11 Gründe, warum du nach Sex oder Masturbation Krämpfe bekommst

Außerdem zeigen wir dir, wie du sexuelle Aktivitäten endlich wieder krampffrei genießen kannst.

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Es ist die schönste Nebensache der Welt, du gibst dich hin, du genießt die Stunden mit deinem Satisfyer und plötzlich wirst du nach dem Orgasmus von fiesen Krämpfen gepeinigt. Was ist das denn? Hast du irgendetwas falsch gemacht? Bist du krank? Oder ist das einfach nur ein normales Phänomen unter dem manche Frauen (und Männer) leiden können?

1. Wenn der Orgasmus weh tut

Es gibt eine interessante Studie aus der hervorgeht, dass einige Frauen und Männer während Stuhlgang, Urinabgang oder Orgasmus Schmerzen im Bereich des Ischiasnervs verspüren. Häufig sollen hierfür Läsionen verantwortlich sein, die den Namen Radikulopathie tragen. Hierbei handelt es sich um eine Schädigung von Nervenwurzeln im Bereich des unteren Rückens.

Doch das ist nur eine extreme Variante des Orgasmus-Schmerzes. Es ist auch möglich, dass du Krämpfe im Unterbauch und Becken verspürst, die durch die Kontraktionen ausgelöst werden. Das rhythmische Zusammenziehen deiner Beckenbodenmuskulatur kann zur Folge haben, dass ein Krampf ausgelöst wird. Wenn du schon einmal einen Wadenkrampf hattest weißt du, wie fies das sein kann.

2. Die Periode aus Auslöser für Krämpfe nach der Menstruation

In einer Umfrage gaben 63 Prozent der befragten Frauen an, dass sie während der Periode vor allem zu Unterbauchschmerzen neigten.

Masturbation während der Menstruation wird als förderlich angesehen, denn durch den Orgasmus kann Schmerz gemindert werden. Zudem werden Glückshormone ausgeschüttet, die gegen den fiesen Perioden-Blues helfen können.

Du darfst aber nicht vergessen, dass deine Gebärmutter während der Menstruation jede Menge zu tun hat. Sie muss die aufgebaute Schleimhaut abstoßen und reagiert auf zusätzliche Kontraktionen im nervigsten Fall mit einem Krampf. Das tut weh und ist einer der Gründe, warum du nach der entspannenden Masturbation plötzlich Schmerzen verspürst.

3. Anatomische Gründe führen zu Schmerzen

Ob durch eine allgemeine Schwäche des Bindegewebes, durch Verstopfung oder Übergewicht, die Gebärmuttersenkung ist kein seltenes Phänomen und betrifft Frauen schon ab dem 30. Lebensjahr.

Befriedigst du dich nun selbst, nutzt dafür einen Vibrator oder hast Sex mit einem Mann, dann kann durch die Penetration der Gebärmutterhals getroffen werden. Das wiederum führt zu Schmerzen, da es sich bei dieser Region deines Körpers um eine sehr empfindliche Stelle handelt.

Sind die Schmerzen bei der Masturbation oder beim Sex auf eine anatomische Besonderheit deines Körpers zurückzuführen, können einfache Methoden wie ein Stellungswechsel oder Toys wie ein Sexkissen Abhilfe schaffen. Schau mal nach, hier haben wir dir verraten, welche Sexstellungen gut geeignet sind, wenn dein männlicher Partner einen sehr großen Penis hat.

4. Hormonelle Verhütungsmittel Spirale – wenn sie verrutscht ist

Im Jahr 2018 lag die Hormonspirale auf Platz 3 der am häufigsten genutzten Verhütungsmethoden. Normalerweise sollte die Spirale dein sexuelles Vergnügen nicht hemmen, auch die Masturbation mit Dildos oder klassischer penetrativer Sex sind damit möglich.

Spürst du allerdings nach der Selbstbefriedigung oder nach dem Sex starke Schmerzen, die dich wirklich beeinträchtigen, ist ein Besuch bei deiner Ärztin empfehlenswert. Die Spirale kann möglicherweise verrutscht sein, auch wenn das sehr selten passiert. In diesem Fall kann eine Entfernung nötig werden, um dich von den Schmerzen zu befreien.

5. Eine vorliegende Grunderkrankung als Ursache bei Frauen

Viele Gründe sind harmlos, wenn es nach der Selbstbefriedigung oder dem Sex zu Krämpfen kommt. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, dass bei dir eine Grunderkrankung besteht. Zu potenziellen Auslösern gehören:

  • Zysten im Bereich der Eierstöcke
  • Myome in der Gebärmutter
  • Endometriose

Tritt das Phänomen gehäuft auf und nimmt dir sogar das Vergnügen am Sex, lasse deine Gynäkologin unbedingt kontrollieren, ob bei dir möglicherweise etwas medizinisches zu behandeln ist. Oft deuten auch weitere Symptome auf eine mögliche Erkrankung hin, so wie Blutungen, Veränderungen bei der Periode oder Stuhlgangsbeschwerden.

