bedeutung dieser Auswirkung daher noch stärker als den nicht ganz so sicheren Orgasmus-Effekt. Wer lernt, den A-Spot richtig zu stimulieren, soll sogar starke Schmerzen beim Vaginalverkehr durch eine zu trockene Scheide vermeiden können – und zwar ohne zusätzliches Gleitgel einzusetzen.

Eine Studie bestätigt die Wirksamkeit

Doktor Chua forschte selbst an diesem erstaunlichen Thema, denn er wollte Frauen helfen, die unter Scheidentrockenheit leiden. Über das Squirten kam er auf die Idee, dass die Stimulation der oberen Vaginawand möglicherweise der natürliche Schlüssel zur Lösung des Problems ist und fand letztendlich den A-Spot.

Was ist Squirten?

Beim Squirten verspritzt die Vagina eine kleine Menge Flüssigkeit, nachdem die Region um den G-Punkt ausgiebig stimuliert wurde. Es handelt sich um ein Drüsensekret. Man spricht auch etwas ungenau von der „weiblichen Ejakulation„.

Der Gynäkologe Chua machte mit seiner AFE-Zonen-Stimulationstechnik den Vorschlag für eine radikal neue Sexualtherapie, mit der sexuelle Funktionsstörungen bei Frauen behandelt werden können. Eine mentale Anregung, etwa durch das Kopfkino, ist zur Befeuchtung der Vagina nicht mehr nötig.

Es reicht, die AFE-Zone zu nutzen, damit die Lubrikation wie ein Reflex beginnt. Parallel dazu steigt die Sensibilität der Geschlechtsorgane, was erklärt, warum so viele Frauen Orgasmen erleben, die sehr intensiv ausfallen.

Die Studienergebnisse

Bei der zugrunde liegenden Studie wurde die von Doktor Chua entwickelte Technik bei den Probandinnen etwa zehn bis 15 Minuten am Stück angewendet. Zwei Beobachtungen waren dabei besonders erstaunlich:

  1. 15 Prozent der Teilnehmerinnen kamen bei der Stimulation fast sofort zum Orgasmus und wurden gleichzeitig sehr feucht.
  2. Bei zwei Drittel der Frauen, die unter chronischer Scheidentrockenheit litten, stellte sich eine verbesserte Lubrikation ein.

An der Studie nahmen 270 Probandinnen teil. Bei dieser Anzahl von Frauen, die alle zumindest einen Effekt auf die Feuchtigkeit der Vagina spürten, kann man davon ausgehen, dass es sich nicht nur um einen Zufall handelt. Zweifelst Du trotzdem daran, schlagen wir vor, es einfach selbst einmal mit der unten erklärten Vorgehensweise zu probieren.

Warum der A-Spot so gut auf Berührungen anspricht

Bleibt die Frage, warum der A-Spot so intensiv reagiert. Das Geheimnis liegt offenbar in der Halban-Faszie (medizinisch: Septum vesicovaginale). Dabei handelt es sich um ein gut durchblutetes Bindegewebe, in dem viele empfindliche Nervenenden liegen und das sich genau oberhalb der Vagina im Bauchraum aufspannt. Auch für den G-Punkt soll die Halban-Faszie das entscheidende Organ sein.

Es gibt zudem die Theorie, dass beim Reiben am G- oder A-Punkt der im Körper verborgene Teil der Klitoris indirekt mit stimuliert wird. Durch unterschiedlich große Klitorides (das ist der Plural von Klitoris) könnte die eine Frau stärkere Sensationen spüren und die andere nicht.

So findest Du den A-Spot!

Selbst wenn sich bei Dir kein spontaner Höhepunkt einstellt, könnte Doktor Chuas Technik Dir dabei helfen, leichter zu kommen, empfindlicher zu werden oder die Lubrikation zu fördern. Wie gut, dass der Mediziner die wirkungsvolle Technik genau beschrieben hat. Doch wo genau liegt er denn nun, der A-Spot?

Die Zone befindet sich von der Vulva aus gesehen nur ein kleines Stückchen hinter dem G-Punkt. Vermutlich weißt Du bereits, wo der zu finden ist: Es gibt in der Scheide diese eine raue Stelle, die ungefähr die Größe einer 2-Euro-Münze hat und auf der Ober- beziehungsweise Bauchseite liegt.

Wer die Vagina mit einem Finger abtastet und den vermeintlichen G-Punkt erfühlt, muss daher noch etwas tiefer hineingehen. Nur wenige Zentimeter weiter befindet sich bereits der äußere Muttermund, der Eingang der Gebärmutter. Er ragt selbst wie ein Finger in die Scheide hinein. Der A-Punkt liegt quasi direkt vor dem Muttermund am Gebärmutterhals an der Oberseite der Vagina. Die Schleimhaut dort ist auffallend glatt.

Den-A-Punkt-Finden-Illustration

So stimulierst Du die AFE-Zone

Du möchtest es gleich selbst einmal mit der AFE-Zonen-Stimulationstechnik ausprobieren? Um Vorteile aus dem A-Spot zu ziehen, fängst Du am besten mit einem Finger an. Übe vor dem Einführen deines längsten Fingers die „Komm-her-Bewegung“:

Achte auf kurze Nägel und führe Deinen Finger ohne Gleitmittel in Deine Vagina ein, damit Du die Wirkung spüren kannst. Suche den A-Spot vor dem Gebärmutterhals. Dort übst Du mit der „Komm-her-Bewegung“ Druck gegen die Halban-Faszie aus. Wiederhole den Vorgang mehrfach und sei dabei nicht zu grob.