6. Eine körperliche Grunderkrankung als Ursache bei Männern

Du hast gerade mit deiner Fleshlight Spaß gehabt und plötzlich zieht sich ein fieser Schmerz durch deinen Penis, dein Perineum, deinen Unterleib und deine Hoden? Schuld daran könnte die Prostatitis sein, an der statistisch gesehen jeder zehnte Mann einmal in seinem Leben erkrankt.

Die Prostata ist eigentlich ein sehr interessanter Hot-Spot deines Körpers und mit dem richtigen Toys kannst du ihn sogar in die Masturbation mit einbeziehen. Wenn sich der P-Punkt jedoch entzündet, sind die Symptome fies. Spürst du zudem Schmerzen bei der Miktion oder ist dein Harnstrahl verringert, suche deine Urologin auf, um Klarheit zu bekommen.

7. Das falsche Toy zur Masturbation nutzen

Aus einer Umfrage geht hervor, dass im Jahr 2022 rund 61 Prozent der Frauen und 47 Prozent der Männer angaben, dass sie Sexspielzeuge benutzen.

Kein Wunder, die Auswahl ist schließlich groß. Während für Frauen vor allem Vibratoren der klassischen Art oder auch Massagestäbe und Auflegevibratoren der Hit sind, nutzen Männer vornehmlich Analspielzeug oder greifen auf die Fleshlight und andere Taschenmuschis zurück.

Vor allem bei der penetrativen Masturbation kann das Sextoy verantwortlich sein für mögliche Schmerzen und Krämpfe nach dem Vergnügen. Ist ein Vibrator zu groß oder du hast noch nicht viele Erfahrungen mit Toys gesammelt, kannst du zu viel Druck auf deine Prostata als Mann oder deinen Muttermund als Frau ausüben. Das ist zwar harmlos, kann aber nach der Selbstbefriedigung vorübergehend für Schmerzen sorgen.

8. Zu heftiges Masturbieren kann für Schmerzen sorgen

So schön Kuschelsex sein kann, manchmal ist die raue Nummer einfach nötig. Es gibt Sexspielzeuge wie den Saugnapfdildo, mit denen du dich nach Herzenslust und mit viel Körpereinsatz verwöhnen kannst. Gehst du dabei zu rabiat vor oder verzichtest auf ein befeuchtendes Gleitgel, kann das Schmerzen zur Folge haben.

Kleine Mikrorisse in der Schleimhaut führen eher zu einem brennenden Gefühl wohingegen eine zu starke Penetration und zu wenig Gleitgel auch zu Schmerzen im Uterus führen können. Selbst leichte Kontaktblutungen können nicht ausgeschlossen werden, diese sind aber meist harmlos und vergehen nach einer Weile wieder.

Wenn es einmal etwas wilder zugeht, kannst du Schmerzen mit verschiedenen Methoden oft verhindern:

  • Benutze ein für Sexspielzeuge geeignetes Gleitgel
  • Beginne sanft und steigere zunächst die Stimmung
  • Höre auf, wenn du Schmerzen verspürst oder reduziere die Bewegungen

9. Darmbeschwerden können Schmerzen nach dem Sex verursachen

Nicht immer kommen Beschwerden, die nach dem Sex oder der Masturbation auftreten, wirklich von deinen Geschlechtsorganen. Manchmal ist auch der Magen-Darm-Trakt der Auslöser von Beschwerden. Hier kommen gleich verschiedene Auslöser in Betracht, die du möglicherweise schon kennst oder die bei dir noch gar nicht diagnostiziert wurden. Keine Angst, nicht jeder Krampf nach dem Sex deutet auf eine ernsthafte Erkrankung hin, wenn die Beschwerden aber anhalten, ist ein Besuch bei deiner Ärztin oder deinem Arzt hilfreich:

  • Reizdarmsyndrom kann durch den Orgasmus getriggert werden
  • Bauchschmerzen und Krämpfe können durch Colitis Ulcerosa befeuert werden
  • Die chronisch-entzündliche Magen-Darm-Erkrankung Morbus Crohn kann Schmerzen nach dem Sex auslösen

10. Unentdeckter Leistenbruch als Ursache für Masturbationsschmerzen

Wenn immer wieder nach oder während der Masturbation Schmerzen im Bereich des Beckens, der Leiste oder des Unterleibs zu spüren sind, könnte eine Hernie als Ursache hierfür in Betracht kommen. Der Leistenbruch kann völlig ohne Schmerzen ablaufen und wird oft erst nach langer Zeit erkannt.

Ein Muskel drückt sich hierbei um eine Öffnung im Gewebe oder im Muskel und sobald es in diesem Bereich zu körperlicher Anspannung kommt, sind Schmerzen möglich. Am häufigsten treten die Beschwerden dann auf, wenn du in Doggy-Stellung Sex hast oder wenn du im Stehen masturbierst.

Bei schlanken Frauen und Männern kann auch eine Beule im Leistenbereich zu fühlen sein, da sich der Bruchsack durch das Gewebe drängt. In diesem Fall ist ein Besuch beim Arzt oder bei der Ärztin unumgänglich, Panik ist aber nicht angebracht. Der Leistenbruch ist in den allermeisten Fällen kein Notfall, muss aber behandelt werden.

11. Beckenboden-Überlastung – vor allem bei Männern ein Problem

Eine interessante Untersuchung beschäftigte sich mit der Rolle des Beckenbodenmuskels auf die männliche sexuelle Dysfunktion und auf Schmerzen im Bereich des Beckens. Wenn du nach der Masturbation oder sogar kurz vor deinem Orgasmus stechende Schmerzen in deinem Becken oder im Perineum verspürst, ist an den Beckenboden zu denken.

Es kann zu einer Überlastung durch die starke Anspannung beim Liebesspiel gekommen sein. Auch Frauen können unter einer Beckenbodenüberlastung leiden, selbst ein Krampf kann bei intensiven Stimulationen vorkommen. Ganz besonders bei einem multiplen Orgasmus sind die Kontraktionen im Beckenbodenbereich bei Frauen so stark, dass es nachher zu Schmerzen, ähnlich einem Muskelkater, kommen kann.

Zur Ärztin oder einfach auskurieren? Was der richtige Weg ist

Du spürst ab und an Schmerzen im Unterleib nach dem Sex oder nach der Masturbation? In den meisten Fällen musst du dir darüber keine Gedanken machen, vor allem dann nicht, wenn die Schmerzen nach wenigen Minuten wieder vergehen. Wenn du allerdings bei jeder sexuellen Aktivität darunter leidest, weitere Symptome wie Blutungen dazu kommen oder du schwanger bist, ist ein Gang zur Ärztin oberstes Gebot. Hier eine kleine Checkliste für dich, wann du nicht zögern, sondern zu deiner Medizinerin gehen solltest:

  • Du hast starke Schmerzen, die mehrere Stunden andauern
  • Du hast auf Kondome verzichtet und könntest nun eine STI haben
  • Du vermutest schwanger zu sein oder weißt es sogar
  • Du fühlst dich schwindelig, hast Fieber oder weitere körperliche Symptome
  • Du blutest aus dem Penis oder aus der Scheide
  • Du hast große Angst und brauchst medizinischen Rat

Autsch, das tut weh – wie du die Beschwerden lindern und vermeiden kannst

Wenn du nach der Masturbation Schmerzen im Unterleib oder im unteren Teil deines Rücken verspürst, such dir eine bequeme Position und bleib erst einmal liegen. Zur Entspannung von verkrampften Muskelpartien kann es helfen, eine Wärmflasche auf den Bauch zu legen. Wenn du Lust hast, schnapp dir deinen Schatz und genießt zusammen ein Bad. Du kannst auch mit einem rezeptfreien Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol für Abhilfe sorgen.

Und was ist beim nächsten Mal? Vorbeugen ist besser als Nachsorgen, daher versuche die Ursache herauszufinden, die für deine Schmerzen verantwortlich sind. Hast du ein XL-Toy benutzt? Dann versuch es beim nächsten Mal mit einem Mini-Vibrator.

Hast du den Eindruck, dass deine Vagina zu trocken ist? Vergiss nie das richtige Gleitgel, das ist nicht nur für Senioren-Sex, sondern generell für flutschigen Spaß immer die richtige Wahl.

Beim klassischen Sex kann außerdem ein Stellungswechsel helfen, vor allem dann, wenn dein männlicher Partner einen größeren Penis hat. Es gibt für jede Penisgröße die richtige Sexstellung, von 10 cm bis 20 cm, Schmerzen müssen nicht sein.

Fazit: Die Gründe für Schmerzen sind vielfältig, meist aber harmlos

Wenn es ab und an nach der Masturbation schmerzt, kann das harmlose Gründe haben. Oft ist allein die Zyklusphase ein Auslöser dafür, dass das Eindringen des Vibrators unangenehm ist oder dass du hinterher stärkere Krämpfe hast. Kommt es aber öfters vor und du verlierst die Lust am Solosex, dann such dir Hilfe bei deiner Ärztin. Masturbation macht nicht krank, auch wenn das in alten Mythen bis heute behauptet wird. Lass dir Ursache herausfinden, damit du auch künftig noch viel Spaß bei der Entdeckung deines eigenen Körpers haben kannst.

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