Schon nach wenigen Sekunden sollte Dir auffallen, dass die AFE-Zone deutlich feuchter geworden ist. Währenddessen musst Du nicht gleichzeitig Fantasien durch Deinen Kopf gehen oder Dich von Deinem Partner berühren lassen, denn die Lubrikation ist ein Reflex. Du kannst den Effekt noch steigern.

Um herauszufinden, ob Du zu den glücklichen Frauen gehörst, die mit dieser Methode Orgasmen erleben, solltest Du mindestens ein bis zwei Minuten die „Komm-her-Bewegung“ ausführen. Innerhalb dieser Zeitspanne soll der Höhepunkt bei entsprechend veranlagten Frauen einsetzen. Ist das der Fall, wird ein weiteres Stimulieren möglicherweise den nächsten Orgasmus auslösen.

Frauen, deren A-Spot leider keine Orgasmen auslöst, sind laut Doktor Chua nach Anwendung der Technik immerhin deutlich empfindlicher, sodass sie ihren Kitzler nun die nötige Aufmerksamkeit zukommen lassen sollten, um diese Energie nicht zu verschwenden.

Sexspielzeuge als Fingerersatz

Es kann ganz schön anstrengend sein, die AFE-Zonen-Stimulationstechnik manuell durchzuführen. Erleichterung bieten Dir phallusförmige Sextoys, vor allem wenn sie vibrieren oder rotieren. Außerdem helfen Sie Dir, wenn Du Deinen Muttermund aufgrund zu kurzer Finger nicht ertasten kannst.

Probiere es am besten mit einem Dildo. Setzt Du stattdessen einen Rabbit Vibrator ein, achte darauf, dass Deine Klitoris nicht gleichzeitig stimuliert wird. Du musst Dich voll auf Deine AFE-Zone konzentrieren können, wenn Du mehr über Deinen Körper lernen möchtest.

Darüber hinaus sind Perlenvibratoren und vibrierende Liebeskugeln eine mögliche Option. Probiere einfach aus, was Dich anspricht!

Sex mit dem Partner – A-Spot und Sex-Stellungen

Natürlich kannst Du auch Deinen Partner bitten, die AFE-Zonen-Stimulationstechnik bei Dir anzuwenden, damit der anschließende Sex für Dich schöner ist. Eines der besten Dinge am A-Spot ist aber, dass er in der richtigen Stellung sogar vom Penis stimuliert werden kann.

Zwei Stellungen sind dafür besonders empfehlenswert: Doggy Style und Reiterstellung. In beiden Positionen kann der Penis tief eindringen und dabei gegen die vordere Wand der Vagina drücken, in der der A-Spot liegt.

Aber Achtung: Ein zu hartes Stoßen gegen diesen Punkt führt zu einem schmerzhaften Muttermund. Dann müsst ihr gegebenenfalls die Eindringtiefe oder die Stellung des Beckens der Frau anpassen.

Der A-Spot und warum Frauen Orgasmen haben

Theoretisch ist aus biologischer Sicht für die Fortpflanzung nur der Orgasmus des Mannes erforderlich. Doch ist der weibliche Höhepunkt deswegen nutzlos? Diese Frage beschäftigt Sexualforscher schon lange.

Laut heutigem Forschungsstand könnte der Orgasmus der Urfrau einst ihren Eisprung ausgelöst haben. Da es beim Höhepunkt gleichzeitig zu Kontraktionen der Gebärmutter kommt, wird der Muttermund in das Sperma getaucht, was den Spermien die Reise zur Eizelle erleichtert.

Der weibliche Urmensch soll noch keinen regelmäßigen Menstruationszyklus erlebt haben, denn er hat sich möglicherweise erst später in der Menschheitsgeschichte entwickelt. Der Natur blieb unter diesen Umständen nichts anderes übrig, als auf einen anderen Weg zur Befruchtung zu setzen.

Es ist unwahrscheinlich, dass der Urmann absichtlich oder unabsichtlich die Klitoris stimuliert hat, bis die Urfrau gekommen ist. Sehr viel wahrscheinlicher ist, dass die Urfrauen sehr ausgeprägte A-Spots besaßen, die schon nach kurzer Stimulation mit heftigen Orgasmen reagierten. Bei der Kopulation musste der Penis dann nur wenige Sekunden lang gegen diese Stelle penetrieren, bis beide gekommen sind und die Frau befruchtet war.

Wenn man die AFE-Zone als rudimentäres Überbleibsel sieht, lässt sich nachvollziehen, warum auch heute noch eine kleine Gruppe von Frauen mit multiplen Orgasmen auf die Stimulation reagiert, während die anderen nur sehr feucht und sensibel werden.

Wichtige Infos zum Mitnehmen

Der A-Spot ist dem G-Punkt deutlich überlegen. Das zeigt die Studie, die von Doktor Chua durchgeführt wurde. Der Gynäkologe hat der Lösung des Problems mit der trockenen Vagina viele Jahre seines Lebens gewidmet. Es gibt jedoch einen Nachteil bei der AFE-Zone im Vergleich zum G-Punkt: Sie ist nicht annähernd so bekannt, obwohl sie deutlich mehr Vorteile bietet.

Die kleine Stelle in der Vagina nahe dem Muttermund bietet Frauen bei Stimulation eine zunehmende Feuchtigkeit und Sensibilität ihrer Geschlechtsorgane und sorgt bei wenigen von ihnen sogar für heftige Orgasmen, zum Teil sogar für multiple.

Mit der „Komm-her-Bewegung“, einem geeigneten Sextoy oder dem Penis Deines Partners hast Du die Möglichkeit, die Zone in Schwingungen zu versetzen. Das Ergebnis lässt nicht lange auf sich warten, daher sollte jede Frau die Technik einmal ausprobiert haben.

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